15. Oktober 2018
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Medienträume werden wahr

Preisverleihung des ekz-Ideenwettbewerbs 2011
zur Gestaltung einer Jugendbibliothek in Berlin

Büchertropfen, Touchscreens und Raumschiff-Ambiente - bei der Preisverleihung des Ideenwettbewerbs 2011 der ekz.bibliotheksservice GmbH zur Gestaltung einer Jugendbibliothek drehte sich alles um die ausgezeichneten Entwürfe und die Menschen dahinter. Der erste Platz ging an Janka Riedel, Hamburg, Annika Ehmsen und Gerrit Hoffschulte, Kiel, den zweiten Platz belegten Felix Amtsberg, Graz und Johannes Hartmann, Hamburg. Auf den dritten Platz kam Ralf Schubert aus Koblenz.

Nach dem großen Erfolg 2009 veranstaltete die ekz.bibliotheksservice GmbH zum zweiten Mal einen Ideenwettbewerb für Architekten, Innenarchitekten, Designer, Studenten und Planer. Gesucht wurden Entwürfe für die Gestaltung neuer unkonventioneller Räume in Bezug auf die Gesamteinrichtung und die Entwicklung eines Einzelmöbels für eine Jugendbibliothek. Das Motto lautete „medien(t)räume: raumvisionen“.

Die Entwürfe sollten eine Atmosphäre schaffen, die zum Verweilen einlädt, das Interesse von Jugendlichen weckt und ihnen den Zugang zur „Wissenswelt Bibliothek“ ermöglicht. Das Raumkonzept galt es am Beispiel der Jugendbibliothek der Stadtbibliothek Leipzig mit einer Größe von 180 Quadratmetern zu entwickeln. Rund 140 Wettbewerbsarbeiten wurden eingereicht und eine Jury - bestehend aus Architekten, Bibliothekaren sowie Medienexperten - wählte die drei Preisträger aus.

Büchertropfen, Touchscreens und Raumschiff-Ambiente - bei der Preisverleihung im Rahmen des 100. Deutschen Bibliothekartags in Berlin im Juni 2011 drehte sich alles um die ausgezeichneten Entwürfe und die Menschen dahinter. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Juryvorsitzenden Prof. Dr. Kerstin Keller-Loibl, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Den ersten Preis für ihre „Medienträume“ erhielten Janka Riedel aus Hamburg, Annika Ehmsen und Gerrit Hoffschulte aus Kiel. Ihr gemeinsamer Entwurf überzeugt durch einen visionären Blick auf eine Jugendbibliothek des 21. Jahrhunderts. Das traditionelle Bibliotheksbild wird durch eine gelungene Verknüpfung von Alt und Neu, von Real und Virtuell entscheidend modernisiert. Funktionale Multitouchwände dienen als Raumteiler und lassen aufgrund ihrer Transparenz einen großzügigen Raumeindruck entstehen. Dem Entwurf ist es auf hervorragende Weise gelungen, das Freizeit- und Medienverhalten Jugendlicher konzeptionell und gestalterisch in der Medienauswahl, Medienrecherche und -präsentation aufzugreifen. Die Suche nach Informationen über das Touchscreen-Prinzip, die thematische Präsentation wie auch die Mitbestimmung Jugendlicher bei der Bestückung der Bücherwand mithilfe eines virtuellen Voting-Prinzips sind zukunftsweisend.

Mit „Stellwerk“ belegten Felix Amtsberg aus Graz und Johannes Hartmann aus Hamburg den zweiten Platz. Traditionelle Regalsysteme werden durch ein von der Decke hängendes tropfenförmiges Modulsystem ersetzt, das funktional sowohl dem Verweilen und Arbeiten („Lesenester“) als auch der Medienpräsentation („Büchertropfen“) dient. Die „Tropfen“ lassen sich im Raum verschieben und ermöglichen so eine hohe Flexibilität. Über einen integrierten Tastbildschirm lassen sich alle im Regal befindlichen Medien anzeigen und über LED-Tracker direkt finden. Technische Grundlage ist ein GPS-gesteuertes Findesystem. Die Wirkung des Raumes ist in diesem Entwurf einzigartig: Die im Raum verteilten scheinbar schwebenden „Tropfen“ wie auch ein überzeugendes Farb- und Lichtkonzept lassen eine gleichsam poetisch anmutende Bibliothekswelt entstehen.

Auf den dritten Platz kam Ralf Schubert aus Koblenz mit „Lamorph“. Der Entwurf überzeugt durch ein modulares, funktional-ästhetisches und individuelles Konzept im futuristischen Stil. Es entsteht eine eigene, abgeschlossene Welt, die Raumschiff-Assoziationen à la Star Wars wachruft. Hier wird der Funktion der Jugendbibliothek als Erlebnis- und Freizeitort ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt. Während die ersten beiden Entwürfe Jugendliche im Alter von 13 bis 25 Jahren ansprechen, wirkt er in Struktur und Design besonders für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren „authentisch“. Auch männliche Jugendliche dürften sich von dieser ganz eigenen und modernen „Space-Welt“ angezogen fühlen.


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