22. Juli 2018
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Die Badischen Landtagsprotokolle digital

Landtagspräsident Guido Wolf MdL schaltet den elektronischen Zugang frei

Als Beitrag zum Jubiläum des Landes Baden-Württemberg 2012 digitalisiert die Badische Landesbibliothek die Protokolle des Badischen Landtags aus den Jahren 1819-1933, also von den Anfängen bis zum Ende des freien Parlamentarismus. Die mehr als 600 Bände – einschließlich aller Beilagen und Register ca. 300.000 Seiten – werden schrittweise ins Netz gestellt. Damit wird ein Kernstück der besonders fortschrittlichen badischen Parlamentsgeschichte weltweit zugänglich gemacht.

Den Auftakt bilden die besonders stark frequentierten Jahrgänge aus der Zeit des Kaiserreichs, des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik. Herr Landtagspräsident Guido Wolf MdL hat im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 14. Juni 2012, die Jahrgänge 1890-1933 freigeschaltet. Er kommentierte die Freischaltung mit den Worten: „Durch das Projekt dokumentieren Sie wieder einmal eindrucksvoll Ihre herausragende Fachkompetenz, Ihre immer vorwärtsstrebende Leidenschaft fürs eigene Metier, Ihre Kundenorientierung. Und: Sie setzen ein politisches Zeichen!“ Durch die niedrigschwellige und weltweite Verfügbarkeit der Landtagsprotokolle bestärke die Badische Landesbibliothek die demokratische politische Bildung: „Je leichter man sich mit der badischen Verfassungs- und Parlamentsgeschichte direkt und aus erster Hand, also ohne Abstriche vom akademischen „Reinheitsgebot” beschäftigen kann und je mehr Menschen – Wissenschaftler, Studenten, Schüler, auch Politiker und Publizisten – das tun, desto besser ist es für unsere repräsentative Demokratie.“

Finanziert wurde die Digitalisierung aus Sondermitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Für viele Fragen der badischen Geschichte sind die Protokolle des Badischen Landtags eine herausragende und unverzichtbare Quelle. Entsprechend häufig werden sie von Historikern und anderen Interessierten benutzt. Sie künftig raum- und zeitunabhängig zur Verfügung zu stellen, war daher ein besonders Anliegen der Direktorin der Badischen Landesbibliothek, Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen.

1819 trat die Badische Ständeversammlung des Großherzogtums Baden zum ersten Mal in Karlsruhe zusammen. Die Zweite Kammer der Ständeversammlung war 1848/49 Vorbild für das erste gesamtdeutsche Parlament, die Frankfurter Nationalversammlung; somit beeinflusste Baden die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland maßgeblich. Noch im Eröffnungsjahr veröffentlichten beide Kammern die Mitschriften ihrer Verhandlungen in ortsansässigen Verlagen.

Im Zeitraum 1890-1933 haben mehr als 500 Abgeordnete rund 27.000 Reden gehalten, die in den Protokollbänden anfangs in zusammengefasster Form, ab 1919 im Wortlaut abgedruckt wurden und im digitalen Angebot der Badischen Landesbibliothek alle einzeln erschlossen sind. Dazu hat die Landesbibliothek ein Sprecherregister erarbeitet, das zusätzlich biographische Informationen zu sämtlichen Landtagsabgeordneten umfasst, die im Parlament gesprochen haben. Welche Themen von den Abgeordneten behandelt wurden, lässt sich ebenfalls recherchieren.

Das neue Angebot ist seit dem 14. Juni 2012 über die Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek zu finden: http://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/nav/classification/792873


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