20. September 2018
  NEWS

„Coding da Vinci“ – erster deutscher Kultur-Hackathon geht in die zweite Runde

Zum zweiten Mal lädt die Deutsche Digitale Bibliothek gemeinsam mit ihren Partnern zum Kultur-Hackathon ein: dabei werden auf der Grundlage offener Daten von Museen, Bibliotheken oder Archiven in einem zehnwöchigen Wettbewerb mobile Apps, Spiele und Visualisierungen erdacht und geschaffen.

Unter dem Titel “Coding da Vinci“ treffen Programmierer, Designer und Gamesliebhaber mit Vertretern aus Kulturinstitutionen zusammen und entwickeln neue digitale Anwendungen, die später auch von den Kulturinstitutionen verwendet werden können. Nach 10-wöchiger Entwicklerzeit zeichnet eine Jury in einer öffentlichen Preisverleihung die Gewinner in fünf Kategorien aus.

Bereits in seiner ersten Auflage 2014 war der Wettbewerb ein großer Erfolg:

Für 150 Teilnehmer stellten 16 Kulturinstitutionen Bilder, Töne, Karten, Videos und Metadaten unter offener Lizenz zur uneingeschränkten Nutzung bereit. Daraus gingen 17 Anwendungen hervor – zum Beispiel “Alt-Berlin“, eine App, die die historische Entwicklung Berliner Architektur visualisiert, ein anderes Team baute aus Insektenscans interaktive Roboter, oder der „zzZwitscherwecker“, der erst dann aufhört zu „klingeln“, wenn der zwitschernde Vogel erkannt wird.

Das Konzept, zu zeigen, wie unterschiedlich offene Kulturdaten genutzt werden können und wie fruchtbar der Blick über die eigene Disziplin hinaus sein kann, hat sich bewährt und das immense Potenzial von Kulturdaten für digitale Anwendungen deutlich gezeigt. „Kultur und Digitales profitieren von einander.“, so Frank Frischmuth, Geschäftsführer der Deutschen Digitalen Bibliothek, schon 2014.

2015 hat sich die Zahl der teilnehmenden Kulturinstitutionen verdoppelt. Zu den 32 Datengebern gehören zum Beispiel das Stadtarchiv Speyer mit Fotografien aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, das Haus der Geschichte mit Bildern der Studentenrevolte 1967/68 oder das Deutsche Filminstitut mit den ersten deutschen Amateurfilmen von Julius Neubronner (1904). Die Bayerische Staatsbibliothek ist mit dem Gemeinsamen Verbundkatalog der wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns, Berlins und Brandenburgs und seinen insgesamt 22 Millionen Metadaten dabei, während die Berlinische Galerie zwei Sammlungen bereitstellt: eine der Berliner Secession, die andere mit dadaistischen Briefkorrespondenzen. Man darf gespannt sein, was die Hacker, Gamer und Designer dieses Mal alles vorhaben!

Coding da Vinci – Kultur-Hackathon
Sonnabend, 25. April 2015, 10:30–20:00 Uhr und Sonntag, 26. April 2015, 9:00-21.00 Uhr
Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23 – 24, 10963 Berlin

Aus dem Programm:
25.4.2015, 10:30 Uhr: Grußwort Tim Renner, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten Berlin
danach: Datenpräsentationen, Ideenpitch & Hacken, Workshops zu Schnittstellen, Projektentwicklung, Förderprogramme und Datenvisualisierung und vieles mehr

http://codingdavinci.de
http://codingdavinci.de/daten/
http://codingdavinci.de/dokumentation/

Was ist ein Hackathon?
Ein Hackathon ist eine Veranstaltung, bei dem Programmierer (auch ‚Hacker‘ genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen und in einem vorgegebenen Zeitrahmen ein Projekt entwickeln. Der zweite Wortteil ist von ‚Marathon‘ abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons variiert von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird das zu bearbeitende Material vorgestellt. Danach werden Ideen entwickelt und Teams schließen sich zusammen – so werden individuelle Fähigkeiten und Interessen in ein Projekt eingebracht. Ziel ist die Erarbeitung einer weiter nutzbaren Idee – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu einer fertigen App ist alles denkbar.

Was ist ein Kultur-Hackathon?
Bei einem Kultur-Hackathon werden Daten von Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht.

“Coding da Vinci“ wird veranstaltet von der Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland. Die Ergebnisse von „Coding da Vinci“ werden unter einer offenen Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht.

www.deutsche-digitale-bibliothek.de

 



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