23. April 2018
  NEWS

Wie das Wissenschaftssystem Data Sharing fördern kann

Studie zeigt: Datenzitation ist größter Anreiz für Forschende, um Forschungsdaten zu teilen –
Wer Forschungsdatenmanagement gelernt hat, teilt auch seine Daten

Dass Forschende ihre Forschungsdaten mit ihrer Community häufiger teilen, kann gesteuert werden. Was Forschende zum Datenteilen hinführt und was sie davon abhält, hat eine interdisziplinäre Gemeinschaftsstudie im Kontext des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 nun erstmalig untersucht. Die Hauptergebnisse: Die Zitation des eigenen Datensets ist der größte Anreiz. Die Sorge, dass ein Sekundärdatennutzer schneller publiziert, ist das größte Hindernis.

Obwohl es in der Wissenschaftscommunity einen breiten Konsens darüber gibt, dass das Teilen von Forschungsdaten eine wichtige Voraussetzung ist für wissenschaftlichen Fortschritt und Innovation, stellen längst nicht alle Wissenschaftler/innen ihre Forschungsdaten zur Nachnutzung zur Verfügung. Eine bundesweit angelegte fächerübergreifende Gemeinschaftsstudie im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 hat nun erstmalig untersucht, was diese Diskrepanz ausmacht. Befragt wurden 1.564 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über alle Disziplinen hinweg.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe kommt zu folgenden Ergebnissen:

Interessanterweise spielen Co-Autorenschaft oder finanzielle Entschädigung keine Rolle im Reputationssystem Wissenschaft.

Als Fazit und politische Empfehlung formuliert die Forschergruppe des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 folgendes:

  1. Der Reputationsnutzen für den Einzelwissenschaftler bzw. die Einzelwissenschaftlerin muss erhöht werden. Sei es durch einen „Best Data Set Award“ auf wichtigen Konferenzen oder durch stärkere Berücksichtigung in Bewerbungsprozessen.

  2. Die Transparenz über die Sekundärdatennutzung muss erhöht werden, d.h. es muss sichtbar sein, wer die Daten für welchen Zweck nachnutzt.

  3. Klare Standards für die Datendokumentation werden gebraucht. Forschende müssen wissen, was konkret die Wissenschaftscommunity von ihnen erwartet.

Die Studie unter Leitung von Benedict Fecher entstand in Kooperation mit dem DIW Berlin, dem Alexander-von-Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG), der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der VU University Amsterdam. Es handelt sich um eine Kooperationsarbeit im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0.

Zum Artikel:

Fecher B., Friesike S., Hebing M., Linek S. (2017): A reputation economy: how individual reward considerations trump systemic arguments for open access to data. In: Palgrave Communications. 3:17051 DOI: 10.1057/palcomms.2017.51. DOI: 10.1057/palcomms.2017.51;
URL: https://www.nature.com/articles/palcomms201751

www.zbw.eu

 



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