23. Juli 2018
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Tagung zu Datenschutz und Datenhoheit in Forschung und Lehre

Über 100 Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen, wie den Rechen- und Medienzentren sowie den Bibliotheken, diskutieren auf der 15. Jahrestagung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) vom 21. bis 22. Oktober an der Universität Bonn über Datenschutz, Datensicherheit und Datenhoheit in Forschung und Lehre.

"In der Wissenschaft wird Datenschutz vielfach noch als lästige Schranke wahrgenommen, wenn es um das Erheben, Sammeln und Verarbeiten von empirischen Daten oder um den Zugang zu Informationen geht", stellt Prof. Gudrun Oevel, die Vorsitzende von DINI, fest. Doch inzwischen haben die Enthüllungen von Edward Snowdon und die Diskussionen um das Sammeln privater Daten zur kommerziellen Nutzung von Big Data nicht nur die Politik und Gesellschaft, sondern auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen sensibilisiert. Für Gudrun Oevel, hauptberuflich Leiterin des Zentrums für Informations- und Medientechnologien an der Universität Paderborn, ist es denn mehr als ein Zufall, dass zeitgleich mit der Eröffnung der DINI-Jahrestagung in Bonn der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière auf dem Nationalen IT-Gipfel in Hamburg über "Transparenz, Sicherheit, Vertrauen" sprechen wird. Die Frage "Datenschutz und Datenhoheit - Need to Have or Nice to Have?" als Motto der Jahrestagung sei denn auch rhetorisch gestellt, so Gudrun Oevel.

In dem Hauptvortrag zu Beginn der Tagung stellt der Freiburger Informatiker und Rechenzentrumsleiter Prof. Gerhard Schneider fest, dass "in dem Maße, in dem die IT mit ihrer Internet-Technologie in das tägliche Leben Einzug hielt, auch die Auseinandersetzung mit existierenden, überholten, noch nicht vorhandenen und widersprüchlichen Regelungen des Alltagslebens begann". Davon betroffen seien Urheberrechtsansprüche und Persönlichkeitsrechte im Widerspruch zur freien Nutzung und Verfügbarkeit von Informationen. "Die Suche nach einer optimalen Balance der unterschiedlichen Ansprüche ist in vollem Gange. Nationale Eigenheiten werden dabei zwar hervorgehoben, haben aber im internationalen Kontext kaum eine Chance", so Prof. Schneider, der eine Gesamtstrategie auf Hochschul- oder gar gesetzgeberischer Ebene fordert, sie aber noch in weiter Ferne sieht.

Ausgewiesene Expertinnen und Experten diskutieren und präsentieren anschließend in drei Themenbereichen ihre Erfahrungen und Lösungen zu Datenschutz, Datensicherheit und Datenhoheit. Dabei werden auch die verschiedenen Anwendungen, so für das Bibliotheksmanagement in der Cloud, für eine nationale Bildungsinfrastruktur und für die Forschungsinformation, behandelt. Mit einer Podiumsdiskussion soll das Tagungsthema abschließend nochmals eingehend und kontrovers erörtert werden.

Die DINI-Jahrestagung wird vom Hochschulrechenzentrum der Universität Bonn ausgerichtet. Sie beginnt am 21. Oktober 2014 um 12:00 Uhr und endet am 22. Oktober 2014 um 16:00 Uhr. Tagungsort ist das Bonner Universitätsforum in der Heussallee 18-24 in 53113 Bonn.

DINI - Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V.
Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) ist der überregionale Zusammenschluss von Bibliotheken, Medienzentren und Rechenzentren an Hochschulen und Forschungseinrichtungen; ihr gehören auch wissenschaftliche Fachgesellschaften an. DINI ist Partner der Hochschulen bei der Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen.

Informationen zu DINI und zur Jahrestagung:
http://www.dini.de
http://www.dini.de/veranstaltungen/jahrestagungen/2014/



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