22. Mai 2018
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PSIAC: Interaktionsdatenbank für Ärzte und Apotheker

Neue Module und neue Inhalte – über Psychopharmaka-Interaktionen hinaus – in Entwicklung

Bild: ©scanrail/AdobeStock

Die Wechselwirkungen von Medikamenten sind ein sehr komplexes Thema, mit dem sich jeder Mediziner in Klinik und Praxis tagtäglich auseinander zu setzen hat. Je mehr Arzneimittel gleichzeitig eingenommen werden, desto anspruchsvoller die Aufgabe für den behandelnden Arzt, die Kombinationen zu überblicken und unerwünschte Wechselwirkungen auszuschließen. Auf dem deutschsprachigen Gesundheitsmarkt bietet Springer seit 2009 die elektronische Datenbank PSIAC (www.psiac.de) an. Ursprünglich als Kooperationsprojekt angelegt, ist die Datenbank seit Anfang 2018 alleiniges Produkt des Springer-Verlags. Mit den geänderten Eigentumsverhältnissen plant der Wissenschaftsverlag, der Teil von Springer Nature ist, die Weiterentwicklung der Datenbank.

„Von Verlagsseite freuen wir uns sehr, das Produkt für unsere Kunden weiter zu entwickeln“, so Daniel Quiñones, aus dem Lektorat Medizin bei Springer. Derzeit beinhaltet die Plattform vor allem Arzneimittelinteraktionen aus dem psychiatrisch-neurologischen Substanzbereich in Wechselwirkung untereinander - aber auch mit anderen gängigen z.B. internistischen Medikamenten. Sie wird derzeit stetig weiter ausgebaut und um Wechselwirkungen, Stoffwechselwege und Fachinformationen aller anderen Arzneimittelgruppen erweitert. Die Besonderheit von PSIAC im Vergleich zu allen anderen Datenbanken auf dem Markt ist die kritische Bewertung der Fachinformation aufgrund intensiver Literatur- und Studienauswertung für mittlerweile über 15.000 Wechselwirkungen.

„Für den Arzt liegt der besondere Nutzen darin, dass PSIAC dem Arzt gegenüber sicher und schnell Empfehlungen oder auch Warnungen ausspricht, die von Fachpersonal ausgewertet, beurteilt und gewichtet wurde“, führt Quiñones weiter aus. „Dem Arzt wird nicht einfach nur wie üblich ein rotes Warndreieck angezeigt, das aufgrund von potentiell errechneten Interaktionen, keine wirkliche Aussage über das reale Interaktionspotential erlaubt. Stattdessen zeigt PSIAC in besonders übersichtlichem Layout an, ob für die eingegebenen Medikamente tatsächlich Interaktionen beschrieben oder wahrscheinlich sind. Durch diese Beurteilung und Gewichtung erhält der Arzt eine echte Entscheidungsgrundlage. Für komplexe Fälle runden Zusatzinformationen wie die Stoffwechselwege- und Pharmakodynamiktabellen das Produkt ab.“

Noch für dieses Jahr soll PSIAC mit der Funktion „Therapeutisches Drug Monitoring“ (TDM) Ärzten aller Fachrichtungen und Laboren eine Hilfestellung bei der Interpretation von Wirkstoffkonzentrationen im Blut anbieten. Um auszuschließen, dass ein Patient von unterschiedlichen Ärzten mit Arzneimitteln versorgt wird, die den gleichen Wirkstoff enthalten, wird es einen Alert für den Arzt geben, der vor Doppelverordnungen warnt. Auch für Schwangere wird PSIAC demnächst den Arzt bei Verordnungen unterstützen. Wünschenswert für Kliniken und Arztpraxen ist es, wenn der einzelne Medikamentionsplan pro Patient von verschiedenen ärztlichen Stellen eingesehen und bei Bedarf für den Patienten ausgedruckt werden kann. Entsprechende Schnittstellen zur Vernetzung aller Beteiligten werden helfen, dass aus dem Zukunftsszenario bald Realität wird. Mittelfristig ist die Entwicklung eines KIS-Schnittstellenmoduls geplant, das die Integration in verschiedene Kliniksysteme erlaubt und so dem behandelnden Arzt den schnellstmöglichen Zugriff direkt über die Patientenakte erlaubt.

Nutzer von PSIAC sind Krankenhäuser, niedergelassene Praxen, Apotheken, Labore, Krankenversicherungen und Behörden des Gesundheitssystems, die über ein Abo-Model einen online Zugriff erhalten. Mit Eingabe des Handelsnamens oder auch des Wirkstoffes des Arzneimittels können beliebig viele Wirkstoffkombinationen über jedes Mobil- und Desktopgerät abgefragt werden. Das online Nachschlagewerk wird permanent aktualisiert und technisch sowie inhaltlich erweitert.

www.springer.com

 



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