21. August 2018
  NEWS

ZBW startet mit MOVING nächstes europaweites Science 2.0-Forschungsprojekt

Europäisches Forschungskonsortium baut Arbeitsumgebung für digitales Informations- und Innovationsmanagement –
ZBW ist leitender Forschungspartner und verantwortlich für Text- und Data Mining

Die ZBW startet im April ein neues hochdotiertes EU-Großprojekt mit neun internationalen Partnern aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Slowenien, Großbritannien und Polen. Ziel von MOVING ist der Aufbau einer Arbeitsumgebung für die qualitative und quantitative Analyse großer Dokumenten- und Datensammlungen. Die ZBW mit ihrer Expertise im Feld Science 2.0 ist Forschungspartner im Bereich Text- und Data Mining unter der Leitung von Prof. Dr. Ansgar Scherp und zudem wissenschaftlicher Koordinator von MOVING.

Die Menge an veröffentlichten, wissenschaftlichen Dokumenten- und Datensammlungen nimmt rasant zu. Aktuellen Schätzungen zufolge verdoppelt sich die weltweite wissenschaftliche Publikationszahl alle zehn Jahre. Eine Informationsmenge, deren Bewältigung sowohl Wissenschaftler/innen als auch Innovationsmanager vor große Herausforderungen stellt. So müssen sie doch innerhalb kurzer Zeit aus einer Unmenge von Literatur und Forschungsdaten, Webseiten, Ausschreibungen und sozialen Medien wie Blog-Beiträgen, die für sie relevanten Fakten herauspicken. Erfreulicherweise gibt es aktuell viele verschiedene Methoden und Algorithmen in der Informatik, die großen Dokumenten- und Datenmengen zu bewältigen. Das Problem: Die meisten von ihnen lassen sich nur von Expertinnen und Experten bedienen.

Die ZBW-Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft will dies ändern und in ihrem Projekt MOVING mit neun internationalen Partnerinstitutionen eine Arbeitsumgebung entwickeln, die es Anwendern ermöglicht, große Dokumenten- und Datensammlungen quantitativ und qualitativ zu analysieren. „MOVING will mit Text- und Data-Mining-Methoden helfen, Ordnung zu bekommen in die Informationsflut aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Forschungsdaten, Websites, Ausschreibungen und sozialen Medien“, erklärt Ansgar Scherp, wissenschaftlicher Koordinator des Projektes und Professor für Knowledge Discovery an der ZBW. Scherp erörtert: „Endnutzer sollen nicht nur Analysewerkzeuge an die Hand bekommen, mithilfe derer sie die Informationen organisieren können, sondern sie sollen befähigt werden, die mit den Werkzeugen entstehenden Strukturen zu verstehen, zu bewerten und zu gestalten. Sie sollen beispielsweise mit Netzwerk-Visualisierungen genau die Stichprobe im gesamten Datensample finden können, die für sie relevant ist. Die methodische Vorgehensweise ist dabei je nach Fachdisziplin oder sogar Forschungsfragestellung eine komplett andere. In unserem Fokus stehen zunächst Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Innovationsmanager und Scouts in öffentlichen Einrichtungen.“

MOVING ist als dreidimensionales Forschungsvorhaben konzipiert. Neben der digitalen Arbeitsumgebung soll zugleich eine Trainingsumgebung für digitales Informations- und Innovationsmanagement aufgebaut werden und zum dritten eine Community of Practice, das heißt eine Anwendergemeinschaft, die sich gegenseitig berät und unterstützt. Ansgar Scherp: „Wir gehen davon aus, dass digitales Informations- und Innovationsmanagement eine ebenso wesentliche Kulturtechnik wird wird wie Lesen und Schreiben. Daher spielt neben der Arbeitsumgebung auch die Trainingskomponente in MOVING eine so grundlegende Rolle.“

Die Forschungsinfrastruktur-Einrichtung unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Tochtermann startet mit MOVING das mittlerweile zweite internationale Forschungsprojekt zum Themengebiet Science 2.0 im Kontext von Horizon2020. Bereits 2013 kam der Startschuss für das EU-Projekt EEXCESS (www.eexcess.eu). Die ZBW als Forschungsinfrastruktur der Leibniz-Gemeinschaft baut somit kontinuierlich ihre Forschungsaktivitäten auf europäischer Ebener aus.

www.zbw.eu

 



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