22. September 2018
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Nicht mehr wegzudenken: Onleihe hat festen Platz in der Bibliothekswelt

Zwei besonders schöne Geschenke bekam die Onleihe im vergangenen Jahr zu ihrem zehnten Geburtstag: Die Stiftung Warentest kürte sie beim Vergleich von E-Book-Angeboten zum „Preis-Leistungs-Sieger“. Und den sprachlichen Ritterschlag erhielt sie obendrein: Die „Onleihe“ wurde in den Duden aufgenommen. Es ist nicht übertrieben, zu sagen: Sie hat mittlerweile einen festen Platz in der Bibliothekswelt und in der Öffentlichkeit.

Das spiegelt sich auch in ihrer Verbreitung: Den digitalen Service bieten derzeit bereits über 3.100 Bibliotheken in Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und in der Schweiz. Die immer größere Abdeckung führte in den letzten Jahren naturgemäß zum Abflachen der jährlichen Beitrittskurve: Kamen im stärksten Jahr 2013 noch 856 Bibliotheken zur Onleihe, begrüßte die divibib im vergangenen Jahr 158 neue Mitglieder.

Im deutschsprachigen Raum schon lange führend, startet die Onleihe in Frankreich gerade erst durch: Ende 2016 richtete die divibib mit „l@ppli Books“ in Straßburg die erste E-Ausleihe einer französischen öffentlichen Bibliothek ein. Die zweite Onleihe „Villagesmedia“ steht bereits in den Startlöchern und soll noch 2018 online gehen.

Bei der Nutzung legte die Onleihe 2017 auch im deutschsprachigen Raum weiter zu. Sie verzeichnete circa 820.000 aktive Nutzer, das sind 160.000 mehr als im Vorjahr bzw. eine Steigerung von 24 Prozent. Parallel dazu wuchs 2017 auch die Zahl der Ausleihen im Vergleich zu 2016 um rund ein Viertel auf circa 27,5 Millionen. Um für die wachsende Beliebtheit der Onleihe gerüstet zu sein, optimiert die divibib derzeit die Performance ihrer IT-Infrastruktur: Virtualisierte Server sorgen ab Juli 2018 dafür, dass die Onleihe ausbaufähiger, flexibler und leichter zu warten sein wird. So fangen die Onleihe-Systeme zukünftig auch Stoßzeiten bei den Zugriffszahlen noch besser auf.

Auch beim Thema Digital Rights Management (DRM) will die Onleihe ab diesem Jahr neue Wege gehen. Die neue Lösung „CARE“ löst ab Juli 2018 das DRM von Adobe ab, das seit den Anfängen der Onleihe im Jahr 2007 bei E-Books und E-Papers im Einsatz war. Technischer Partner dabei ist das erfolgreiche französische Startup „TEA – The Ebook Alternative" aus Lyon. Das neue DRM bietet im Gegensatz zu Adobe die Ausleihe von Lesemedien ohne zusätzliche Registrierung oder Software – optimal für den Datenschutz. Auch das Lesen direkt im Browser und komfortableres Nutzen von E-Papers auf Mobilgeräten wird durch den DRM-Wechsel möglich sein.

Das neue Rechtemanagement legt die divibib für eine breite Kompatibilität mit einer großen Zahl an Endgeräten aus. Der Hersteller tolino integriert CARE zum Beispiel derzeit in seine E-Reader. Weitere Anbieter von Geräten und Apps bereiten den Wechsel zu dem neuen Onleihe-DRM vor, das auf der europäischen Open-Source-Software Readium LCP basiert.

Seine Premiere feiert das neue DRM in der Onleihe App 6.0, die im Juli 2018 veröffentlicht wird. Insgesamt erweitert die neue Version den Funktionsumfang der Anfang 2017 gestarteten neu programmierten App noch einmal deutlich: Der integrierte Reader, Downloadfunktionen, Audiostreaming und die schnelle Suche mit Facettenfilter haben sich inzwischen längst bewährt. Nun wird die App zusätzlich E-Learning, Hörproben von E-Audios, individuelle Empfehlungslisten der Bibliotheken und weitere neue Features enthalten. Mit dem zügigen Ausbau der App trägt die divibib dem Trend zur mobilen Nutzung der Onleihe Rechnung. Denn etwa zwei Drittel aller Ausleihen im Jahr 2017 liefen bereits über mobile Endgeräte.

Mobiler und digitaler wird auch das Lernen – eine für Bibliotheken wichtige Entwicklung. Das Ende 2016 bei der Onleihe eingeführte E-Learning kam daher gut an: Inzwischen bieten schon circa 570 Bibliotheken ihren Kundinnen und Kunden den kostenlosen Zugang zu hochwertigen Selbstlernkursen via Onleihe.

Eine vollständige Integration der E-Medien in den Onlinekatalog ist ein wichtiger Beitrag dabei, für die immer attraktiveren digitalen Bibliotheksangebote Aufmerksamkeit zu schaffen. Möglich macht dies etwa die webbasierte Bibliotheksmanagement-Lösung der jungen ekz-Tochter LMSCloud durch eine enge Zusammenarbeit mit der divibib. Im integrierten Discoverysystem sind die zuverlässigen Titelinformationen aus dem ekz-Datenpool durch Coverbilder, Inhaltsangaben, zusätzliche Links und automatische Lexikonsuche aufgewertet. In diesem äußerst ansprechenden Katalog finden die Nutzer physische und digitale Titel gleichwertig nebeneinander präsentiert. So sind gerade auch die digitalen Medien für den Kunden optimal sichtbar.

Um ihren digitalen Bestand weiter aufzubauen, können Bibliotheken aus den derzeit 483.000 Titeln im divibib-Medienshop wählen. Dort finden sie auch zahlreiche Neuerscheinungen, denn Aktualität ist auch bei E-Medien wichtig. „Leider stellen manche großen Verlagshäuser ihre digitalen Neuerscheinungen nur mit Verzögerung für die Ausleihe bereit“, bedauert Dr. Jörg Meyer, Geschäftsführer der divibib GmbH. „Dabei wecken und stärken Bibliotheken nachweislich die Leselust. Wie eine Studie der Stiftung Lesen belegt, sind aktive Nutzer von Bibliotheken zugleich circa zehnmal bessere Medienkäufer als Nicht-Bibliotheksnutzer. Außerdem haben viele Verlage mittlerweile verstanden, dass die Onleihe eine ernstzunehmende Absatzmöglichkeit darstellt. Die zeitlich versetzte Bereitstellung von Neuerscheinungen für Handel und Ausleihe, das sogenannte, Windowing‘, sehe ich nicht als zielführend an“.

Eine nachhaltige Herausforderung auch für die Onleihe sieht Meyer in der hohen Geschwindigkeit, in der sich die digitalen Medien weiterentwickeln: „Die Transformation eines Buches in das EPUBFormat ist nicht der Schlusspunkt. Datenanreicherung oder sich selbst aktualisierende Inhalte stehen bereits am Horizont. Diese Funktionen wollen wir später auch in der Onleihe abbilden.“

www.divibib.com

 



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