18. Dezember 2018
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Bibliotheken sind notwendige Partner beim „Digitalen lernen“

Mehr als 3.800 TeilnehmerInnen verabschiedeten sich am Donnerstag vom 6. Bibliothekskongress aus Leipzig. Die BibliothekarInnen und InformationsexpertInnen aus über 30 Ländern haben sich auf der europaweit größten Tagung ihrer Art in Diskussionen, Workshops und Fachvorträgen intensiv ausgetauscht. 140 Aussteller aus 10 Ländern präsentierten in der internationalen Fachausstellung die neuesten Entwicklungen der Bibliotheks- und Informationsbranche Neben dem Zugang zu Bibliotheken und deren Nutzung im digitalen Zeitalter wurde auch die Bedeutung von Bibliotheken als Teil der deutschen Willkommens- und Integrationskultur thematisch hervorgehoben. In der Abschlussveranstaltung wurde zudem der Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken verliehen.

Der Bibliothekskongress hat gezeigt, welche herausragende Bedeutung den Bibliotheken in der Digitalisierung zukommt. „In allen Bibliotheken sind mittlerweile digitale Angebote aufgenommen worden, sei es mit der Ausleihe von E-Books, mit Datenbanken oder digitalen Informationen. Es wird intensiv daran gearbeitet, den NutzerInnen ein Gesamtangebot einfach zugänglich zu machen, ein Gesamtangebot aus physischen und digitalen Medien, aber auch von externen Wissensdatenbanken“, teilte BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen zum Abschluss des 6. Bibliothekskongresses mit. Bibliotheken stellen nicht nur die Technik bereit, um Zugang zu digitalen Informationen zu bekommen, sondern vermitteln ebenso die Kompetenzen in Umgang mit diversen digitalen Medien. Insofern sind Bibliotheken notwendige Institutionen der deutschen Bildungs- und Kulturlandschaft.

„Während des Kongresses wurden viele verschiedene Beiträge zu diesen Themen vorgestellt und diskutiert“, so Lorenzen weiter. „Es gibt hervorragende Ideen und sehr gute Beispiele aus der Praxis, insbesondere auch aus den USA, die beim diesjährigen Kongress Gastland waren. Aber es wurde auch deutlich, dass die Rahmenbedingungen dieser Entwicklung auf gesetzlicher Ebene, aber auch in finanzieller Hinsicht gerecht werden müssen.“

Lesen im realen und digitalen Raum

Bibliotheken als bedeutungsvolle Bildungs- und Kulturinstitutionen verstehen sich auch als einen entscheidenden Partner in der von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Strategie „Digitales Lernen“. In diesem Zusammenhang diskutierten zum Abschluss des Kongresses Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen, und Regine Möbius, Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrats, über „Lesen im realen und digitalen Raum.“ Die Diskussion spiegelte die Notwendigkeit wider, Bibliotheken als zentrale Einrichtungen des Lesens, und damit des Lernens, wahrzunehmen und in bildungspolitischen Strategien mitzudenken. „Heute wird mehr gelesen als je zuvor; die Digitalisierung erweitert unseren Horizont nicht nur technologisch. Bibliotheken gehen mit der Zeit und machen den Schatz der digitalen Bildung für alle zugänglich. Damit sind und bleiben sie eine der wichtigsten Säulen der Leseförderung und unverzichtbare Partner der Stiftung Lesen“, fasste Dr. Jörg F. Maas zum Abschluss der Diskussion zusammen.

Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde heute auch der Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken (Helmut-Sontag-Preis) verliehen. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ging in diesem Jahr an Henning Bleyl, Kulturredakteur der taz Nord und freier Mitarbeiter der Magazine VIER, mare, merian, menschen.das magazin und zeit.de. Der Preis wird durch den Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und die WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) verliehen.

 



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