26. November 2022

Das „Wiesbadener Tagblatt”

Ein Stück Wiesbadener Stadtgeschichte

Am 31. Dezember 2020 lag das ,Wiesbadener Tagblatt' letztmals auf Wiesbadener Frühstückstischen. Damit war nach 167 Jahren ein Chronist und Kommentator der Wiesbadener Stadtgeschichte verstummt. Das ,,Blättche'', wie treue Leser ihre Lektüre liebevoll nannten, hat sich einen Nachruf verdient. Eine vorzügliche Quellenlage lud ein, zur Tat zu schreiten.

Das, Wiesbadener Tagblatt' wurde nicht spontan gegründet, sondern war eine logische Weiterentwicklung seiner Vorläufer, dem 1770 gegründeten ,HochFürstl. Nassau-Saarbrück-Usingisch-privilegirtem gemeinnützigem Wießbader Nachrichten und Anzeige' und dessen Nachfolger, dem, Wiesbader Wochenblatt' (ab 1837, Wiesbadener Wochenblatt). Das Wochenblatt wurde von der Wiesbadener Stadtverwaltung im zweijährigen Turnus an die Wiesbadener Druckereibesitzer verpachtet. Als die Schellenberg'sche Hofbuchdruckerei 1844 an der Reihe war, übertölpelte deren Inhaber August Schellenberg seine Standesgenossen, indem er der Wiesbadener Stadtverwaltung für einen Vertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit einen lukrativen Preis bot. Nachdem die … [Buch kostenlos herunterladen ]

360 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-9824425-2-5

 


Die Sozialgeschichte der deutschen
Buchdruckergehilfen 1440 bis 1933

Ein Zufall war es, der das Entstehen dieser Arbeit ausgelöst hat. Eigentlich sollte in der Publikation ,,Wiesbadens Pressegeschichte’’ in einem nur schmalen Kapitel auch der Setzer und Drucker gedacht werden, die mit ihrer Hände Arbeit die Wiesbadener Rotationsmaschinen zum Laufen brachten.

Schon bald aber offenbarte sich eine überaus günstige Quellenlage. Die zahlreichen schriftlichen Zeugnisse deckten zwar den gesamten zu bearbeitenden Zeitraum ab, eine zusammenhängende Darstellung fand sich aber nicht. Der Reiz, aus dem reichlich vorhandenem Material die sozialen Verhältnisse der deutschen Buchdruckergehilfen für den Zeitraum von 1440 bis 1933 durchgehend aufzuzeigen, rief den gelernten Schriftsetzer zur Tat.

Es sei vorausgeschickt, dass unter dem Begriff ,,Buchdrucker’’ die Masse der Handsetzer, die Drucker, ab der Wende zum 20. Jahrhundert auch die Maschinensetzer, die Lithographen, die Korrektoren, die Stereotypeure und die Galvanoplastiker verstanden wurden. Nicht dazu gehörten die Steindrucker, die Buchbinder und die Hilfsarbeiter. ,,Buchdrucker’’ nannten sich nicht nur die Gehilfen, sondern auch die Inhaber von Druckereien.

Die Gewerkschaft der Buchdruckergehilfen (von 1866 bis 1878 unter dem Namen „Deutscher Buchdruckerverband der Gehilfen”, während des Bismarck’schen Sozialistengesetzes von 1878 bis 1892 „Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker” und von da an bis 1933 „Verband der Deutschen Buchdrucker”) unterschied sich signifikant von den … [Buch kostenlos herunterladen ]

642 Seiten; ISBN 3-922027-82-2