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7. Juni 2026
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In der Ausgabe 04/2026 (Mai 2026) lesen Sie u.a.:

  • Wie verlässlich sind Metadaten für Forschungsdaten wirklich?
  • Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
  • Zwischen Bildschirmzeit, Stress und Lernverlust
  • Warum Bibliotheken im Zeitalter von KI wichtiger werden und mit einem Vertrauensparadox zu kämpfen haben
  • Schweden setzt in Schulen wieder auf Bücher
  • Warum KI-Kompetenz mehr sein muss als Toolwissen
  • Wie stark KI-Texte das Netz schon prägen
  • Open Access bringt Vorteile, aber nicht in jedem Fach auf die gleiche Weise
  • Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten
  • Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden
u.v.m.
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2009 bis 2023

Filmrechercheplattform geht online

Projekt AVefi vernetzt Filmbestände für Archive, Museen und Forschung

Mit AVefi geht eine neue Rechercheplattform online, die Filmbestände institutionsübergreifend vernetzt und auffindbar macht: Über ein rein werkorientiertes Nachweissystem hinausgehend, vernetzt AVefi (Automatisiertes Verbundsystem für audiovisuelle Bestände über einheitliche Filmidentifikatoren) unterschiedliche audiovisuelle Formate – von Spiel- und Dokumentarfilmen bis hin zu Amateur- und Gebrauchsfilmen – und Filmdaten aus Archiven und Sammlungen in einer zentralen, offenen Datenbank und verknüpft sie über einheitliche Filmidentifikatoren.

Die Plattform ermöglicht es, Filmwerke und ihre vorhandenen Materialien über Archivgrenzen eindeutig aufzufinden und verlässlich zu zitieren. Sie hilft beispielsweise bei Fragen wie: Welche Exemplare zu Werken von Helma Sanders-Brahms oder Hermann Schlenker haben verschiedene Einrichtungen? Wo finde ich eine 35-mm-Kopie von „Die Mörder sind unter uns“? Welche dokumentarischen Produktionen zu den Themen „Reisen“ oder „Arbeit“ gibt es? Und wo sind sie zugänglich?

AVefi stellt dafür Daten und Verlinkungen bereit. Die offene Struktur ermöglicht perspektivisch auch eine internationale Erweiterung des Netzwerks.

Filme institutionsübergreifend recherchieren

Filme sind heute in zahlreichen Archiven und Sammlungen überliefert, oft mit unterschiedlichen Datensätzen und Erschließungsständen. AVefi ermöglicht eine übergreifende Recherche nach Titeln, Themen, Orten und beteiligten Personen – über einzelne Archive hinaus. Produktionsdaten, Material- und Formatangaben werden gebündelt dargestellt. Dabei entscheiden die jeweiligen Einrichtungen selbst, welche Bestände sie einbringen. Zu jedem Filmwerk zeigt die Datenbank, in welchen Archiven oder Sammlungen Exemplare vorhanden sind. So werden sowohl gut dokumentierte als auch bislang wenig erschlossene Bestände sichtbar und besser auffindbar.

Einheitliche Filmidentifikatoren als Grundlage

AVefi steht für „Automatisiertes Verbundsystem für audiovisuelle Bestände über einheitliche Filmidentifikatoren“. Im Zentrum der Plattform steht die Vergabe sogenannter einheitlicher Filmidentifikatoren (efi). Jedes Filmwerk, jede Fassung und jedes einzelne Exemplar erhalten eine klare, dauerhafte Kennung. Diese persistenten Identifikatoren ermöglichen es, Datensätze verschiedener Einrichtungen miteinander zu verknüpfen, abgleichbar zu machen und langfristig stabil referenzierbar zu halten. Damit schafft AVefi eine verlässliche Grundlage für Forschung, Lehre und die nachhaltige Nutzung von Metadaten.

Breites Spektrum der Filmkultur

AVefi bildet ein breites Spektrum filmischer Überlieferung ab – vom frühen Kino- über den Dokumentarfilm bis hin zu Gebrauchsfilmen. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf Unterrichts-, Lehr- und Wissenschaftsfilmen sowie auf Amateurproduktionen und auf bislang wenig erschlossenen Beständen. Ziel ist es, gerade kleinere Sammlungen in einem offenen und niedrigschwelligen System sichtbarer zu machen. In der laufenden zweiten Projektphase wird die Plattform zudem um filmbegleitende Materialien mit Werkbezug wie Fotografien, Drehbücher oder Produktionsunterlagen erweitert.

Gemeinschaftsprojekt mit starken Partner:innen

Die Infrastruktur wird seit 2023 in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt entwickelt, das sich derzeit in der zweiten Phase befindet. Beteiligt sind als Verbundpartner die Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (SDK), die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Natur­wissen­schaften und Universitätsbibliothek, die Gesellschaft für wissenschaftliche Daten­verarbeitung mbH Göttingen (GWDG), das Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf (FMD) sowie das Marburg Center for Digital Culture and Infrastructure (MCDCI). Zahlreiche Film- und Medienarchive mit audiovisuellen Beständen unterstützen das Projekt als Praxispartner.

„Mit AVefi entsteht eine Infrastruktur, die das Filmerbe stärker vernetzt“, betont Dr. Sven Bingert (GWDG). „Die Plattform lebt vom Mitmachen. Wir verstehen AVefi als dyna­misches Gemeinschaftsprojekt“, so Antje Dittmann (SDK) und Matti Stöhr (TIB) im Namen der Projektbeteiligten.

Die zum Public Release verfügbaren Bestände werden kontinuierlich erweitert. AVefi ist als offenes Verbundsystem angelegt – weitere Datenquellen und Kooperationspartner sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen. Interessierte Institutionen und Sammlungen sind eingeladen, mit dem AVefi-Projektteam Kontakt aufzunehmen.

Zu AVefi: https://www.av-efi.net/

Zur Projektwebsite: https://projects.tib.eu/av-efi/