20. April 2018
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25 Jahre Sammlung Deutscher Drucke

„Es gibt immer noch ein Buch”. Ausstellung in der Bayerischen Staatsbibliothek

Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum 2014 präsentiert die Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) von 18. September bis 7. November 2014 in der Schatzkammer der Bayerischen Staatsbibliothek eine Ausstellung mit dem Titel „Es gibt immer noch ein Buch – Bücher von 1450 bis heute zum 25-jährigen Jubiläum der Sammlung Deutscher Drucke”. Gezeigt wird eine repräsentative Auswahl von Erwerbungen der AG SDD, die ungewöhnliche Blickpunkte auf ihr vielschichtiges Sammelspektrum erlaubt.

Gegründet 1989, noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands, und mit der großzügigen Unterstützung durch die VolkswagenStiftung für die ersten fünf Jahre, bildet die AG SDD eine Erwerbungskoordination in chronologisch verteilter Zuständigkeit für die gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums von 1450 bis heute. Ausgangspunkt für ihre Entstehung war das Fehlen einer zentralen Nationalbibliothek im föderalistisch geprägten Deutschland, in der die deutsche und deutschsprachige Buchproduktion in Gänze gesammelt wird. Die Deutsche Bücherei, die heutige Deutsche Nationalbibliothek, als Sammelstätte für das gesamte deutsche Schrifttum, entstand erst 1912. 1946 wurde die Deutsche Bibliothek gegründet, seit 1995 ist die Deutsche Nationalbibliothek auch Mitglied der AG SDD. Den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft hat derzeit die Bayerische Staatsbibliothek.

Auch im digitalen Zeitalter sammeln Bibliotheken immer noch Bücher, und die AG SDD hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher, die von 1450 bis heute im deutschen Sprachraum, in deutscher Sprache oder als relevant für Deutschland erschienen und bislang nicht vorhanden sind, also Lücken in der Sammlung des national relevanten Schrifttums, zu ergänzen, zu erschließen und zu bewahren.

So wurden bislang fast 200.000 Bände für über 25 Mio. Euro erworben.

Im Rahmen dieser Sammeltätigkeit betreut die Bayerische Staatsbibliothek München dabei das Zeitsegment 1450 bis 1600 (sowie Notendrucke bis 1800), die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel 1601 bis 1700, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen 1701 bis 1800, die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main 1801 bis 1870, die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz 1871 bis 1912 (sowie Landkarten und Zeitungen von 1801 bis 1912 und Notendrucke von 1801 bis 1945) und die Deutsche Nationalbibliothek den Zeitraum seit 1913.

Der Titel der Ausstellung, ein Zitat Andy Warhols in freier deutscher Übersetzung („There's always another book”) erlaubt je nach Betonung verschiedene Assoziationen und verweist auf die grundlegenden Aufgaben der Sammlung Deutscher Drucke, das Sammeln und Ergänzen der vorhandenen Bestände.

Präsentiert werden Bestände aus den o.g. sechs Bibliotheken, ein Querschnitt von 1450 bis heute, thematisch jenseits dessen liegend, was in wissenschaftlichen Bibliotheken für gewöhnlich erwartet wird. In insgesamt neun Vitrinen wird eine bunte Auswahl von Drucken gezeigt, die unter den Überschriften „Leben, Lieben, Sterben”, „Spiel, Spaß, Zeitvertreib”, „Kalender” und „Musik” präsentiert werden.

Generaldirektor Rolf Griebel: „Wir präsentieren in der Ausstellung neben Kuriosa, Ephemera oder nicht-kanonischen Werken auch Gebrauchsliteratur, Alltagstexte und Gelegenheitsschriften sowie Literatur aus entlegenen Randgebieten. Diese Werke sind nicht nur selten, bisweilen gar unikal, sie vermitteln auch ein bestimmtes Bild der Kultur ihrer Zeit – ein buntes Kaleidoskop der Fülle des Lebens und der Alltagskultur von Beginn des Buchdrucks bis ins 21. Jahrhundert.”

Die jahrhundertealte Tradition des Büchersammelns präsentiert sich hier als kein bisschen verstaubt. „Es gibt immer noch ein Buch”: Der Besucher ist eingeladen, sich auf einen Spaziergang durch die Alltagskultur seit der Erfindung des Buchdrucks zu begeben. Eine virtuelle Ausstellung auf der Homepage der Sammlung Deutscher Drucke mit weiteren Informationen zu den ausgestellten Werken fördert nicht nur das Interesse der Forschung, sondern ermöglicht es auch in größerer Publikumswirksamkeit, die eigene Kultur in ihrer Fülle und Breitenwirkung zu dokumentieren.

www.ag-sdd.de
www.bsb-muenchen.de

Eintritt frei

Ort
Bayerische Staatsbibliothek, Schatzkammer (1. Stock) Ludwigstraße 16, 80539 München
U3/6, Bus 154, Haltestelle Universität, Bus 100, Haltestelle Von-der-Tann-Straße

Öffnungszeiten
18.9. – 7.11.2014, Montag bis Freitag 10 - 17 Uhr An Feiertagen geschlossen


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