19. Januar 2018
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Geisteswissenschaften International: Zweimal deutsche historische Forschung ausgezeichnet

Insgesamt 15 geisteswissenschaftliche Werke erhalten Übersetzungsförderung

In diesem Herbst sind zwei geschichtswissenschaftliche Werke gemeinsam mit dem Sonderpreis im Rahmen des Programms „Geisteswissenschaften International“ ausgezeichnet worden. Ulrich Herberts „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ (C.H. Beck) und „Stalins Nomaden. Herrschaft und Hunger in Kasachstan“ von Robert Kindler (Hamburger Edition) erhalten den Preis zur Förderung herausragender geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen. Insgesamt 15 geisteswissenschaftliche Werke profitieren im Herbst 2015 von einer Übersetzungsförderung. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz Thyssen Stiftung, die VG WORT und das Auswärtige Amt zeichnen zweimal im Jahr hervorragende geistes- und sozialwissenschaftliche Werke aus und finanzieren deren Übersetzung ins Englische.

In ihrer Begründung sagt die Jury: „Der Preis wird diesmal bewusst zwei Monographien gemeinsam zugesprochen, die auf sehr unterschiedliche Weise aber beide exemplarisch die Leistungskraft deutscher historischer Forschung unter Beweis stellen. Ulrich Herberts souveräner Überblick sucht unter anderem die Antwort auf zwei Fragen: Wie konnte es geschehen, dass ein Land, das um 1900 als Paradebeispiel einer durchschlagenden Modernisierung gelten konnte, eine Generation später in die Barbarei des Nationalsozialismus abstürzte? Und wie konnte sich aus dieser Katastrophe heraus dasselbe Land zu einer Demokratie entwickeln, die manche in Europa als mustergültig empfinden? Robert Kindler untersucht in seiner Dissertation, wie unter Stalin die kasachischen Nomaden durch Hunger entweder ausgerottet oder zur Sesshaftigkeit und damit zur Eingliederung in das sowjetische System gezwungen wurden. Er zeigt die Prozesse auf, aus denen heraus die gegenwärtige, multiethnische Gesellschaft Kasachstans entstanden ist und untersucht eine Geschichte, deren Brisanz sowohl in Russland wie auch in Kasachstan selbst bisher ausgeblendet worden ist.“

Die Übersetzung der ausgezeichneten Werke ins Englische wird mit der Summe von insgesamt 300.000 Euro finanziert. Ziel der Auszeichnung ist die stärkere internationale Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften und die globale Vernetzung deutscher Wissenschaft. Die Zahl der in den englischen Sprachraum vergebenen Lizenzen soll so dauerhaft erhöht werden.

Neben Ulrich Herbert und Robert Kindler wurden im Herbst 2015 ausgezeichnet:

Neben dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. Luca Giuliani (Wissenschaftskolleg zu Berlin) gehören der Jury an: Prof. Dr. Tilman Allert (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Julika Griem (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Hans Günter Hockerts (Universität München, emeritiert), Prof. Dr. Doris Kaufmann (Universität Bremen), Prof. Dr. Christoph Menke (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Claus Pias (Universität Lüneburg), Dr. Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag), Dr. Julia Voss (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Dr. Judith Wilke-Primavesi (Campus Verlag).

Die nächste Ausschreibung läuft bis 31. Januar 2016. Dann stehen wieder Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung.

 



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