21. April 2018

b.i.t.online   5 / 2016
Reportagen

Politisches Lobbying will gelernt sein  frei

BIS-Kongress zum Thema „Bibliotheken und Politik”

Richard Lehner
Wer sich zu stark auf die Politik verlässt, kommt nur bedingt zum Ziel. Dies wurde Anfang September beim BIS-Kongress im schweizerischen Luzern deutlich.
Der Kongress der Bibliothek Information Schweiz BIS stand in diesem Jahr unter dem Leitthema „Bibliotheken und Politik”.

Der Schritt zurück als Schritt nach vorn –
Macht der Siegeszug des Open Access Bibliotheken arbeitslos?  frei

WissKom2016

Edith Reschke
Das Thema Open Access hat seit der Herausgabe des White Papers der Max Planck Digital Library auf allen Ebenen beträchtlich an Fahrt gewonnen und so ist es nur folgerichtig, dass sich die WissKom für dieses Thema entschieden hat. Vom 14. bis 16. Juni 2016 fand die nunmehr 7. WissKom statt. Die Zentralbibliothek des Forschungszentrum Jülich hatte eingeladen.
Die 150 Teilnehmer und acht Aussteller kamen aus Großbritannien, Österreich, der Schweiz und aus Deutschland. Der Proceedingsband wurde allen Teilnehmern mit den Tagungsunterlagen per USB-Stick zur Verfügung gestellt; er ist Open Access ebenso verfügbar wie die einzelnen Präsentationen.

Wo bleibt der Handel, wenn alles „Open” wird?  frei

Die Jahrestagung 2016 der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Sortiments- und Fachbuchhandlungen thematisierte
mit ihrem Eröffnungspodium die Auswirkungen von „Open Access, Open Source, Open Science und Open whatever”

Vera Münch
„Wenn die Autoren direkt zu den Konsumenten gehen, dann werden wir aus unserer klassischen Vermittlerroller herausgeschnitten. Alle drei Mittelsmänner, die Verlage, die Händler und die Bibliotheken sind weg”, zeichnete Cary Bruce ein düsteres Zukunftsszenario. Zur Gegenwart erklärte der Geschäftsführer des Vermittlungs- und Servicedienstleisters Ebsco, für die Händler finde „Open” derzeit auf drei Seiten statt: Open Source fordere von ihnen die offene Interaktion mit anderen Systemen, Open Access (OA) bedeute Closed Access, weil sie, wie beschrieben, aus der Wertschöpfungskette geschnitten sind. Gleichzeitig biete „Open” ihnen potenziell neue Möglichkeiten. Aber, brachte er die Situation auf den Punkt: „Das klassische Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.” Dr. Sven Fund, mit der Fullstopp Gmbh – Society for Digitality als Berater und Start-Up-Investor in der Wissensvermittlung tätig,
machte das nächste Fass auf, indem er warnte: „Wenn sich die etablierten Unternehmen nicht bewegen kommen neue Player.” Diese Statements gleich zu Beginn der Veranstaltung ließen keine Zweifel daran, dass die nächsten zwei Stunden spannend würden. Was folgte, war ein atemberaubender Parforceritt über den Chaos-Parcour der ungelösten Fragen zur Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens auf „Open whatever”. Mit Cary Bruce und Sven Fund diskutierten auf dem Podium Dr. Xenia van Edig, beim Open Access-Verlag Copernicus in Göttingen zuständig für Geschäftsentwicklung und Dirk Pieper, stellvertretender Leiter der Universitätsbibliothek Bielefeld. Durch das Gespräch führte Prof. Dr. Alexander Grossmann, HTWK Leipzig, ein bekennender Befürworter von Open Access und mit seinem Engagement beim Wissenschaftsportal ScienceOpen einer der Vorreiter beim Umbau.