16. Januar 2018
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Insolvenzverwalter setzen sich für den Erhalt des FIZ Technik ein

Anlässlich der Gläubigerversammlung des Fachinformationszentrum Technik e.V. (FIZ Technik) am 5. 10. 2010 vor dem Insolvenzgericht Frankfurt berichtete Insolvenzverwalter Frank Schmitt aus der Kanzlei Schultze & Braun (Frankfurt) ausführlich über die Situation, in welcher sich das nach der Streichung staatlichen Mittel in Finanznot geratene Unternehmen aktuell befindet.

Keiner der drei potentiellen Übernahmeinteressenten hat bisher ein konkretes Kaufangebot vorgelegt. „In dieser Situation zwingt uns das Insolvenzrecht zur Vorbereitung der Stilllegung. Um dies sozialverträglich abzufedern, wurde mit der Mitarbeiterschaft ein Sozialplan und ein Interessenausgleich abgeschlossen. Wir würden fahrlässig handeln, wenn wir damit zu spät beginnen und dadurch unnötig Insolvenzmasse bzw. Geld verbrennen, das auch den Insolvenzgläubigern gehört,“ erläutert Schmitt. So sah er sich gezwungen, in der Versammlung die Gläubiger über die Stilllegung des FIZ Technik per 31.12.2010 abzustimmen zu lassen.

„Wir stimmen zu, um den Weg für einen Neuanfang frei zu machen“, war die überwiegende Aussage der etwa 40 anwesenden Gläubiger. Um die Chancen für eine Übernahme und Weiterführung zu erhöhen, will Schmitt die Produktion der Datenbank und den Betrieb möglichst bis Ende 2010 aufrecht erhalten. Er und sein Kollege Dr. Holger Lessing, Rechtsanwalt bei Lessing – Trebing – Bert (Frankfurt) und Insolvenzverwalter der FIZ-Technik-Inform GmbH haben mehrfach bestätigt, dass bei Vorlage eines konkreten Angebots unmittelbar die Verkaufsverhandlungen aufgenommen werden sollen: „Im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht nach wie vor die Rettung des FIZ Technik,“ bekräftigen die Verwalter. „Uns geht es um den Erhalt der Arbeitsplätze“, so Schmitt. „Eine Sanierungslösung hat nach wie vor Vorrang vor einem Verkauf der Daten bzw. Datenbank.“

Entsprechende Anfragen von potentiellen Käufern, welche nur am Erwerb der Datenbank interessiert sind, liegen ebenfalls vor.

Noch in der Gläubigerversammlung war die Rede von drei möglichen Optionen. Zum einen dem von den Mitarbeitern des FIZ Technik angekündigten Mitarbeiter-Buy-Out (MBO), welcher im Wesentlichen auf einer Brückenfinanzierung des BMWi basierte. Im Laufe der vergangenen Woche ist jedoch bekannt geworden, dass das BMWi dem von der MBO-Gruppe eingereichten Projektantrag nicht hat zustimmen können. Bei den beiden anderen Interessenten handelt es sich einerseits um ein mittelständisches Konsortium aus Süddeutschland, im Rahmen dessen sich mehrere Unternehmen zur Übernahme und Weiterführung des FIZ Technik organisieren, sowie andererseits um ein Unternehmen aus der Medienbranche.


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