25. Mai 2024
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Aktuelles aus
L
ibrary
Essentials

In der Ausgabe 3/2024 (Mai-Juni 2024) lesen Sie u.a.:

  • KI verursacht immer mehr Besorgnis bei Kreativen, Arbeit­nehmern – und Hochschulen
  • Audio-Nutzung in Deutschland: Weniger Radio, mehr Podcasts, mehr Streaming – Bibliotheken noch zurückhaltend
  • Neue wissenschaftliche Zeitschriften: Ein internationaler Überblick
  • Künstliche Intelligenz: Wie sie die Arbeits­märkte revolutioniert und wer davon profitiert
  • Übersicht der europäischen institutionellen Verlagslandschaft: Einblicke aus der DIAMAS-Umfrage
  • Google Scholar unter der Lupe: Eine Analyse der Anfälligkeit für Manipulationen
  • Welche Vorteile haben digitale Ausstellungen von wissenschaftlichen Bibliotheken?
  • Generation Z entdeckt die Liebe zum physischen Buch: Lesen ist sexy
u.v.m.
  fachbuchjournal
Ausgabe 6 / 2023

BIOGRAFIEN
Vergessene Frauen werden sichtbar

FOTOGRAFIE
„In Lothars Bücherwelt walten magische Kräfte.“
Glamour Collection, Lothar Schirmer, Katalog einer Sammlung

WISSENSCHAFTSGESCHICHTE
Hingabe an die Sache des Wissens

MUSIK
Klaus Pringsheim aus Tokyo
Ein Wanderer zwischen den Welten

MAKE METAL SMALL AGAIN
20 Jahre Malmzeit

ASTRONOMIE
Sonne, Mond, Sterne

LANDESKUNDE
Vietnam – der aufsteigende Drache

MEDIZIN | FOTOGRAFIE
„Und ja, mein einziger Bezugspunkt
bin ich jetzt selbst“

RECHT
Stiftungsrecht und Steuerrecht I Verfassungsrecht I Medizinrecht I Strafprozessrecht

uvm

Springer Nature und Autor*innen nutzen generative KI
erstmals erfolgreich zur Veröffentlichung eines Fachbuchs

Experimenteller Einsatz von GPT bei der Manuskripterstellung zeigt großes Potenzial für Zeitersparnis beim Schreiben, aber auch die Notwendigkeit menschlicher Führung der KI.

Im Rahmen eines Experiments hat Springer Nature als erster Verlag ein neues Fachbuch veröffentlicht, bei dem die Autor*innen GPT als Teil des integrierten Arbeitsablaufs eingesetzt haben. Das Buch Einsatzmöglichkeiten von GPT in Finance, Compliance und Audit wurde während eines „Hack Days“ im Frühjahr entwickelt, bei die Autor*innen mit Lektor*innen und Expert*innen aus der Verlagsgruppe zusammenkamen. Von der Idee bis zur Veröffentlichung dauerte es weniger als fünf Monate. Das ist etwa die Hälfte der normalerweise benötigten Zeit.

Das Team wollte herausfinden, ob generative KI-Werkzeuge Autor*innen dabei helfen können, beim Verfassen ihrer Manuskripte Zeit zu sparen und ihr Wissen schneller verfügbar zu machen, ohne dabei auf ein hohes Qualitätsniveau zu verzichten. Das Experiment zeigte, dass die Technologie es jenen Menschen erleichtern kann, ein Buch zu schreiben, denen dies aus verschiedenen Gründen schwerfällt und die ohne Hilfe nicht dazu in der Lage wären. Es wurde aber auch deutlich, dass Autor*innen mit ihrem Fachwissen sowie kompetente Fachlektorate weiterhin eine wesentliche Rolle bei der Gewährleistung hochwertiger Inhalte spielen.

Der Prozess verlief wie folgt:

  • Das Team arbeitete gleichzeitig an sechs Bildschirmen und definierte Befehle, die GPT Kapitel für Kapitel ausführte, um die erste Version des Manuskripts zu erstellen.

  • In jeder Phase des Prozesses wurde der vom Large Language Model (LLM) generierte Inhalt von den Autor*innen überprüft, die dann wiederum die Maschine aufforderten, den Text anzupassen.

  • Durch dieses "Prompt-Pingpong" wurde sichergestellt, dass das Fachwissen der Autor*innen mit dem Sprachwissen des LLM kombiniert wurde.

  • Nach dem Hack Day haben die Autor*innen und das Redaktionsteam von Springer Nature den Text weiter geprüft, korrigiert und ergänzt

  • Anschließend verknüpfte das Team die relevanten Datenquellen, um die korrekte Darstellung der Urheberschaft sicherzustellen.

Henning Schönenberger, Vice President Content Innovation bei Springer Nature, sagt dazu: „Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Menschheit heute steht, suchen wir als Wissenschaftsverlag immer wieder nach neuen Möglichkeiten, die Verbreitung von Wissen und damit die Entwicklung neuer Erkenntnisse zu beschleunigen. Unsere Aufgabe ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Werkzeugen im Sinne der Wissenschaft zu gewährleisten. Dies ist nur durch menschliche Kontrolle über die Technologie möglich.“

Der schnelle und einfache Zugang zu zuverlässiger Wissenschaft ist der Schlüssel zur Beschleunigung von Forschung, wie die Suche nach Impfstoffen während der Pandemie gezeigt hat. KI hat das Potenzial, diese Entwicklung noch weiter zu forcieren. Springer Nature baut auf langjähriger Erfahrung auf, indem es Technologien und KI-Tools einsetzt, die im Zusammenspiel mit Menschen und unter menschlicher Aufsicht eingesetzt werden, um die Forschungsgemeinschaft weiter zu unterstützen. Im Jahr 2019 veröffentlichte das Unternehmen das weltweit erste maschinell erstellte Forschungsbuch. Springer Nature testet KI außerdem, um wissenschaftliche Publikationen zu übersetzen oder zusammenzufassen, Forschungsarbeiten mit geeigneten Peer-Reviewern abzugleichen und Plagiate zu erkennen.

Auf der Frankfurter Buchmesse wird Springer Nature sowohl den Prozess als auch das Buch der Öffentlichkeit vorstellen. Im interaktiven Workshop Synergie von Mensch und Maschine – Vorstellung eines Prototyps zum KI-unterstützten Schreiben eines Fachbuchs am 20. Oktober 2023 von 10:30 – 12:00 Uhr (THE LÄND-Stand, Halle 3.1, J16) demonstriert das Projektteam live, wie der Einsatz von GPT Buchautor*innen von der Ideenfindung über die Konzeption bis zur Manuskripterstellung unterstützt.

Über die Autor*innen

Alexander Hüsch ist Vice President Accounting, Tax & Treasury einer internationalen IT-Service-Unternehmensgruppe. Er hat 15 Jahre Erfahrung in Führungsrollen im Finanzbereich verschiedener Unternehmen. Davor war er als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in einer mittelständischen Prüfungsgesellschaft tätig.

Dirk Distelrath ist Director Consulting & Digital Compliance bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wo er sich auf die Bereiche digitale Transformation, Cloud und Innovation konzentriert.

Tanja Hüsch ist Head of Internal Audit & Risk Management bei einem an der Nasdaq notierten Metasearch-Unternehmen. Hier verantwortet sie unter anderem die SOX 404 Compliance. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen in leitenden Rollen in der Revision sowie als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin.