20. April 2018
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DGI-Forum Wittenberg: „True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags“

Die Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI) hat für das DGI-Forum Wittenberg vom 24. - 29. 09. 2015 ein fesselndes Programm auf die Beine gestellt. Es spricht große Fragen des vernetzten Informationszeitalters informationswissenschaftlich und politisch in der ganzen Breite ihrer Auswirkungen an. Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden ein facettenreiches Bild der Informationsgesellschaft entwerfen. Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben die Möglichkeit, sich konstruktiv-kritisch mit den öffentlichen, privaten und industriellen Entwicklungen des Informationszeitalters auseinanderzusetzen. Das Programm ist mit Abstract auf der Webseite bereitgestellt. Anmeldedetails ebenso. Für Gruppen von Studierenden und FaMI-Klassen gibt es Vergünstigungen. http://dgi-info.de/programm-wittenberg-2015/

Widerspricht das Recht auf Vergessen dem Anliegen von Bibliotheken, Archiven und Dokumentationen? Brauchen wir die Vorratsdatenspeicherung? Hat die empirische Forschung zugunsten Daten-Analyse-Methoden ausgedient? Wie bestimmen wir, was aus dem tagtäglichen Rauschen dokumentationswürdig und bewahrenswert ist? Sind Vermittlungsplattformen eine perfide Form der Ausbeutung oder kreative Geschäftsmodelle? Handeln wir noch selbstbestimmt oder werden wir zu manipulierten Daten-Ichs? Ist völlige Transparenz erstrebenswert?

Mit der Tagung „True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags“ bietet die Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI) in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich konstruktiv-kritisch mit den öffentlichen, privaten und industriellen Entwicklungen des Informationszeitalters auseinanderzusetzen. Das DGI-Forum findet vom 24. bis 26. September 2015 in der Stiftung Leucorea in Wittenberg statt.

Referenten und Diskutanten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden ein facettenreiches Bild der Informationsgesellschaft entwerfen, das von Netzethik über Recht, Chancen zum Erhalt der Privatsphäre, und Liquid Democracy bis zu ganz konkreten Informationen beispielsweise über die Infrastrukturinitiative „Open Web Index“ und die Verbindung zwischen industrieller Datenwirtschaft und Information Professionals reicht.

Unter anderem referiert der Informationswissenschaftler und Betreiber der Website NETHICS (Ethik im Netz), Prof. Dr. Rainer Kuhlen. In seinem Vortrag werden die vier Regulierungsinstanzen Normen/Ethik, Recht, Markt, Technologie darauf hin untersucht, auf welche Weise und mit welchen Folgen diese Instanzen zur Eindämmung der direkten und indirekten Verletzung von Privatheit durch Dritte beitragen.

Dr. Michael Weber vom Projektträger beim DLR wird die aktuelle Forschungsförderung des BMBF im Bereich IT-Systeme für Industrie 4.0 erläutern.

Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) und langjähriger Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung, erläutert, warum sich Datenschutz im 21. Jahrhundert von der isolierten Betrachtung des personenbezogenen Datums lösen und sich verstärkt systemischen Lösungen zuwenden muss, in denen technische und rechtliche Komponenten zusammenwirken. Techniken, die es den Menschen erleichtern, ihre Datensouveränität zurückzugewinnen, werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

DGI-Präsident Reinhard Karger wird zeigen, dass die industrielle Datenwirtschaft dieselbe methodische Ausrichtung hat wie die Arbeitswelt der Information Professionals, nämlich die passgenaue inhaltliche und terminliche Bereitstellung der relevanten Information im jeweiligen Arbeitskontext. Er ist überzeugt, dass Informationswissenschaftler diese Prozesse analytisch und kreativ unterstützen und bei der Entwicklung und Implementierung der Smart Service Welt wichtige Impulse beisteuern können.

Jan-Martin Wiarda, langjähriger ZEIT-Redakteur und Pressechef der Helmholtz-Gemeinschaft, berichtet von seinen Bemühungen, die Öffentlichkeitsarbeit einer großen Forschungsorganisation neu auszurichten und fragt, wie unabhängig und (selbst-)kritisch abhängige Kommunikation tatsächlich sein kann. Dies wirft auch die Frage nach der Dokumentationswürdigkeit von Pressemitteilungen oder Projektmitteilungen auf.

Der stellvertretende Chefredaktuer der c’t Georg Schnurer untersucht die Auswirkungen der meist freiwillig eingegangenen totalen Vernetzung und Datenpreisgabe für den einzelnen Menschen.

Mit dem Radiojournalisten Jan Rähm wollen wir dem Internet der Dinge und seinen Auswirkungen auf die Spur kommen. Offen ist, wie wir Ängsten um wegfallende Arbeitsplätze begegnen. Wer wird Nutznießer der Automatisierungsdividende sein? Stehen wir vor einem Maschinensturm 4.0? Oder wird die zunehmende Automatisierung uns mehr Zeit und Raum für Kreativität und Leben schaffen?

Prof. Dr. Manfred Schneider erinnert in seinem Vortrag Untrue Fiction daran, dass das Versprechen der Transparenz die abendländische Geschichte begleitet. Diskutieren Sie mit ihm seine These: Wenn alles gewusst wird, ist es kein Wissen mehr.

Mit Prof. Dr. Dirk Lewandowski wollen wir die Perspektiven eines „Open Web Index“ erörtern, der als eine Infrastrukturmaßnahme gedacht ist, die von allen zu fairen Bedingungen genutzt werden kann. Der Vortrag setzt sich mit den wirtschaftlichen und technischen Fragen eines solchen offenen Web-Index auseinander und berichtet von den Fortschritten der Initiative Open Web Index.

Der Rechtsinformatiker Prof. Dr. Dr. Erich Schweighofer erläutert, was bei der Datenanalyse aus rechtlicher Sicht zu beachten ist. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch das „Recht auf Vergessenwerden“, die garantierte Löschung persönlicher Daten aus dem Erfassungssystem, ohne dessen Genauigkeit wesentlich einzuschränken. In Verbindung mit der Frage der geeigneten Langzeitarchivierung ist dies ein spannendes Feld, nicht nur in rechtlicher, sondern auch in technischer Sicht.

Dr. Max Baumann nimmt sich der Verantwortung der Politik an. Das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, das der Leitvorstellung autonomer Bürger folgt, gibt die Verantwortung für den Schutz der Privatsphäre den Individuen, überfordert sie damit aber. Ein Recht zu haben heißt jedoch auch, ein Recht auf eine bestimmte Organisation der Gesellschaft zu haben, welche das Recht schützt – dies gilt erst recht, wenn die Privatsphäre auch ein kollektives Gut ist.

Christoph Lauer, Entwickler des basisdemokratischen Konzepts der Liquid Democracy bei der Piratenpartei und inzwischen Leiter des Bereichs „Strategische Innovationen" des Axel-Springer-Konzerns erläutert seine Erfahrungen mit dem Agendasetting im Politikbetrieb.

Das Programm lässt viel Platz für Diskussionen mit den Referenten und den Erfahrungsaustausch untereinander.

Den aktuellen Stand des Programms mit allen Vorträgen finden Sie unter www.dgi-info.de/events/dgi-forum-wittenberg-2015 mit einem Link zum Anmeldeformular. Gruppen von Studierende und FaMI-Klassen erhalten besondere Vergünstigungen und melden sich bitte direkt in der Geschäftsstelle (mail@dgi-info.de).

Zeitgleich bietet die Lutherstadt Wittenberg als kultureller Anziehungspunkt Gelegenheit zur Erkundung. Mit der Landesausstellung „Cranach der Jüngere 2015“ begeht die Stadt den 500. Geburtstag von Lucas Cranach d. J. Es ist die erste Sonderausstellung, die sich seinem Leben und Wirken widmet und noch nie gezeigte Kunstwerke präsentiert. Am 26. September beginnt außerdem der mehrtägige historische Wittenberger Töpfermarkt.

Machen Sie sich fit für die Digitalisierung Ihres Alltags und die Diskussion mit Ihren Kunden und IT-Abteilungen!

 



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