Die höhergelegte Latte
Idealtypische Visionen vom
wissenschaftlichen Bibliothekar der Zukunft

von Hans Zotter

Betrachtungen zum Berufsbild des wissenschaftlichen akademischen Bibliothekars an österreichischen Universitäten im Spannungsfeld zwischen neuen Hochschulgesetzen, Medienbruch, Wechsel des Lektürekanons, alten und neuen Arbeitsarealen. Ein Plädoyer für ein expansives Berufsbild.
Unsere Zeit ist prognosesüchtig.
Um Prognosen erstellen zu können, muß die Zahl
der in Beziehung gebrachten Parameter immer reduziert werden,
sonst verlieren die Aussagen stark an Eindeutigkeit.
Prognosen sind qualifizierende, nicht quantifizierende Aussagen.

Die Entwicklung der Informationsgesellschaft wird sich nicht nur von den sich rasant entwickelnden technischen Voraussetzungen her definieren, sondern vom Rezeptionsverhalten der Gesellschaft. Die Audio-CD, das Handy haben sich durchgesetzt, DAT-Recorder, verschiedene interaktive Entwürfe wie CDI oder On-demand-TV, das "papierlose Büro" (bisher) nicht. Erscheinungsbild und Benützungsmodalitäten von Computern im Informationswesen werden sich in den nächsten Jahren drastisch in einer Weise verändern, die ein immer geringeres technisches Verständnis voraussetzen, aber zugleich einen ständig wachsenden Bedienungskomfort bieten werden.

Es ist nicht zu erwarten, daß die elementaren physischen Bedürfnisse und Vorgangsweisen des Menschen im Zusammenhang mit Informations-Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung sich schnell verändern werden. Ob die Fähigkeit vorhanden ist, quantitativ wesentlich mehr Information als bisher aufzunehmen als bisher, ist zu bezweifeln.

Der exponentiell steigende Umfang des Informationsangebotes basiert zu einem großen Teil auf Redundanz (ein zentrales Merkmal elektronischer Daten ist ihre unbegrenzte verlustfreie Kopierbarkeit und Übertragbarkeit); die menschliche Rezeptionsgeschwindigkeit die nur in einem begrenzten Ausmaß erweiterbar sein dürfte wird durch dieses Redundanzphänomen eher behindert als gefördert. Das Anwachsen des Redundanzphänomens führte bereits bisher in der marktwirtschaftlich orientierten Buchproduktion zu Kapazitätsproblemen, die mehr und mehr Marktgesetzen gehorchende wissenschaftliche Textproduktion vergrößert ständig die Abraumhalde des nicht Rezipierten. Irgendwann in diesem Jahrhundert war der Punkt erreicht, an dem die scientific community mehr Information produzierte als sie verarbeiten konnte.

Zu den typischen Mängeln einschlägiger Prognosen gehört

Daß die neuen Informationstechnologien die Kluft zwischen arm und reich ausgleichen könnten, ist wohl naiver Kinderglaube. Eher sind verschiedene Parallelgesellschaften denkbar, privilegierte Informationsgesellschaften und minder privilegierte. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß etwa das INTERNET die negativen Aspekte der Globalisierung abfangen könnte im Gegenteil, der Globalisierungseffekt wird durch die neuen Informationstechnologien verstärkt und gefährdet den wirtschaftlichen Bestand gerade der Gesellschaften, die diese Technologien tragen. [Bibliothekar]

Für den Menschen ist bei der Rezeption einer Information ihre Erlebbarkeit die zentrale Voraussetzung. Er benötigt zu jeder Information eine Fülle kausal und koinzident verknüpfter Nebeninformationen, um sie dauerhaft speichern zu können. Information muß für den Menschen verortet sein, in Raum-Zeitrastern darstellbar. In seiner Entwicklungsgeschichte hat der Mensch Information stets an materielle Substrate gekoppelt erlebt; die Sprache bedient sich verschiedener Bewegungsmetaphern, um Rezeption zu beschreiben. Verschiedene Darstellungs- und Lerntechniken benützen Verortungsstrategien, z. B. mindmaps etc. Das Buch in der Ausformung Kodex ist die auf die menschlichen Bedürfnisse hin optimierte Form eines Informationsträgers, der auch den Erlebnisbedarf abdeckt. Der Stylus (Schreibstift) ermöglicht die Verfeinerung der grobschlächtigen Bewegung der Hand, entwickelt aus dem Zeigegestus heraus das dauerhafte Niederlegen kodierter Information, die kleinteilige Schrift.

Die bisherige Software-Entwicklung hat die vorhandenen, optimierten Interaktionsmodelle aufgenommen und mehr oder minder erfolgreich imitiert. Bisher bot uns die Software nur Surrogate optimierter Dokumentenformen, genuine Optimierungen stehen für das elektronische Medium noch aus. Die gesprächs-basierte Interaktion ist für die Mensch/Maschine-Schnittstelle erst rudimentär vorhanden, das Gleiche gilt für die Verortung von Informationen und die visuelle Kognition (z. B. das Erkennen eines Zugangsberechtigten an seinem Gesicht oder anderen biometrischen Parametern).

Die Bibliotheken sind Erlebnisräume, gebaut aus Informationen. Die Bibliothekare verwalten diesen Raum in politischer und sozialer Hinsicht.

Niemand kann voraussagen, ob das menschliche Bedürfnis nach Verortung und Erlebbarkeit von Information durch virtuelle Räume bzw. durch Multimedialität / Edutainment abgedeckt werden kann. Die sequentielle oder auch vernetzte Erzähltechnik eines Buches reproduziert mit einem Mindestmaß von Mitteln hoch komplexe Inhalte, die Erzähltechnik des Films etwa kann eine ähnliche Dichte pro Zeiteinheit nicht liefern. Ob sich neue Verhaltensmuster als dauerhafte Veränderungen etablieren, kann sicher erst zu einem Zeitpunkt diagnostiziert werden, der außerhalb eines akzeptablen Prognoserahmens liegt. Multimedialität ist zweifellos ein Königsweg für alle didaktischen Bestrebungen, der allerdings mit Defiziten im Bereich der sprachlichen Kompetenz erkauft wird.

Das Anforderungsprofil an den Bibliothekar der Zukunft wird sich ausdifferenzieren zwischen "handwerklichen" Fähigkeiten (wie finde ich eine bestimmte Information, welche Instrumente kann ich einsetzen, welches ist der optimale Weg) und den intellektuellen Fähigkeiten (Auswahl, Bewertung, Adaptierung). Der technische Aspekt wird aber zugunsten der inhaltlichen Analyse immer stärker zurücktreten die Frage wird nicht sein, wie handhabe ich die Technologie, sondern wie handhabe ich das Wissen.

Für die nächste(n) Generation(en ?) tritt die Aufgabe der Harmonisierung von analogem und digitalem Dokumentengut hinzu. Um die durch den Medienbruch auftretenden Kulturverluste zu mildern, sind unzählige Verknüpfungen für einen mühelosen "Medienswitch" zu erstellen. Die Digitalisierung unikalen Dokumentengutes etwa macht die Originale nicht überflüssig, sondern wird das Interesse an der analogen Form steigern. Der Bibliothekar muß auch mit dem durch die neuen Medien ergebenden Kulturgewinn sich arrangieren.

Eine künftige Aufgabenteilung analoger / digitaler Medien als Surrogate, Nutzkopien, Replacement-Media, Masterfiles, Archivstücke etc. ist derzeit kaum voraussagbar. Um die quantitativen Dimensionen dieser Aufgabenstellung zu illustrieren eine Bibliothek mit 3 Millionen Bänden entspricht ca. 600 Millionen Seiten im INTERNET gibt es derzeit (Mitte 1999) angeblich ca. 300 Millionen Pages. Die zitierte Bibliothek bietet dabei weitgehend verdichtete wissenschaftliche Sachinformation, das INTERNET (in seiner Gesamtheit) vornehmlich kommerzielle / private / ephemere Information.

In der bisherigen Ausbildungs- und Berufsbilddiskussion gab es immer zwei Gruppen: die eine vertrat ein eher restriktives, pragmatisches Modell, die andere ein expansives, grenzüberschreitendes. Die erste Gruppe reagiert auf die zu erwartenden Strukturveränderungen mit der tendenziellen Beschränkung der Aufgaben des Bibliothekars auf die administrativen Bereiche, während die Expansionisten Arbeitsareale aus den Informations- und Kommunikationswissenschaften, der Dokumentenproduktion und des Informationsmarketing integrieren wollen. Da ja auch die Berufswelt der Verleger und Buchhändler sich in einem Maße verändert, daß kein Stein auf dem anderen bleiben wird, liegt die Überlegung nahe, aus den Ruinen passendes Baumaterial zu requirieren. Das UOG 93 definiert die Rolle der Universitätsbibliotheken in einer Weise, aus der sich ein eher reduziertes bibliothekarisches Berufsbild ergibt, die neuen Ausbildungsgänge (Fachhochschule Eisenstadt, Ausbildungsverordnung 99) folgen eher dem expansiven Modell.

Das hier entworfene Berufsbild - ein expansionistisches - ist nur scheinbar die Rückkehr zum polyhistorischen Berufsbild der früheren Jahrhunderte, der Vorstellung vom lesenden Bibliothekar, der alle Bücher seiner Sammlung kennt. Das neue Berufsbild greift weiter, über Bestands- und Fachgrenzen hinaus. Der Vorstellung vom immer weiter spezialisierten Fachwissenschaftler, der ein immer kleiner werdendes Gebiet beherrscht, soll das Bild des (mehrere) divergente Kompetenzen verschmelzenden Medienadministrators entgegengesetzt werden. Das Idealbild des Polyhistors ist zu ersetzen durch die Vorstellung eines Fachmannes, der das ihm zugewiesene Arbeitsfeld von zwei divergierenden Ausgangspunkten her betreuen kann, der die methodischen Ansätze aus weit auseinanderliegenden Wissensbereichen in sich vereint.

Die Migration methodischer Ansätze aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich in den geisteswissenschaftlichen und vice versa bricht den Widerspruch zwischen den deskriptiv-reflektorischen und den experimentell-analytischen Wissenschaften auf. Das neue bibliothekarische Berufsbild wird aus einer Verschmelzung und Verzahnung des traditionellen Fachwissens mit den Möglichkeiten des elektronischen Recherchierens, Darstellens und Publizierens entstehen.

Der wissenschaftliche Aspekt eines Bibliothekars liegt in seiner Fähigkeit der Theoriebildung und der Methodenkritik bezogen auf sein eigenes Tätigkeitsfeld sowie auch in Bezug auf die von ihm betreuten Wissensgebiete. Das Curriculum eines wissenschaftlichen Bibliothekars muß wenn die Terminologie zutreffend sein soll zumindest teilweise dem Curriculum eines Wissenschaftlers entsprechen. Das bedeutet natürlich lebenslanges Lernen und Fortbilden, bedeutet eigene kreative, und nicht nur subsidiäre Forschung, selbständiges Publizieren, Vortragstätigkeit und Lehre. Die zu bevorzugenden Arbeitsbereiche wären naheliegenderweise die Informationswissenschaften und die Wissenschaftstheorie.

Das Aufstellen von Kompetenzkatalogen wäre freilich naiv, wenn dabei die konkrete Arbeitssituation an österreichischen Bibliotheken ganz außer Acht gelassen würde. Die immer wieder beklagten Defizite der Bibliothekswissenschaft in den Bereichen Theoriebildung, Forschung und Ausbildung, kurzum Defizite an Professionalität, hängen mit der notorisch knappen Ausstattung der Bibliotheken zusammen. Das Fehlen einschlägiger Forschungsinstitute und Forschungsunternehmungen, die sich rasant ausweitenden Arbeitsaufgaben gerade durch die Einführung der EDV und das neue UOG - reduzierten das Arbeitsspektrum zunehmend auf administrative Bedürfnisse. Innerhalb der regulären Arbeitszeit sind ambitiöse Berufsbilder nicht realisierbar, der Verweis auf das Engagement von Forschern, das über fixe Dienstzeiten hinausgeht, ist zynisch, solange Honorierung und Karriere starr reguliert sind.

Es ist nicht zu erwarten, daß der Arbeitsanfall im Bibliothekswesen durch die Automatisierung prinzipiell geringer wird, wenn es auch zu starken Umschichtungen kommen wird. Tendenziell wird sich das Arbeitsareal der Informationsvermittlung ausweiten, besonders was die qualitative Aufbereitung angeht. Ob alle neu zuwachsenden Arbeitsgebiete in der Zukunft von den Bibliotheken wahrgenommen werden sollen, wird von politischen Entscheidungen abhängig sein.

Natürlich sind diese Entwicklungen auch davon abhängig, ob von seiten der Bibliothekare die Bereitschaft besteht, neue Berufsareale von sich aus zu besetzen und gewissermaßen einen Anspruch darauf zu reklamieren. Die bereits vorhandenen Ressourcen, Kompetenzen und Strukturen würden eine solche Entwicklung nahelegen sie bieten den Bibliotheken eine günstige Startposition auch gegenüber dem kommerziellen beziehungsweise informellen elektronischen Informationsmarkt. Die Bereitschaft der Bibliothekare, ihre Arbeitsprioritäten neu zu definieren, wird für die zukünftige Rolle des Berufes von großer Bedeutung sein zum Beispiel die Konzentration auf die Rolle als content-provider.

Neben Kompetenz und etablierten Strukturen werden die verfügbaren Inhalte zu den wesentlichen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung gehören. Drei Gruppen werden den künftigen Markt bestimmen: jene, die neue Inhalte produzieren, diejenigen, die Rechte an bestehenden Inhalten innehaben, und schließlich jene, die rechtefreie Inhalte besitzen. Die Bibliotheken entsprechen der dritten Gruppe, ob sie in der ersten Gruppe vertreten sein werden, hängt von ihrer künftigen Politik ab.

Bisher fand in der konventionellen Buchproduktion die Wertschöpfung hauptsächlich im Bereich der Verlage und des Zwischenhandels statt. Durch das elektronische Publizieren werden diese Bereiche weitgehend ausgeschaltet, aber auch bei der Druckproduktion verliert der Zwischenhandel einen Großteil seiner Funktion. Bei print-on-demand sinken die Investitionskosten (bei Auflagen unter 1000 auf ca. 2%), so daß die meisten Autoren diese Investition selbst tätigen können, um so eher, als keine Kapitalbindung durch unverkaufte Exemplare entsteht.

Angesichts dieser Entwicklungen könnten die wissenschaftlichen Bibliotheken ihre Zuständigkeit als content-provider ausdehnen. Diese Aspekte sind natürlich auch deshalb von großer Wichtigkeit, weil der langfristige bildungspolitische Trend zu Kostentransparenz eine Umorientierung der Bibliotheken in Richtung marktfähiger Dienstleistungen und Produkte nach sich ziehen wird. Da die Unterhaltsträger bestrebt sind, ihre Kosten zu minimieren, werden die unentgeltlichen Dienstleistungen abnehmen und die Bibliotheken sich, wollen sie nicht schrumpfen, um Refinanzierungsmöglichkeiten bemühen müssen.

Angesichts etwa der nun aktuellen Konsortienbildung für elektronische Zeitschriften und der steigenden Abhängigkeit der wissenschaftlichen Bibliotheken von profitorientierten Zeitschriftenprovidern wird es vielleicht zu einer Entwicklung eines informellen Marktes kommen, auf dem wissenschaftliche Institutionen und Bibliotheken unter Umgehung der Verlage elektronische Publikationsforen schaffen.

Vor dieser Situation (und den anderen genannten Bedingungen) muß eine Ausbildungsanpassung bestimmte Schwerpunkte setzen doch ist klar, daß eine solche Anpassung nicht greifen wird, wenn es nicht auch zu einer tiefgreifenden Änderung der flankierenden Strukturen kommt.

Zuerst die flankierenden Maßnahmen:

Die Bibliothekare sind von der aufwendigen formalen Projektvorbereitung in internationalem Rahmen überfordert besonders innerhalb der gegebenen Bibliotheksstrukturen. Ein Work-flow-management, das eingehende und ständig nachgeführte Kenntnisse der internationalen und nationalen Möglichkeiten voraussetzt, könnte die Bibliothekare entlasten, denen dann nur die fachliche Formulierung und Betreuung von Projekten bliebe; begleitende Unterstützung während der Projektdauer, gemeinsames Marketing und Promotion (Finden von Förderern und Sponsoren) könnten den Bibliotheken dauerhaft sprudelnde Finanzierungsquellen erschließen.

Der akademische Bibliothekar der kommenden Jahre wird meist nur über ein Magisterium verfügen. Das heißt, daß sein Kontakt mit professioneller wissenschaftlicher Arbeit ein eher flüchtiger gewesen ist derzeit verhalten sich Dissertationen und Magisterarbeiten was Arbeitsaufwand und Umfang angeht, wie 3:1. Die Erwartung, daß absolvierte Magistri über ein wissenschaftlich-methodisches Instrumentarium verfügen, das sie in den bibliothekarischen Beruf einbringen können, ist vermutlich eine sehr optimistische Erwartung. Man kann nicht davon ausgehen, daß ein Akademiker exakt (und ausschließlich) in dem Fachbereich eingesetzt wird, den er studiert hat. Er wird in der Regel das erworbene Verständnis wissenschaftlicher Methodik und die angeeignete Praxis wissenschaftlichen Schreibens auf neue Fachareale anwenden müssen.

Es ist damit zu rechnen, daß gerade in den Kernkompetenzen des Informationsberufes zunehmend Ausbildungsdefizite auftreten werden: in der sprachlichen Kompetenz und im Umgang mit dem theoretischen Überbau der Wissenschaften. Ob Defizite aus der vorangehenden Ausbildungszeit ausgleichbar sind bzw. ob es Aufgabe einer bibliothekarischen Ausbildung sein soll, sie auszugleichen, ist umstritten - jedenfalls werden künftige Bibliothekare Strategien zur Bewältigung dieser Probleme entwickeln müssen.

Eine auf Akademiker zugeschnittene Ausbildung müßte klare Schwerpunkte in folgenden Bereichen haben:

Kommentar:

Traditionelle Fächer sind hier erst einmal weggelassen, was nicht heißt, daß man zur Gänze auf sie verzichten soll.

Ein Berufsbildentwurf erbringt immer ein idealtypisches Bild, das in der Realität kaum verwirklichbar ist. Die hier angesprochen Spannweite der Kompetenzen wird wenn überhaupt - nur durch ein gut eingespieltes Team realisierbar sein. Auch ist hier die Situation des wissenschaftlichen, akademischen Bibliothekars an einer Universitätsbibliothek als Ausgangspunkt gewählt worden.

Verzagter Pragmatismus ist ein aber schlechter Berater, wenn Erneuerung angesagt ist. Ein Berufsbild ist immer nur eine Zielvorstellung, eine Richtung, in die man sich bewegen sollte. Ein umfassender Kompetenzenkatalog ist kein Allheilmittel für alle Defizite der österreichischen Schulbildung oder für die massiven Strukturprobleme der wissenschaftlichen Bibliotheksszene. Der härter gewordene Verteilungskampf um Finanzmittel und Ressourcen erfordert neue wirtschaftliche Konzeptionen; nicht schrumpfen ist die Devise, sondern Ausweitung der Leistungen. Nur wenn wir ständig unsere fachliche Kompetenz erweitern, und auch im internationalen Vergleich Spitzenleistungen vollbringen, wird uns die Universität auch in Zukunft als gleichberechtigten Partner akzeptieren können


Zum Autor

Hofrat Dr. Hans Zotter ist Leiter der Abteilung Sondersammlungen und Ausbilder an der UB Graz

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