17. Oktober 2018
  NEWS

Coverbilder in Bibliothekskatalogen sind unverzichtbar

Die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB) gestattet künftig allen Bibliotheken die kostenlose Nutzung ihrer Datenbank mit Buchcovern zur Anreicherung der Bibliothekskataloge. Die MVB ist die Wirtschaftstochter des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und unter anderem Betreiberin der beiden Verkaufsplattformen Libreka! und buchhandel.de. Eine vergleichbar umfangreiche Datenbank mit aktuellen Coverbildern bietet bisher nur Amazon. Ähnlich wie bei Amazon muss für die Nutzung durch die Bibliothek auf das Verkaufsangebot von buchhandel.de verlinkt werden. Anders als bei Amazon sind bei Buchhandel.de auch zahlreiche kleinere Buchhändler vertreten. Auf Basis der Postleitzahl werden lokale Buchhandlungen in der Nähe angeboten.

"Wir freuen uns, dass die Bibliotheken jetzt mehr Auswahl haben" erklärte heute Monika Ziller, die Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). Vor zwei Wochen hatte der Germanist Roland Reuß in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisch bemerkt, dass die Universitätsbibliothek Heidelberg von den Bildern der Buchcover im Bibliothekskatalog auf die Verkaufsplattform Amazon verlinkt. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von großen und kleinen Bibliotheken in Deutschland, die ähnlich verfahren. Dies hat zu einigen kritischen Nachfragen insbesondere des örtlichen Buchhandels geführt. "Das Problem, das wir hatten, ist, dass Amazon mit seiner sehr umfangreichen Datenbank an aktuellen Buchcovern einmalig attraktiv ist. Ein 'Preis' der dafür von den Bibliotheken gezahlt wurde ist die – meist hinter dem Bild versteckte – Verlinkung auf Amazon. Mit dem Angebot von buchhandel.de gibt es jetzt eine weitere Möglichkeit neben Amazon" erläutert Monika Ziller. "Buchcover sind heute aus den Katalogen gar nicht mehr wegzudenken. Unsere Besucherinnen und Besucher sind es aus dem Internet gewöhnt, zu dem 'Produkt' auch ein Bild zu sehen. Eine Bibliothek, die das nicht bringt, wirkt altbacken und unzeitgemäß."

Die von Roland Reuß implizit geäußerte Kritik, Bibliotheken wollten einseitig Amazon fördern, ist aus Sicht des Deutschen Bibliotheksverbands abwegig. Im Gegenteil: "Bibliotheken zählen zu den besten Kunden gerade des örtlichen Buchhandels" betont Monika Ziller. "Wegen der Buchpreisbindung haben wir gar kein Interesse daran, anders als lokal zu kaufen. Amazon bietet da keinen Mehrwert gegenüber dem Buchhändler vor Ort. Es ist aber eine bedauerliche Tatsache, dass der Buchhändler vor Ort keine umfangreiche Coverdatenbank hat, auf die wir verlinken könnten."

www.bibliotheksverband.de


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