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14. Juli 2026
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In der Ausgabe 05/2026 (Juni/Juli 2026) lesen Sie u.a.:

  • Bürgerforum fordert mehr Medienbildung, Plattformregeln und lokale Öffentlichkeit
  • Jugendliche wollen besseren Schutz, aber keine einfachen Social-Media-Verbote
  • Digitale Langzeit­archi­vierung braucht klare Regeln
  • KI-Chatbots werden Teil der wissenschaftlichen Informationssuche
  • Offene Infrastrukturen für
    wissenschaftliche Informationssysteme
  • Warum die Debatte über KI-Texte
    zu kurz greift
  • Lesen als Grundlage
    demokratischer Resilienz
  • Erfundene Quellen
  • US-Bibliotheken neue Lieferwege
  • Warum Hardcover mehr sind
    als schöne Schutzumschläge
  • Lesen auf Papier oder auf dem Bildschirm?
  • Bibliotheksverbände fordern neue
    E-Book-Modelle von großen Verlagen
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Erfolgreiches Bildungsprogramm „Kultur macht stark“
jetzt fortführen – Verzögerung gefährdet Bildungschancen
für Kinder und Jugendliche

Vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen tauschten sich am 9.7.2026 die Programmpartner, darunter der Deutsche Bibliotheks­verband e.V., mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages über die Zukunft des Programms „Kultur macht stark“ und die notwendigen Voraussetzungen für seine Fortführung aus. Dabei wurde deutlich, dass die Forderungen nach Planungssicherheit und einer verlässlichen Fortführung des Programms über Fraktionsgrenzen hin-weg auf große Offenheit stoßen.

Der Entwurf der Bundesregierung zum Haushalt 2027 lässt zentrale Fragen zur Zukunft des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ offen. Dabei erreicht das bundesweit einzigartige Programm gerade jene Kinder und Jugendlichen, deren Bildungs- und Teilhabechancen besonders gefährdet sind. Es braucht jetzt eine verbindliche Zusage für die Fortführung und bedarfsgerechte Finanzierung des Programms.

Damit „Kultur macht stark“ ab 2028 ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann und Kinder und Jugendliche weiterhin Zugang zu den Bildungsangeboten erhalten, muss der Bundeshaushalt 2027 die erforderlichen finanziellen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die 27 Programmpartner fordern deshalb eine Finan­zierung von mindestens 50 Millionen Euro jährlich sowie eine verbindliche Fortführung des Programms für mindestens weitere fünf Jahre, abgesichert durch entsprechende Verpflichtungsermächtigungen ab 2028. Damit würde die Bundesregierung zugleich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD einlösen.

Dazu Saskia Esken, MdB, Vorsitzende im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Bildungsgerechtigkeit steht für mich an erster Stelle, wenn es darum geht, Politik für unsere Gesellschaft zu machen. Wir brauchen bildungspolitische Konzepte, die am Wohl aller Kinder und Jugendlichen orientiert sind, und die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Bildungsangebote außerhalb von Kita und Schule tragen in großem Maße dazu bei, soziale Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln. Kulturelle Bildung und die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur bedeuten sowohl das Erleben von Selbstwirksamkeit und persönlichem Wachstum als auch gesell­schaft­liche Teilhabe. ‚Kultur macht stark‘ – Das trifft es auf den Punkt. Dieses Bildungs­pro­gramm ist, auch vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Herausforderungen, wichtiger denn je.“

Bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut

Angesichts der im Bildungsbericht 2026 benannten Herausforderungen in der früh­kindlichen Bildung, im Ganztag und in der Medienbildung ist „Kultur macht stark“ ein bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut, soziale Spaltung und ungleiche Bildungs­chancen. Allein in den ersten beiden Jahren der laufenden Förder-phase wurden mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Über 90 Prozent der Teilnehmenden berichten von gestärktem Selbstvertrauen und größerer Selbstwirksamkeit.

Seit 2013 beteiligt sich der dbv mit verschiedenen Programmen zur digitalen Leseför­derung und Medienkompetenzstärkung an „Kultur macht stark“. Kathrin Hartmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv): „Mit dem Bundesprogramm ‚Kultur macht stark‘ können wir seit 2013 Projekte von Bibliotheken und ihren lokalen Partnern fördern, die für Kinder und Jugendliche neue Zugänge zum Lesen schaffen und ihre Fähigkeit stärken, Medien nicht nur zu konsu­mieren, sondern diese sicher zu nutzen und kreativ zu gestalten. Insgesamt konnten bereits über 35.000 Kinder und Jugendliche durch den dbv gefördert werden. Ange­sichts der schwindenden Lesekompetenz und der Debatte um Kinderschutz in der digitalen Welt ist es zentral, diese wichtige Arbeit der lokalen Bündnisse auch zukünftig unterstützen zu können.“

Bildungschancen dürfen keine Förderlücken haben

Damit die vierte Förderphase nahtlos beginnen kann, müssen die notwendigen Voraus­setzungen jetzt geschaffen werden. Dazu gehört, die neue Förderrichtlinie noch 2026 vorzulegen und die Bewilligungen spätestens im Sommer 2027 zu erteilen. Die neue Förderrichtlinie sollte dabei die bewährten Strukturen des Programms erhalten – die lokalen Bündnisse für Bildung, die Vielfalt der Programmpartner als Spiegel der außerschulischen kulturellen Bildung sowie die Verfahren der Mittelweiterleitung, Qualitätssicherung und fachlichen Begleitung. Nur so können die hohe Qualität des Programms gesichert, gewachsene Strukturen erhalten und die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt werden.

https://www.buendnisse-fuer-bildung.de/buendnissefuerbildung/de/home/home_node.html

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