21. Juni 2018
  NEWS

Bibliothek und Forschung im Dialog

Erfolgreiche Vortragsreihe zur Historischen Materialitätsforschung wird ab 6. Oktober fortgeführt

Berliner und Potsdamer Universitäten in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin – stets freier Eintritt

Die materielle Beschaffenheit von Handschriften und Druckerzeugnissen steht auch in den kommenden beiden Semestern im Mittelpunkt der gemeinsamen Vortragsreihe der Staatsbibliothek zu Berlin, der Freien Universität, Humboldt-Universität und der Universität Potsdam. Unter dem Titel „Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog“ wird etwa die physische Gestaltung von Kinderbüchern vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart in den Blick genommen ebenso wie die Editionsgeschichte und Typographie von Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ oder die Buchkunst im DDR-Untergrund.

Am 6. Oktober beginnt die Vortragsreihe mit der Beschreibung der Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts; diese wurden vor wenigen Monaten von der Staatsbibliothek zu Berlin erworben. So spektakulär die Erwerbung an sich war, so sehr wird es nun das Publikum interessieren, diese einzigartigen Schriften sowohl aus der inhaltlichen Perspektive zu erörtern wie auch Näheres über ihre Beschaffenheit und die damit verbundenen konservatorischen Fragen zu erfahren. Aus der Präsentation eben solcher verschiedenen Perspektiven – der akademischen wie auch der bibliothekspraktischen – ergibt sich für das Publikum der außerordentliche Reiz der Vortragsreihe.

Danach finden die Vorträge von November 2015 bis Juli 2016 jeweils am ersten Dienstag des Monats statt. Einer der Höhepunkte der Veranstaltungsreihe ist der Vortrag „Was ist gute Buchgestaltung?“ des renommierten Buchgestalters und Typografen Friedrich Forssmann am 1. März 2016. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Der große Publikumserfolg der Vortragsreihe im vergangenen Jahr hat verdeutlicht: Forschung zur materiellen Kultur hat gegenwärtig Hochkonjunktur – gerade auch in den Philologien. Dieser sogenannte „Material Turn“ geht einher mit der wissenschaftspolitischen Förderung von archivischen, musealen und bibliothekarischen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen. Vor diesem Hintergrund sollen in der Vortragsreihe „Die Materialität von Schriftlichkeit“ theoriegeleitete Forschungsperspektiven auf Schrifterzeugnisse mit Fragestellungen aus der Praxis zusammentreffen.

Zur Untersuchung dieses Themenfeldes haben Angehörige der Berliner und Potsdamer Universitäten in Verbindung mit der Staatsbibliothek zu Berlin den Arbeitskreis Materialität der Literatur gegründet, in dessen Rahmen die Vortragsreihe organisiert wird. Das Projekt ist ein Schnittpunkt von Literaturwissenschaft einerseits und Buchwissenschaft, Analytischer Bibliographie, Typografie-Geschichte, Materialitätsstudien sowie Artefakt-Analyse andererseits. Die theoretische und systematische Beschäftigung mit den materiellen und medialen Grundlagen von Literatur soll einer Erweiterung der literaturwissenschaftlichen Betätigung dienen. Im Zentrum stehen sowohl die Theorie der materiellen Beschaffenheit von Texten als auch die historische Beschäftigung mit den Trägermaterialien und Technologien, Schreibgeräten und Schreibstoffen sowie Formaten und Formen.

Immer dienstags, 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember 2015, 5. Januar, 2. Februar, 1. März, 5. April, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli 2016
Beginn stets 18.15 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Unter den Linden, Konferenzraum 4
Dorotheenstraße 27, 10117 Berlin

Informationen und Anmeldung via Website:
http://staatsbibliothek-berlin.de/service/schulungen/wissenswerkstatt/materialitaet/

 



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