19. Mai 2024
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Aktuelles aus
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ibrary
Essentials

In der Ausgabe 3/2024 (Mai-Juni 2024) lesen Sie u.a.:

  • KI verursacht immer mehr Besorgnis bei Kreativen, Arbeit­nehmern – und Hochschulen
  • Audio-Nutzung in Deutschland: Weniger Radio, mehr Podcasts, mehr Streaming – Bibliotheken noch zurückhaltend
  • Neue wissenschaftliche Zeitschriften: Ein internationaler Überblick
  • Künstliche Intelligenz: Wie sie die Arbeits­märkte revolutioniert und wer davon profitiert
  • Übersicht der europäischen institutionellen Verlagslandschaft: Einblicke aus der DIAMAS-Umfrage
  • Google Scholar unter der Lupe: Eine Analyse der Anfälligkeit für Manipulationen
  • Welche Vorteile haben digitale Ausstellungen von wissenschaftlichen Bibliotheken?
  • Generation Z entdeckt die Liebe zum physischen Buch: Lesen ist sexy
u.v.m.
  fachbuchjournal
Ausgabe 6 / 2023

BIOGRAFIEN
Vergessene Frauen werden sichtbar

FOTOGRAFIE
„In Lothars Bücherwelt walten magische Kräfte.“
Glamour Collection, Lothar Schirmer, Katalog einer Sammlung

WISSENSCHAFTSGESCHICHTE
Hingabe an die Sache des Wissens

MUSIK
Klaus Pringsheim aus Tokyo
Ein Wanderer zwischen den Welten

MAKE METAL SMALL AGAIN
20 Jahre Malmzeit

ASTRONOMIE
Sonne, Mond, Sterne

LANDESKUNDE
Vietnam – der aufsteigende Drache

MEDIZIN | FOTOGRAFIE
„Und ja, mein einziger Bezugspunkt
bin ich jetzt selbst“

RECHT
Stiftungsrecht und Steuerrecht I Verfassungsrecht I Medizinrecht I Strafprozessrecht

uvm

Anfang der Weltliteratur: LMU digitalisiert mithilfe von KI
die größte Keilschriftsammlung

Ziel des Projekts „Electronic Babylonian Literature“ an der LMU ist es, sämtliche überlieferte Keilschrifttafeln aus Babylonien zu digitalisieren.

Enrique Jiménez, Professor für altorientalische Literaturen an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), setzt eine digitale Datenbank und Künstliche Intelligenz als Werkzeuge ein, um verloren gegangene Texte der antiken Weltliteratur wieder lesbar zu machen. Nun werden 300.000 Textzeilen sowie digitale Gesamtausgaben bedeutender Texte der Weltliteratur veröffentlicht. Es ist die bislang größte Textveröffentlichung in der Geschichte der Keilschriftstudien.

Im alten Mesopotamien wurde mit Keilschrift auf Tafeln aus Ton geschrieben, die heute nur noch in Form unzähliger Bruchstücke vorhanden sind. Enrique Jiménez arbeitet mit seinem Team im Projekt „Electronic Babylonian Literature“ daran, sämtliche überlieferte Keilschrifttafeln zu digitalisieren. Um die noch zusammenhanglosen einzelnen Bruchstücke miteinander zu verbinden, hat das Team einen Algorithmus entwickelt.

„Es ist ein Werkzeug, das zuvor nie existiert hat, eine riesige Datenbank von Fragmenten. Wir glauben, dass sie wesentlich für die Rekonstruktion der babylonischen Literatur ist, bei der wir nun viel schneller vorankommen können“, sagt Enrique Jiménez. Hunderte von Manuskripte und viele textliche Verbindungen hat der Algorithmus bereits neu identifiziert.

Hunderttausende bislang unveröffentlichte Textzeilen

Im Februar 2023 wird der LMU-Forscher im Rahmen einer Fachtagung die KI-Datenbank und eine digitale Edition veröffentlichen, die alle bislang bekannten Abschriften von Keilschrift-Fragmenten beinhaltet. Mit mehr als 300.000 Textzeilen, die meisten davon bislang unveröffentlicht, stellt dieser Launch die bisher größte Textveröffentlichung in der Geschichte der Keilschriftstudien dar.

Darüber hinaus werden zugleich vollständige elektronische Gesamtausgaben bedeutender Texte wie des Schöpfungsepos und des Gilgameš-Epos veröffentlicht. Auch eine vollständige Zeichenliste und ein akkadisches Wörterbuch werden zugänglich gemacht.

Tagung:
Die Datenbank „Electronic Babylonian Library“ wird im Rahmen eines Workshops veröffentlicht, bei dem auch die neue digitale Edition vorgestellt wird. Bei der hybriden Veranstaltung werden 30 Referentinnen und Referenten Fachvorträge halten.
https://www.ag.geschichte.uni-muenchen.de/aktuelles/news/ebl_launch_workshop/index.html

Mehr über das Projekt „Electronic Babylonian Literature“:
Spiel mit dem Anfang der Weltliteratur
Enrique Jiménez nutzt KI, um Tausende Jahre alte Texte lesbar zu machen. Nun macht der Altorientalist seine Plattform für die Öffentlichkeit zugänglich.
https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/spiel-mit-dem-anfang-der-weltliteratur.html