22. Juli 2018

b.i.t.online   3 / 2016
Fachbeiträge

Bibliotheken im Markt: Marketing als Muss frei

Mit Instrumenten des Marketings zu neuen Services für Studierende und Wissenschaftler

Oliver Renn
Jahrhundertelang hatten wissenschaftliche Bibliotheken ein Alleinstellungsmerkmal, denn nur über sie war der Zugang zu Informationen und letztlich zu Wissen möglich. Dies traf weitgehend auch für öffentliche Bibliotheken zu, denn für breite Schichten der Bevölkerung war und ist der Aufbau einer Privatbibliothek nicht möglich. Wer Dienstleistungen von Bibliotheken in Anspruch nehmen wollte, wusste, wo diese zu finden waren. Marketing und vor allem Werbung – ersteres oft fälschlicherweise mit Werbung gleichgesetzt – war also nie nötig und deshalb auch nicht in der DNA von
Bibliothekaren verankert.
     Im Gegenteil, Werbung war eher verpönt und Bibliothekare verhielten sich wie Berufsgruppen, denen Werbung verboten war und auch heute nur eingeschränkt erlaubt ist – wie Ärzte, Steuerberater oder Apotheker. Hinzu kommt, dass wissenschaftliche Bibliotheken traditionell auf Bewahren ausgerichtet sind und dazu bedarf es Verboten und Regeln – die Werbung entgegenstehen. Dieses bewahrende Schützen, welches auf Kunden ablehnend wirken kann, findet sich bei Vorstellungen von Bibliotheksservices noch immer oft.

Was bringt die „Nächste Generation”? frei

Der Einsatz des Unified Resource Management Systems Alma an der UB Mannheim

Christian Hänger, Bettina Kaldenberg, Annette Klein und Angela Leichtweiß
Die bibliothekarische IT-Welt der 90er Jahre sieht Server vor, die in den Rechnerräumen der jeweiligen Einrichtungen stehen und über Desktop­Clients mit Inhalten gefüllt werden. IT-Spezialisten installieren neue Programmversionen auf den Servern, deren Betriebssystem ständig gewartet wird und die im Abstand von fünf Jahren erneuert werden. Systembibliothekare und Systembibliothekarinnen konfigurieren das System über
eine Unix-Oberfläche und führen mittels SQL Statistikabfragen durch. Eine Vielzahl von selbst entwickelten Programmen ist um die Bibliothekssoftware gruppiert und mit ihr verschränkt, um Daten zu exportieren, zu importieren oder zu manipulieren. Diese Eigenentwicklungen führen dazu, dass der Aufwand bei der Einführung einer neuen Programmversion exponentiell steigt.