19. Januar 2018
  NEWS

DGI-Konferenz 2014:
Computerwissen braucht gewachsene professionelle Urteilsfähigkeit

Auf der 3. DGI-Konferenz vom 8. bis 9. Mai 2014 geht es in Frankfurt am Main um Wissensgenerierung und Informationsqualität. Mehr und mehr Informationen werden nicht mehr intellektuell oder durch exakte wissenschaftliche Methoden erarbeitet, sondern aus anfallenden Daten automatisiert generiert. Informationsfachleute in Bibliotheken und Unternehmen müssen sich mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen und Methoden entwickeln, um die Qualität des so erzeugten Computerwissens zu beurteilen.

Auf der 66. Jahrestagung der DGI treffen sich die Informationsfachleute, diesmal im Herzen der Frankfurter Altstadt, um Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten und pragmatische Lösungen aus der Praxis vorzustellen und zu erörtern.

Durch die offene Welt des World Wide Web erlebt der Aspekt der Kundenorientierung eine Renaissance. Sowohl das gestiegene Know-how in Sachen Architektur von Informationssystemen als auch die vorhandenen Infrastrukturen ermöglichen es, sehr benutzerfreundliche und für die eigene Institution spezifische Lösungen zu erarbeiten und dabei die Zielgruppen in die Entwicklungsprozesse einzubinden. Das zeigen sowohl Vertreter aus Forschungsinstituten als auch aus der Industrie, etwa am Beispiel der Konzeption einer Architektur für eine flexible Suche und Informationsvernetzung in der Fahrzeugentwicklung. Graphische Darstellungen und Visualisierungen komplexer Zusammenhänge spielen eine wachsende Rolle und können die Recherche und die Beurteilung von Retrievalergebnissen erleichtern. Dies wird am Beispiel einer Ontologie-Visualisierung zur intuitiven Abfrage von Projekten aus der Energieforschung demonstriert.

Ferner wird der Informationsaustausch in einem selbst organisierten Onlineportal inhaltlich analysiert und dargestellt, für welche berufsbezogenen Informationsbedarfe und Nutzungsweisen diese Art eines kollaborativ organisierten webbasierten Informationsangebotes mit speziellen Suchmöglichkeiten mit Gewinn genutzt werden kann.

Daneben werden u.a. auch die Ergebnisse empirischer Untersuchungen zur Nutzung von Fachdatenbanken und Suchmaschinen sowie des Austauschs von Kurzmitteilungen in großen städtischen Regionen auf der ganzen Welt vorgestellt.

Einen großen Bogen von der Dokumentation zum organisationalen WissensPerformanceSystem spannen Gäste aus der Landesverteidigungsakademie Österreichs und zeigen, dass es eines sehr langen Atems bedarf, um die Dokumentation als wesentliches Element in einem Unternehmen zukunftsfähig zu verankern.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden indikatorenbasierten Beobachtung und Bewertung von Forschungsaktivitäten werden die gegenseitigen Abhängigkeiten von Indikatorenbildung, der Beschaffenheit von Datengrundlagen und den Charakteristika des jeweiligen Untersuchungsgegenstands am Beispiel eines Forschungsmonitoring der Bildungsforschung aufgezeigt und die damit einhergehenden Gefahren für Fehlschlüsse in heterogenen Gegenstandsbereichen erörtert.

Enterprise 2.0 ist ein Schlagwort, das die durch das Social Web entstandenen neuen Anforderungen an das Wissensmanagement in Bibliotheken und Informationseinrichtungen kennzeichnet. Gezeigt wird, dass diese Entwicklung über die rein technische Einführung von Social-Web-Tools in Bibliotheken und Informationseinrichtungen weit hinaus geht und eine weitreichende, soziotechnische und soziokulturelle Innovation und Veränderung darstellt.

Eine gesonderte Sitzung mit Kurzvorträgen bietet einen konzentrierten Einblick in Techniken der automatisierten Inhaltserschließung, der Erzeugung von Ontologien und der Extraktion von Terminologien mit semantischen Methoden. Marc Rittberger moderiert die Podiumsdiskussion „Informationsqualität und Information Professionals“, an der sich u.a. die beiden Keynote-Sprecher Andreas Blumauer und der designierte DGI-Präsident Reinhold Karger sowie Andreas Stuike-Brill beteiligen.

Das gesamte Konferenzprogramm sowie die Anmeldung sind auf der Website der DGI unter www.dgi-info.de verfügbar.


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