INNOVATIV
Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
Linda Freyberg
Sabine Wolf (Hrsg.)
Band 75: Denise Rudolph Band 74: Sophia Paplowski Band 73: Carmen Krause Band 72:
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Band 71: Rahel Zoller Band 70: Sabrina Lorenz Band 69: Jennifer Hale Band 68:
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13. Mai 2026
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Essentials

In der Ausgabe 04/2026 (Mai 2026) lesen Sie u.a.:

  • Wie verlässlich sind Metadaten für Forschungsdaten wirklich?
  • Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
  • Zwischen Bildschirmzeit, Stress und Lernverlust
  • Warum Bibliotheken im Zeitalter von KI wichtiger werden und mit einem Vertrauensparadox zu kämpfen haben
  • Schweden setzt in Schulen wieder auf Bücher
  • Warum KI-Kompetenz mehr sein muss als Toolwissen
  • Wie stark KI-Texte das Netz schon prägen
  • Open Access bringt Vorteile, aber nicht in jedem Fach auf die gleiche Weise
  • Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten
  • Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Vom Experiment zum Standard:
Wie KI die Arbeit in Buchverlagen verändert

Die Interessengruppe (IG) Digital des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veröffentlicht in Kooperation mit der Unternehmensberatung Highberg die zweite Studie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in deutschen Buchverlagen. An der „KI-Studie der IG Digital 2026“ nahmen 196 Fach- und Führungskräfte aus Verlagen unterschiedlichster Größe und Programmschwerpunkte teil.

Das Fazit der Studie: Die Buchbranche gestaltet den digitalen Wandel aktiv mit. KI entwickelt sich vom experimentellen Werkzeug zu einem festen Bestandteil des Verlagsalltags. Die Branche geht das Thema strategisch an, erweitert das eigene Know-how und nutzt die Technologie gezielt, um Effizienz, Kreativität und Wett­bewerbsfähigkeit zu steigern. Unsicherheiten in rechtlichen und strategischen Fragen bestehen weiterhin – die Richtung ist jedoch klar: Buchverlage öffnen sich verstärkt den Chancen von KI für ihr eigenes Geschäft.

KI als Produktivitäts- und Effizienztreiber

Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Trend: Während 2025 nur 9 Prozent der Befragten die Bedeutung von KI für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch einschätzten, sind es 2026 bereits 31 Prozent. Für 2031 erwarten sogar 83 Prozent eine hohe bis sehr hohe Relevanz von KI für den eigenen Verlag.

Aktuell erkennen Verlage das Potenzial von KI vor allem in der höheren Effizienz von Prozessen (62 Prozent), Marktanalysen (55 Prozent) und der Steigerung der Mitarbeiter*innenproduktivität (43 Prozent). Der Einsatz für strategische Potenziale wie neue Geschäftsmodelle, Wettbewerbsvorteile oder verbesserte Kund*innenzufrie­den­heit werden bislang noch zurückhaltender bewertet – dennoch haben bereits 31 Prozent der Verlage eine KI-Strategie implementiert und weitere 33 Prozent planen dies in naher Zukunft.

Konkret nutzen Verlage KI vor allem für:

  • Contentgenerierung und -bearbeitung: 69 Prozent der Verlage nutzen KI bei der Erstellung neuer Inhalte, z.B. zur Unterstützung des Korrektorats, Plagiats- & Quellenprüfung sowie für neue Audioformate

  • Sparring und Brainstorming: 66 Prozent verwenden KI-Tools für Ideenfindung und Recherche.

  • Contentrecherche und -aggregation: 56 Prozent setzen KI zur schnellen Sammlung und Analyse von Informationen ein.

  • Marketing und Vertrieb: 49 Prozent nutzen KI für die Analyse von Markttrends, personalisierte Angebote und automatisierte Zielgruppenansprache.

  • Prozessoptimierung: 42 Prozent implementieren KI zur Automatisierung von Workflows und Effizienzsteigerung in der Produktion.

  • Rechtliche Fragestellungen: 29 Prozent verwenden KI für Lizenzprüfung, Copyright-Checks und Compliance-Aufgaben.

Insbesondere größere Verlage setzen KI zunehmend strukturiert ein, etwa durch Richtlinien, Lizenzen und klare Unternehmensprozesse. Die größte Herausforderung sieht die Verlagsbranche im Bereich der Rechtssicherheit/Urheberrecht (56 Prozent), gefolgt von den Feldern Datenqualität (45 Prozent) und Input-Output-Qualität der KI-Systeme (38 Prozent).

Kompetenzaufbau und Kooperationen

Die Branche investiert gezielt in interne Kompetenzen: 61 Prozent fördern den Austausch über KI innerhalb des Unternehmens, 49 Prozent tauschen sich branchenweit aus und 55 Prozent führen Schulungen zu KI durch. Zudem stellt die Branche verstärkt eigene KI-Entwicklungsprojekte auf die Beine (2026: 33 Prozent, 2025: 25 Prozent), Kooperationen mit externen Anbietern bleiben mit 39 Prozent weiterhin relevant.