23. Juni 2018
  NEWS

Chancen und Fallstricke im Wettlauf um die
wissenschaftliche Kommunikation und das akademische Publizieren

Auf der internationalen Fachkonferenz < APE 2015 (Academic Publishing in Europe) am 20. und 21. Januar in Berlin erörtern Fachleute Perspektiven der wissenschaftlicher Kommunikation und Publikation im Umfeld von Digitalisierung, Web und Open Access, den Bestrebungen, die das Wissen der Wissenschaft für die ganze Welt frei zugänglich machen wollen. Die zum zehnten Mal stattfindende Konferenz gilt als Trendbarometer für den Strukturwandel im akademischen Publikationswesen.

Internet und Web 2.0-Technologien haben es Einrichtungen und Einzelpersonen einfach gemacht, wissenschaftliche Arbeiten selbst zu publizieren, sich mit anderen Forschenden und interessierten Laien auf der ganzen Welt zu vernetzen und mit allen direkt zu kommunizieren. Zusammen mit Open Access wirft die Entwicklung eine Vielzahl verlegerischer, wissenschaftlicher, politischer und volkswirtschaftlicher Fragen auf. Vertreterinnen und Vertreter etablierter Wissenschaftsverlage, von neu gegründeten Publikationsdienstleistern sowie Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Wissen-schaftsdisziplinen, Verbänden und Bibliotheken diskutieren auf der < APE 2015 Chancen, Herausforderungen und Fallstricke auf dem Weg zum volldigitalen Austausch wissenschaftlichen Wissens rund um die Welt sowie seiner grenzüberschreitenden kostenlosen Bereitstellung für alle Interessenten. Neben der großen ungelösten Frage, wie wissenschaftliches Wissens im Web vertrauenswürdig und nachhaltig organisiert werden kann, stehen aktuelle technischen Fragen der Datenaufbereitung, der Rechtesicherung und der Schaffung von Mehrwert durch verlegerische Dienstleistungen auf der Agenda. Zur Konferenz werden rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Länder erwartet, zum ersten Mal auch aus Japan und Korea. Sie findet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Berliner Gendarmenmarkt statt.

Zur Eröffnung sprechen die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf und der neu gewählte Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Professor Dr. Martin Grötschel Grußworte. Ihnen folgt Dr. Celina Ramjoué. Sie überbringt als Leiterin des Sektors „Open Access to Scientific Publications and Data“ in der Generaldirektion „Communications Networks, Content & Technology“ (CONNECT) der Europäischen Kommission die „Message from Brussels: Towards an Open Science Vision“. In der ersten von drei Keynotes, „Web 25: The Road Ahead“, wird Phil Archer, Activity Lead beim Webkonsortium W3C in Ipswich Pläne und Ideen des W3C für die Weiterentwicklung des Web bis hin zur ultimativen Vision eines einzigen weltums-pannenden Netzes, des „One Web“, erläutern. Peter M. Berkery, Jr., geschäftsführender Direktor der amerikanischen Fachgesellschaft der Universiätsverlage „The Association of American University Presses“, New York resümiert in der zweiten Keynote „The Changing Environment for University Presses“ die mittlerweile seit gut 40 Jahren von den Universitätsverlagen bemühten „Krisen“, die dennoch die Breite und Geschwindigkeit der Veränderungen, mit denen sie jetzt konfrontiert sind, nicht vorhersehen ließen. Kent Anderson, der von der Fachgesellschaft American Association for the Advancement of Science (AAAS) neu berufene Verlagsleiter von Science, Washington, spricht im dritten Hauptvortrag „Peer Review - A Publishers Value-Add? Or Essential to the Scientific Communication System?“ darüber, ob die wissenschaftliche Begutachtung von Publikationen durch Fachkolleginnen und -kollegen nur ein von Verlagen erbrachter Mehrwert oder essentiell für das wissenschaftliche Kommunikationssystem ist.

Professor Dr. Hans Uszkoreit, Professor für Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wird in der APE-Lecture „The Race for Structured Knowledge - Language Understanding for Extracting Knowledge from the Web“ auf den Wettlauf um strukturiertes Wissen eingehen und Sprachverstehen zur Extraktion von Wissen aus dem Web erklären. Er wird erläutern, wie man Wissen aus großen Datenmengen extrahieren kann, welche Herausforderungen auf dem Weg zur automatischen Wissensextraktion noch zu bewältigen sind und welche Ansätze die Wissenschaft zur Automatisierung verfolgt.

Im Konferenzblock „Dotcoms-to-watch: Sharing is Multiplying“ haben fünf junge Unternehmen (Start-Ups) die Chance, ihre neu entwickelten Angebote zum wissenschaftlichen Publizieren vorzustellen und mit dem Auditorium zu diskutieren. Die weiteren Fachvorträge der < APE 2015 behandeln tiefgehend Detailfragen zur professionellen Wissenorganisation der Zukunft.

Beendet wird die < APE 2015 mit dem „Closing Panel: The Communication of Scientific Results“ bei dem Expertinnen und Experten sich unter anderem darüber austauschen wollen, ob man alle Daten, die erzeugt werden, speichern und teilen soll, wie es sich manche Befürwortern der Open Science-Bewegung ausmalen, oder ob andere Wege vielleicht besser sind. Ebenfalls zur Diskussion stehen Qualitätskontrolle, Validierung und die Frage, wie man Daten so archviert, dass sie man sie wiederfindet, wenn man sie braucht, und dass sie dann auch unverfälscht wiedergegeben werden.

Das vollständige Programm, Anmeldeformulare und weitere Informationen sind auf der Konferenz-webseite der < APE 2014 bereitgestellt: http://www.ape2015.eu/

Am Tag vor der Hauptkonferenz, Montag, dem 19. Januar 2015, wird im NH Hotel Berlin Mitte ein Weiterbildungsprogramm angeboten, dass sich vor allem an den verlegerischen Nachwuchs richtet. Unter der Überschrift: "The Future of Academic Publishing: An Interactive Discussion on Developments in Scholarly Communication" wird die aktive Rolle thematisiert, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im digitalen Publikationsprozess zukommt. Die direkte Beteiligung und Einbindung des einzelnen Wissenschaftlers, der Wissenschaftlerin in den Publikationsprozess hat sowohl zu einer neuen Art der Betrachtung wissenschaftlicher Veröffentlichungen geführt, als auch eine große Anzahl neu gegründeter Unternehmen hervorgebracht, die neuartige Dienstleistungen rund um wissenschaftliches Publizieren anbieten. Im Rahmen der Fortbildung werden die neuen Rollen und Angebote vorgestellt und diskutiert.

Die < APE wurde im Jahr 2006 von Arnoud de Kemp, Verleger in der Akademischen Verlagsgesellschaft AKA, als Plattform für wissenschaftliche Kommunikation und das Publikationswesen initiiert und wird seitdem von ihm organisiert. Anfragen an

info@ape2015.eu


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