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Ausgabe 5 / 2021

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"FAIRöffentlichen" soll Pseudoverlagen das Handwerk legen

Immer wieder fallen unerfahrene Autoren auf unseriöse Druckkostenzuschuss-Verlage herein. Um der Abzocke einen Riegel vorzuschieben, hat das Münsteraner Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, das neben dem klassischen Verlagsgeschäft auch umfassende Publikationsdienstleistungen anbietet, das Zertifikat "FAIRöffentlichen" ins Leben gerufen. Über die Vergabe des Qualitätssiegels wird eine breit aufgestellte Prüfkommission wachen.

Damit Autoren die schwarzen Schafe der Branche auf Anhieb erkennen und transparent über die Leistungen seriöser Publikationsdienstleister aufgeklärt werden, hat Monsenstein und Vannerdat das Qualitätssiegel "FAIRöffentlichen" aus der Taufe gehoben. Das Ziel: Teilnehmende Unternehmen verständigen und verpflichten sich auf Standards hinsichtlich der Autorenrechte, der Aufklärung rund um ihre Angebote sowie der Nachhaltigkeit und Fairness. Eine Prüfkommission aus Branchenexperten soll das Siegel vergeben und gegebenenfalls auch wieder entziehen. Gespräche zur Zusammensetzung dieser Kommission laufen derzeit.

Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Publikationsdienstleister eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen. Darin versichern sie unter anderem,

  • den Autoren seriöse Einschätzungen zu den Verkaufserwartungen zu geben
  • die Kosten bei Projektbeginn im Detail anzugeben, zu erläutern und transparent darzustellen
  • Honorare und Tantiemen ab dem ersten verkauften Exemplar gutzuschreiben
  • eine eindeutige Rechteübertragung und Rechteverwertung sicherzustellen
  • möglichst klimaschonend zu produzieren und weitestgehend ökologisch sinnvolle Produktmaterialien zu verwenden.

Die Einhaltung der Erklärung wird in regelmäßigen Abständen von der Prüfkommission untersucht.

Mit dem neuen Siegel möchte Monsenstein und Vannerdat den unseriösen Pseudoverlagen und der so genannten "Vanity Press" das Handwerk legen. Deren Masche ist immer dieselbe: Sie locken Autoren mit umfangreichen Leistungen und stellen eine glänzende Karriere in Aussicht. Im Kleingedruckten verlangen sie dafür nicht nur die Überschreibung der Autorenrechte, sondern auch eine Beteiligung an den Druckkosten – bis hin zur kompletten Kostenübernahme. Und die versprochenen Leistungen und Verkaufszahlen lassen auf sich warten. Denn gerade mit vorgegaukeltem Erfolg ködert man den Autor. Mit solchen Tricks stellen die Pseudoverlage das Prinzip der Branche ganz ungeniert auf den Kopf: Das verlagsunternehmerische Risiko wird allein den Autoren aufgebürdet. Weil sie dabei juristisch wasserdicht vorgehen, ist ihnen rechtlich nicht beizukommen.

"Diese unerträgliche Abzocke muss gestoppt werden", sagt Johannes Monse, Mitbegründer und Geschäftsführer von Monsenstein und Vannerdat in Münster. "Natürlich gibt es gerade im Wissenschaftsbereich auch seriöse Zuschussverlage. Aber die meisten Druckkostenzuschuss-Verlage sind Pseudoverlage und haben nur eines im Sinn: den Autoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Damit ist es künftig vorbei. Sehen Interessenten das FAIRöffentlichen-Siegel, können sie sicher sein, dass sie es mit einem seriösen Publikationsdienstleister zu tun haben."

www.mv-verlag.de