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11. Januar 2026
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In der Ausgabe 9/2025 (Dezember 2025) lesen Sie u.a.:

  • Rethinking Science in the Age of AI: Wie Künstliche Intelligenz die wissenschaftliche Praxis verändert
  • Warum Antworten und Wissen nicht das Gleiche sind: Wenn KI das Lernen verändert
  • Fachwissen zwischen Vergangenheit
    und Zukunft: Wie Archivar:innen digitale Kulturerbe-Archive neu denken
  • Cambridge-Report fordert neue Ansätze für ein nachhaltiges Open-Research-Ökosystem
  • Wie Verlage und Plattformen
    mit KI gegen Paper Mills vorgehen
  • Bibliotheken retten Leben
  • Aufmerksamkeit von Kindern
    im Zusammenhang mit Mediennutzung
  • Daten oder Untergang: Elsevier-Chef Y.S. Chi über die Zukunft des Publizierens
  • Bibliotheken öffnen ihre Archive
    für das KI-Zeitalter
  • Wenn wir Bücher entwerten,
    entwerten wir die Zukunft
u.v.m.
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Dichterikone. Goethe sammeln, erforschen, verehren, vermitteln –
UB Leipzig eröffnet neue Sonderausstellung

Am 6. November 2025 eröffnet die Universitätsbibliothek (UB) Leipzig in der Bibliotheca Albertina ihre Sonderausstellung Dichterikone. GOETHE sammeln, erforschen, verehren, vermitteln. Anlass ist das 100. Gründungsjubiläum der Leipziger Goethe-Gesellschaft, das mit einem kulturhistorisch bedeutenden Einblick in die regionale Sammlerkultur des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts gewürdigt wird. Im Fokus steht die Faszination für Johann Wolfgang von Goethe als literarische Ikone. Die vielfältigen Praktiken rund um das Sammeln sogenannter Goetheana werden anhand zahlreicher Objekte aus dem Bestand der UB Leipzig beleuchtet. Die Ausstellung ist täglich vom 7. November 2025 bis zum 1. Februar 2026 geöffnet, der Eintritt ist frei.

Foto: Gestaltung: Felix Holler

Das Sammeln literarischer Objekte – insbesondere von Autographen und kostbaren Drucken – war im 19. Jahr­hundert Ausdruck bürgerlicher Kultur. Johann Wolfgang von Goethe avancierte nach der Reichsgründung 1871 zum Nationaldichter und nahm stets eine Sonderstellung im literarischen Gedächt­nis der Deutschen ein. Eine Autographen-Sammlung von Rang musste Bestände zu Goethe besitzen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinen Schriften trug unmittelbar zur literarischen Kanon­bildung bei. Sie zeugt vom Bedürfnis nach kulturellen Leitfiguren im jungen Nationalstaat.

„Die UB Leipzig verdankt ihre Goetheana den Vermächtnissen einiger der bedeu­tend­sten Autographen-Sammler ihrer Zeit“, erklärt Ausstellungskuratorin Dr. Katrin Löffler.

Herausragend sind Georg Kestner, dessen Familie noch persönlichen Umgang mit Goethe pflegte (Kestners Großmutter war die berühmte Lotte aus den Leiden des jungen Werthers) und der Verleger Salomon Hirzel, der bereits im Todesjahr Goethes 1832 mit dem Sammeln begann. Vor allem Hirzels Kollektion diente von Beginn an der wissenschaftlichen Erforschung der Werke wie auch der Persönlichkeit Goethes. Erstmals gezeigt werden Objekte aus der Faust-Sammlung von Julius Bode, die 1913 in den Bestand der Bibliotheca Albertina gelangte.

Dr. Anne Lipp, Direktorin der UB Leipzig freut sich über die Besonderheit der Aus­stellung: „Über die individuelle Goethe-Begeisterung Einzelner hinaus beleuchtet die Ausstellung erstmals auch die Rolle Leipzigs als Zentrum des Autographen­handels.“ Dieses weitgehend unbekannte Kapitel der Stadtgeschichte etablierte sich bereits zu Goethes Zeiten als professioneller Zweig des Antiquariats und stärkte Leipzigs Position als Verlagsort. Diese Verbindung wird im Rahmen des Leipziger Themenjahrs 2025 „Mehr als eine Geschichte – Buchstadt Leipzig“ hervorgehoben. Die Ausstellung setzt hierzu einen besonderen historischen Akzent.

In ihrem Rahmenprogramm diskutiert die Ausstellung insbesondere auch die Rolle literarischer Gesellschaften in der Vermittlung von Werk und Nachlass bekannter Autor*innen. Sie fragt, wie sich die Auseinandersetzung mit schriftstellerischen Werken im historischen wie auch regionalen, überregionalen und transnationalen Kontext verändert.

Die Ausstellung richtet sich an Literaturinteressierte, Sammler*innen, Forschende und alle, die sich für die kulturelle Bedeutung Goethes und die Geschichte literarischer Erinnerungskultur begeistern.

Zur Ausstellung erscheint außerdem ein 88-seitiger, reich bebilderter Katalog, gestaltet von Felix Holler, erhältlich vor Ort in der Bibliotheca Albertina und über den Buchhandel.

ub.uni-leipzig.de/goethe