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Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
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4. März 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

  • Soziale Medien und Aufmerksamkeits­entwicklung bei Kindern: Neue Lang­zeitdaten zur ADHS-Risikodiskussion
  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
    Information Retrieval neu gestalten
  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
    Europas nächste Regulierungsdebatte
  • KI und Journalismus:
    Neue Machtverschiebungen
    im Markt für Nachrichteninhalte
  • Print ist tot, es lebe Print!
u.v.m.
  fachbuchjournal

Plan B für OLSPub

Neue Pläne und Partnerschaften für die Sicherung der Forschungssouveränität

Im Mai berichtete ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften über sein Projekt Open Life Science Publications Database (OLSPub), eine offene, verlässliche und nachhaltige Alternative zur PubMed-Datenbank. Ziel ist es, die Resilienz und Unabhängigkeit der lebenswissenschaftlichen Forschungsinfrastruktur in Europa zu stärken. Für dieses Projekt wurde ein Antrag zur Drittmittelförderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht.

Die DFG hat nun mitgeteilt, dass der Antrag keine Förderung erhält. Unabhängig davon hat der Forschungsförderer im Oktober ein Förderprogramm zum Sichern gefährdeter Datenbestände – insbesondere aus ausländischen Cloud-Speichern – und zur Datenresilienz gestartet. ZB MED hat hier bereits einen weiteren Antrag eingereicht, um die Sicherung von Daten als eine Komponente des Projektes OLSPub zu realisieren. Über diesen Antrag wird noch dieses Jahr entschieden.

Trotz der der hohen Relevanz des Themas und der positiven Bewertung der technischen Konzeption und Umsetzung äußerten die Gutachtenden Bedenken. Sie sahen insbesondere bei der Governance-Struktur und der Einbindung internationaler Partner Verbesserungsbedarf.

„Angesichts der Dringlichkeit des Vorhabens haben wir den OLSPub-Antrag in sehr kurzer Zeit erstellt“, erläutert Dr. Miriam Albers, eine der Projektleiter:innen. „Einige Aspekte konnten daher noch nicht in der von den Gutachtenden gewünschten Detailtiefe ausgearbeitet werden. Insbesondere die Abstimmung mit internationalen Partnern benötigt viel mehr Zeit. Wir bedauern dies natürlich und planen nun die nächsten Schritte. Wir sehen uns in der Pflicht, das Thema europäische Forschungssouveränität maßgeblich voranzutreiben. Die Dringlichkeit motiviert uns, auch Lösungen abseits der üblichen Förderverfahren zu suchen.“

Neuer Antrag mit Schwerpunkt Datenresilienz
In der aktuellen DFG-Förderlinie zu Datensouveränität und Cloud-Infrastrukturen hat ZB MED bereits einen neuen Antrag eingereicht. Dieser greift die Vision von OLSPub auf. Er wurde aber komplett überarbeitet und gezielt auf die zu fördernden Aufgaben sowie die Notwendigkeit einer besseren europäischen Verankerung angepasst.

„Mit dem neuen Antrag verfolgen wir konsequent unser Ziel, Offenheit, Transparenz und digitale Souveränität in der wissenschaftlichen Informationsversorgung zu stärken“, betont Prof. Dr. Konrad Förstner, ebenfalls Projektleiter bei OLSPub. „Wir setzen uns vollumfänglich für eine nachhaltige, stabile und zukunftsfähige Informationsversorgung in Forschung und Wissenschaft – insbesondere in der Medizin und den Lebenswissenschaften – ein.“

Weitere Initiativen zur Förderung geplant
Da der neue Antrag auch bei Bewilligung nur einen Teil der notwendigen Projektkosten abdecken würde, bemüht sich ZB MED ergänzend um weitere finanzielle Unterstützung, beispielsweise durch Spenden oder eine Fundraising-Kampagne. Ziel ist es, zusätzliche Partner:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu gewinnen, die die Idee einer offenen, europäischen Forschungsinfrastruktur mittragen. Auf diese Weise bietet sich zudem die Chance, dass das Projekt auch unabhängig von der nationalen Förderung nachhaltig vorangetrieben wird.

ZB MED verfolgt damit eine Doppelstrategie: kurzfristig die Sicherung gefährdeter Datenbestände über die neue DFG-Linie, langfristig den Aufbau einer umfassenden europäischen Infrastruktur mit entsprechender verteilter Finanzierung.

„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, Handlungsfähigkeit, technologische Entwicklung und wissenschaftliche Exzellenz zusammenzubringen, um auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können“, stellt Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftlicher Direktor von ZB MED, fest. „Mit unserem Engagement werden wir nicht nur Daten sichern, sondern auch die uns vertraute Infrastruktur für Wissenstransfer, Nachvollziehbarkeit von Forschungsergebnissen und Verfügbarkeit von validen wissenschaftlichen Informationen langfristig stärken.“

www.zbmed.de