17. Juli 2018

b.i.t.online   6 / 2017
Reportagen

Im Daten-Goldrausch

Blitzlichter von der Frankfurter Buchmesse 2017

Vera Münch
Die Verlage (und mit ihnen neue Mitspieler) haben die Datenschätze in Büchern, Zeitschriften, Datensammlungen, Katalogen, Wissenschafts- und Publikationsnetzwerken entdeckt. Innovative Mehrfachverwertung steht ganz oben auf der Managementagenda, sowohl bei den naturwissenschaftlichen, als auch bei den geisteswissenschaftlichen Verlagen.
    Daneben gehen sie ihrem klassischen Geschäft nach und verlegen Open Access (OA), wann immer es gewünscht wird. Wissenschaftliche Publikationen, so das hehre und hinlänglich bekannte Ziel, sollen auf der Schreib-Seite bezahlt und auf der Lese-Seite frei verfügbar sein. (Frei für wen, genauer, für welche Länder, diese Überlegung flammt gerade auf.)
    Das Bezahlen des Verlegens durch Article Processing Charges (APCc), Einzel-, Instituts- und Pauschallizenzen, beschäftigt Wissenschaftsverlage und Universitätsbibliotheken schon, seit die Fachgesellschaften und Forschungsförderer zum Feldzug in
Richtung OA aufgebrochen sind. Nun werden auch die Nationallizenzen greifbar.
    Die ersten DEAL-Vorverträge sind abgeschlossen, was Dr. Bernhard Mittermeier, Leiter der Bibliothek des Forschungszentrums Jülich als „World News” auf dem b.i.t.Podium verkünden durfte.
    Auch hybride Geschäftsmodelle werden von den Verlagen wieder in die Diskussion gebracht. Alle Ansätze, APC, hybrid, und pauschal wollen sie mit den Bibliotheken weiterentwickeln, vorzugsweise im Direktvertrieb.
    Verlage wie Bibliotheken müssen außerdem viel näher an die Leser herankommen, forderten und empfahlen Fachleute auf der Buchmesse 2017.
    Wie es geht, machen die Selfpublisher vor. Die im Selbstverlag veröffentlichenden Autoren tauschen sich über Social Media, Social Reading-Plattformen und Direktnachrichten intensiv mit ihren Lesern aus.

b.i.t.online Sofa 2017 auf der Frankfurter Buchmesse

Martina Kuth und Vera Münch
An den Fachbesuchertagen der Frankfurter Buchmesse organisiert b.i.t.online mit seinen Schwesterzeitschriften Library Essentials und fachbuchjournal traditionell Podien zu Themen, die Verlagen, Bibliotheken und dem Buchhandel auf den Nägeln brennen. Fachleute aus dem Verlagsmanagement, dem Bibliotheksmanagement und dem Buchhandel tauschen auf der Scientific & Professional Information Stage in Halle 4.2 ihre Standpunkte öffentlich aus, stellen sich Fragen des Moderators und des Auditoriums. Die Veranstaltungen finden jeweils von 12.00 bis 13.00 Uhr statt.
    „Verlegen in Zeiten der Transformation des Publikationswesens” stand am Buchmesse-Mittwoch auf dem Programm. Am Donnerstag hieß es: „Kalter Krieg oder sanfte Annäherung? DEAL – ein Jahr danach”.
Am Freitag ging es unter der Überschrift „eBook-Lizenzmodelle in Öffentlichen Bibliotheken” um die großen Probleme beim Verleihen digitaler Medien.
    Das Interesse der Branche an der öffentlichen Erörterung dieser Themen aus Sicht aller Beteiligten spiegelte sich im Besucherandrang. War der Mittwoch schon weit über die verfügbaren Sitzplätze hinaus besucht, sprengte die am Donnerstag diskutierte Frage das Platzkontingent des Zuschauerraumes und auch am Freitag mussten zahlreiche Besucherinnen und Besucher wiederum die komplette Veranstaltung stehend verfolgen.
    Wir haben für Sie die spannenden Diskussionen auf den folgenden Seiten zusammengefasst. Auf der Webseite von b.i.t.online finden Sie Videoaufzeichnungen der Podiumsrunden vom Mittwoch, 11.10.2017 und Donnerstag, 12.10.2017.

Die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens

Das GeSIG Scientific Publishing Forum 2017

Susanne Göttker
Am 26. September 2017 fand in Jena an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) die von der GeSIG (German Serials Interest Group) ausgerichtete Fachtagung zum Thema „Zukunft des
wissenschaftlichen Publizierens” statt. Dr. Steffen Wawra, Direktor der Universitätsbibliothek Passau und Mitglied des Beirats der GeSIG stellte dem Publikum den gemeinnützigen Verein vor.

Bibliotheken. Solidarität. Gesellschaft.

Der 83. IFLA-Weltbibliothekskongress in Breslau: Ein Stipendiatenbericht

Simone Waidmann, Sonja Rosenberger, Julia Boltze
Alljährlich lädt die IFLA an wechselnden Austragungsorten zum World Library and Information Congress ein, der einerseits Generalkonferenz der IFLA, andererseits aber auch das größte Austauschforum für BibliothekarInnen aus aller Welt ist.
In zahlreichen inhaltlichen Sitzungen, die von den Sektionen der IFLA getragen werden, wird die gesamte Bandbreite bibliothekarischer Arbeit diskutiert – von Leseförderung bis Big Data, von Katalogisierung bis zu Green Libraries.