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17. Mai 2026
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In der Ausgabe 04/2026 (Mai 2026) lesen Sie u.a.:

  • Wie verlässlich sind Metadaten für Forschungsdaten wirklich?
  • Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
  • Zwischen Bildschirmzeit, Stress und Lernverlust
  • Warum Bibliotheken im Zeitalter von KI wichtiger werden und mit einem Vertrauensparadox zu kämpfen haben
  • Schweden setzt in Schulen wieder auf Bücher
  • Warum KI-Kompetenz mehr sein muss als Toolwissen
  • Wie stark KI-Texte das Netz schon prägen
  • Open Access bringt Vorteile, aber nicht in jedem Fach auf die gleiche Weise
  • Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten
  • Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden
u.v.m.
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2009 bis 2023

Ich habe das Glück, hier sehr willkommen zu sein …
Zum 200. Todestag des badischen Hofkapellmeisters Franz Danzi

Gallica ID btv1b8416958h/ Wikimedia commons
Heinrich Eduard Winter,
Porträt F. Danzi

Wollen Sie nicht nach Karlsruhe kommen? Anfang Mai 1812 erreicht den Hofkapell­meister Franz Danzi in Stuttgart ein Schreiben aus Karlsruhe mit dem Angebot, die Stelle zu wechseln.
Und Danzi kommt. Schon Ende
Juni 1812 ist er vor Ort, Er
debütiert mit Mozarts Oper
La clemenza di Tito und bleibt
in Karlsruhe bis zu seinem Tod
am 13. April 1826.

Am 15. Mai 1763 als Sohn des
Mannheimer Hofcellisten Innocenz
Danzi geboren, hat der im Alter von
49 Jahren nach Baden berufene Musiker schon eine beachtliche Karriere hinter sich. Seine erste Stelle als Cellist bekommt er als Fünfzehnjähriger noch in Mannheim. 1784 wird er Solo-Cellist beim Hoforchester in München. Er heiratet die Sängerin Margarethe Marchand und unternimmt mit ihr ausgedehnte Konzertreisen in ganz Europa. 1798 wird er in München zum Vizekapellmeister ernannt. Aber man behandelt ihn schlecht. Unerträglichen Differenzen entflieht er 1807 nach Stuttgart, wohin er als Hofkapellmeister berufen wird. Daraus, dass man ihm immer wieder Gehalt und Honorare vorenthält, schließt Danzi, dass man mit ihm nicht zufrieden sei. Die Berufung nach Karlsruhe kommt ihm also sehr gelegen.

In Karlsruhe fühlt er sich sogleich wohl. Das künstlerische Personal der Hofoper und des Hof-orchesters erfüllt nur mäßige Ansprüche, aber er kann mit ihm arbeiten. Sogar die immer miss-günstige Allgemeine musikalische Zeitung in Leipzig attestiert, das Orchester habe durch Danzis glückliche Personalauswahl „sehr an Kraft und Sicherheit im Vortrage zugenommen“ Danzis Aufgabe als Hofkapellmeister ist auch, für die Bühne und private Anlässe des Hofes zu komponieren. So spielt das Hoftheater anlässlich der Geburt eines männlichen Thronfolgers am 1. Oktober 1812 die Mythische Szene Die Blumen-Fee mit Musik von Danzi. Er komponiert neue Opern, Singspiele, Vokal- und Kammermusik. Allerdings ist er viel krank und dadurch in seinem Wirken eingeschränkt.

Danzis kompositorisches Werk steht am Übergang von der Klassik zur Romantik. Insgesamt zählt die Forschung 346 Werke aller musikalischen Gattungen. Durchaus gilt Danzi den Zeitgenossen als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Aber die Musikkritik äußert sich vielfach geringschätzig. Heutige Musiker bewerten Danzis kompositorisches Schaffen ganz anders. Insbesondere seine kammermusikalischen Werke sind hochgeschätzt und gehören zum allgemeinen Repertoire. Sie sind in Notenausgaben verfügbar und liegen in zahlreichen Einspielungen vor.

Die Badische Landesbibliothek ist Franz Danzi als badischem Hofkapellmeister besonders verpflichtet. Sie hat selbstverständlich seine Kompositionen in modernen Notenausgaben im Angebot. Ab 1921 verwahrte sie auch seinen bühnenmusikalischen Nachlass, also das Notenmaterial des Karlsruher Hoftheaters zu seinen Opern, Singspielen und Schauspielmusiken. Alle diese originalen Handschriften sind beim Bombenangriff auf Karlsruhe am 3. September 1942 verbrannt. Umso erfreulicher ist es, dass Danzis Werke in frühen Abschriften und gedruckten Erstausgaben aus der Fürstlich Fürstenbergischen Musiksammlung in Donaueschingen 1999 für die Badische Landesbibliothek angekauft werden konnten.

Das zeitgenössische Notenmaterial stellt die Badische Landesbibliothek zu weltweiter Nutzung in ihren Digitalen Sammlungen bereit. Ebenso die Theaterzettel des Karlsruher Hoftheaters, die das Opernrepertoire belegen, das Danzi während seiner Dienstzeit in Karlsruhe zur Aufführung brachte. Viele interessante Einzelheiten zu Danzis Karlsruher Schaffensphase lassen sich über eine Volltextrecherche auch in den digitalisierten Zeitungen erkunden. Dort findet sich auch die Todesanzeige der Familie Danzi in der Karlsruher Zeitung vom 15. April 1826:

Am 13. d. M., früh Morgens, verschied, nach einem kurzen Krankenlager, unser Vater und Bruder, der Großherzogliche Kapellmeister Franz Danzi. Indem wir von diesem uns so schmerzlichen Todesfall unsere Freunde und Bekannte benachrichtigen, bitten wir um stille Theilnahme an unserer Trauer. Karlsruhe, den 14. April 1826. Im Namen der hinterbliebenen Kinder und Geschwister, Sekretär Danzi.