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28. Februar 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

  • Soziale Medien und Aufmerksamkeits­entwicklung bei Kindern: Neue Lang­zeitdaten zur ADHS-Risikodiskussion
  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
    Information Retrieval neu gestalten
  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
    Europas nächste Regulierungsdebatte
  • KI und Journalismus:
    Neue Machtverschiebungen
    im Markt für Nachrichteninhalte
  • Print ist tot, es lebe Print!
u.v.m.
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Social Media ist in der Wissenschaft angekommen

Wissenschaft hat soziale Medien für sich als Arbeitsmittel erkannt –
Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 legt bundesweite Studienergebnisse vor

Twitter spielt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kaum eine Rolle. Stattdessen stehen spezialisierte Anwendungen wie Academia, Dropbox oder Moodle hoch im Kurs. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird in Forschung und Lehre besonders viel genutzt. Der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 legt Studienbericht einer bundesweiten Befragung vor.

Soziale Medien wie Wikipedia, Netzwerkplattformen und YouTube haben nicht nur den Alltag der Deutschen erobert, sondern prägen auch die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen. Zu den meist genutzten Anwendungen in der Wissenschaft zählen die Online-Enzyklopädie Wikipedia (von 95% der Befragten beruflich genutzt) und Content Sharing- bzw. Cloud-Dienste wie beispielsweise Dropbox oder Slideshare (68%), die jeweils von mehr als zwei Dritteln der Wissenschaftler/innen für berufliche Zwecke genutzt werden.

Damit erreichen diese Medien in der Wissenschaft einen deutlich höheren Nutzungsgrad als in der Bevölkerung allgemein. Dies belegen Zahlen einer bundesweiten Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die vom Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 von September bis Oktober 2013 durchgeführt wurde.

Die Forschenden wählen zielgerichtet Anwendungen aus, die für ihre Arbeit besonders effizient sind. Der praktische Nutzen und die Erleichterung und Beschleunigung des Arbeitsalltages sind die meistgenannten Motive für den Einsatz der Onlinewerkzeuge. Neben speziell für die Wissenschaft entwickelten Anwendungen wie Content Sharing-Plattformen, Fachwikis, Lernmanagementsystemen, Wissenschaftlichen Sozialen Netzwerken wie Academia.edu und Online-Literaturverwaltungen wie Mendeley wählen sie auch allgemein verbreitete Tools wie Videokonferenzsysteme wie Skype oder Videoplattformen wie Youtube. Für den Zugriff auf die Anwendungen werden neben Notebooks (90%) und PCs (76%) von mehr als der Hälfte der Befragten Smartphones genutzt.

Während fast alle Anwendungen eine Rolle in der Forschungstätigkeit spielen, werden für die Wissenschaftskommunikation vor allem Web 2.0-Anwendungen wie Netzwerkplattformen (von 32% der Befragten genutzt), aber auch Kommunikationstools wie Mailinglisten (39%), Chat bzw. Instant Messaging (30%) und Videokonferenzen (33%) genutzt. Für administrative Aufgaben werden im wissenschaftlichen Umfeld vor allem Mailinglisten (22%) und Content Sharing-Dienste (21%) eingesetzt. In der Lehre dominieren dagegen Wikipedia (60%) sowie Lernmanagementsysteme (43%).

Aus der Alltagskommunikation bekannte und beliebte Web 2.0-Dienste wie Weblogs, Social Networks und Social Bookmarking-Dienste werden nur in geringem Maß zu beruflichen Zwecken von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingesetzt. Der Microblogging-Dienst Twitter erweist sich in der Wissenschaft als Hypemedium, über das mehr gesprochen wird als es tatsächlich genutzt wird. Microblogging-Dienste werden von 10 Prozent der Befragten beruflich genutzt.

Allerdings bleiben auch speziell für Lehre und Forschung entwickelte Anwendungen wie Lernmanagementsysteme und Literaturverwaltungen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Immerhin fast 50 Prozent der Befragten nutzen diese Tools nicht oder kennen sie gar nicht, obwohl sie zum elementaren Handwerkszeug der Wissenschaft gehören. Fast 90 Prozent der Befragten können mit dem Begriff einer „Virtuellen Forschungsumgebung“ nichts anfangen, deren Entwicklung aktuell von vielen Wissenschaftsorganisationen gefordert und gefördert wird. Hier zeigt die Studie Entwicklungsbedarf auf, um das World Wide Web, das einst für die Wissenschaft erfunden wurde, noch stärker in deren Dienst zu stellen.

www.leibniz-science20.de

Zur Studie
In der bundesweiten Online-Befragung wurden insgesamt 778 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Kunst- und Musikhochschulen befragt. Erkundet wurde die Nutzung von 17 Onlinewerkzeugen für die tägliche Arbeit in Forschung, Lehre, Administration und Wissenschaftskommunikation. Neben Intensität und Kontext der Nutzung von Web-Diensten wurden auch die Gründe für Nutzung bzw. Nichtnutzung einzelner Kanäle sowie generelle Einstellungen gegenüber Social-Media-Werkzeugen erfragt. Die Erhebung wurde von Anfang September bis Mitte Oktober 2013 durchgeführt. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0. Die Projektleitung lag beim Medienzentrum der TU Dresden.