20. Januar 2018
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Kooperatives DFG-Digitalisierungsprojekt
rheinland-pfälzischer Bibliotheken

Die Digitalisierung aller im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts und ausgewählter Drucke des 18. Jahrhunderts aus dem Bestand rheinland-pfälzischer Bibliotheken, das war die Aufgabe des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projektes, der sich acht Einrichtungen unter der Federführung der Universitätsbibliothek Trier stellten.

Die in Frage kommenden Drucke sollten nicht bereits im Rahmen von Digitalisierungsprojekten der Bayerischen Staatsbibliothek München, der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel und der Universitäts- und Landesbibliothek Halle digitalisiert worden oder dort zur Digitalisierung vorgesehen sein.

Beteiligt an dieser stark kooperativ geprägten Herausforderung waren die Stadtbibliotheken Koblenz, Trier und Worms, die Bibliothek des Priesterseminars Trier, das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) mit seinen drei Bibliotheken Bibliotheca Bipontina Zweibrücken, Pfälzische Landesbibliothek Speyer und Rheinische Landesbibliothek Koblenz sowie die Universitätsbibliothek Trier.

Zu Beginn des Jahres 2010 kam erfreulicherweise der positive Bescheid der DFG. Nun begann die Phase der Abstimmung zwischen den Projektteilnehmern für dieses anspruchsvolle gemeinsame Vorhaben. Technische, organisatorische und bibliotheksfachliche Fragen wurden ebenso wie personelle Anforderungen geklärt. Nicht wenige der in Frage kommenden Drucke waren bislang noch nicht oder nur mit unzureichenden Angaben in elektronischen Katalogen nachgewiesen. Dies nachzuholen war nur ein wichtiger Punkt im Projekt-Vorfeld.

Sehr hilfreich für die Durchführung des Digitalisierungsprojektes war die seit 2007 vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der semantics GmbH entwickelte und gepflegte Plattform dilibri, die für die Umsetzung der DFG-Anforderungen (z.B. Nutzung des DFG-Viewers) problemlos erweitert werden konnte.

Da nicht alle Bibliotheken über die notwendige technische Infrastruktur verfügten, wurde das Scannen und Bearbeiten der Dateien vornehmlich in der Universitätsbibliothek Trier und den beiden Standorten Speyer und Koblenz des Landesbibliothekszentrums vorgenommen.

Das im August 2010 offiziell gestartete Projekt konnte pünktlich zwei Jahre später beendet werden. In diesem Zeitraum wurden knapp 2.300 Werke mit mehr als 400.000 Einzelscans für die interessierte Öffentlichkeit und für die Wissenschaft kostenfrei ins dilibri-Angebot aufgenommen. Auf das 16. Jahrhundert entfallen davon ca. 750 Werke, auf das 17. Jahrhundert 1.000 Werke und 450 Werke stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Beispielhaft erwähnt seien das farbenfrohe Turnierbuch von Georg Rüxner, mehrere schön ausgestattete Messbücher (z.B. das Missale Trevirense), opulent bebilderte Kräuterbücher oder mehrere Ausgaben der „Chronica Der Freyen Reichs-Statt Speyer“ sowie mehr als 80 Luther-Drucke.

Nicht nur für die Wissenschaft interessant ist, dass teilweise bislang unerschlossene Werke des 16., 17. und 18. Jahrhunderts nun auf einfachem Wege der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des beschriebenen DFG-Projektes kann sich das 2008 gestartete Digitalisierungsportal dilibri in seiner bisherigen Arbeit bestätigt fühlen. Aktuell sind in dilibri mehr als 4.400 Objekte von der Einblatt-Karte bis zur 17bändigen Zeitschrift mit etwa 720.000 gescannten Seiten einzusehen.

Neben den beliebten Adressbüchern wird auf die Karten und die Illustrationswerke sowie die landesgeschichtliche Literatur gerne zugegriffen.

Durch die Nutzung vorhandener Schnittstellen werden die dilibri-Metadaten nicht nur in die Kataloge der beteiligten Verbünde sowie in die lokalen Kataloge, sondern auch in verschiedene einschlägige Suchportale verteilt. So kann man die dilibri-Objekte über die europeana oder mit Hilfe des Zentralen Verzeichnisses Digitalisierter Drucke (ZVDD) finden.

dilibri bleibt trotz der Arbeiten für das beschriebene DFG-Projekt „die digitalisierte Sammlung von landeskundlichen Werke zu Rheinland-Pfalz sowie von Beständen aus rheinland-pfälzischen Bibliotheken“. Allerdings wird die Aufgabe „Digitalisierung landeskundlicher Werke“ nun wieder stärker im Fokus stehen.


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