16. November 2018
  NEWS

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt
kostbaren Sammelatlas des 16. Jahrhunderts

Mit großzügiger Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder und weitere Förderer, hierunter die Giesecke & Devrient Stiftung, konnte die Bayerische Staatsbibliothek für rund 1,4 Mio Euro einen kostenbaren Sammelatlas aus Privatbesitz erwerben. Dieser so genannte „Lafreri-Atlas“ enthält 191 Karten von den namhaftesten italienischen Kartenstechern, vor allem aus dem Haus Bertelli. Durch den Ankauf wurden die Zerlegung und der Einzelverkauf verhindert.

Antonio Lafreri (1512-1577) war ein italienischer Verleger und Kartenhändler, der erstmals Atlanten in einem einheitlichen Format herausgab. Im Gegensatz zu neueren Verlagsatlanten sind solche Sammelatlanten fast durchweg Unikate, da die Zusammenstellung der enthaltenen Karten von verschiedenen Stechern jeweils einmalig ist. Der nun erworbene Atlas enthält 191 Einzelkarten aus den Jahren 1545 bis 1571, die von hoher wissenschaftlicher Qualität und zudem selten und wertvoll sind. 25 Karten sind bislang noch unbekannt, 15 gelten als Höhepunkte der Kartographie.

Das Kartenwerk beinhaltet die erste gedruckte großmaßstäbige Karte Südamerikas und die erste Karte Nordamerikas, die erstmals auch die Nordwestpassage zeigt.

Auch ein Vogelschaubild Roms, das einzige nachweisbare Werk des Stechers Leon Pitor, sowie drei Karten von Oratio Bertelli zählen zu den bereits angesprochenen Höhepunkten des Werks. Zwei Vogelschaubilder von Augsburg und eine Ansicht von München lassen zu dem Schluss kommen, dass der Atlas ursprünglich für einen Besitzer aus dem süddeutschen Raum zusammengestellt wurde. Das Werk hat keine Titelseite und keinen zeitgenössischen Einband. Der vorliegende Einband stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Atlas mit „alter“ Blattzählung neu gebunden und durch diverse Faltkarten erweitert.

„Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Ankauf des so genannten Lafreri-Atlas, der einmal mehr die weltweite Bedeutung der Sammlung an gedruckten Karten des 16. Jahrhunderts der Bayerischen Staatsbibliothek unterstreicht. Zu großem Dank verpflichtet sind wir der Kulturstiftung der Länder und mehreren anderen Förderern, ohne deren großzügiges finanzielles Engagement der Erwerb des herausragenden Atlantenwerks nicht möglich gewesen wäre“, betont Generaldirektor Rolf Griebel.

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert die kostbare Neuerwerbung in ihrer Schatzkammer:

7. bis 29. August 2014, Montag bis Freitag jeweils 10 bis 17 Uhr (15. August 2014 geschlossen)

Ergänzend zum Sammelatlas werden Highlights aus dem Altkartenbestand der Bibliothek gezeigt. Besonders hingewiesen sei hier auf die Atlanten von Ortelius und Mercator sowie auf die „Carta Marina“ von Olaus Magnus, von der weltweit nur ein weiteres Exemplar existiert.

www.bsb-muenchen.de


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