26. September 2023
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In der Ausgabe 6/2023 (September 2023) lesen Sie u.a.:

  • Mittendrin in der Transformation
  • Gamification besitzt erhebliches Anwen­dungs­potenzial für Bibliotheken
  • Bibliotheksmagazine: bloße Lager oder auch eine wichtige Dienstleistung?
  • Viele Wissenschaftsverlage haben bislang keine oder unpräzise Richtlinien
    für den Umgang mit generativer KI
  • Klassische Videospiele drohen
    zu verschwinden
  • Wie sieht die Zukunft der
    wissenschaftlichen Tagungen aus?
  • Studie: Hohe Impact-Werte
    ziehen hohe APCs nach sich
  • KI ändert derzeit nichts
    an Googles Vormachtstellung
  • Open Source ist nicht unsicherer
    als proprietäre Software
u.v.m.
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Ausgabe 4 / 2023

NATUR | UMWELT
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uvm

Universität Leipzig bricht Verhandlungen
mit Wissenschaftsverlag Elsevier ab

Die Verhandlungen der Universität Leipzig mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier über die Lizenzierung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften für das laufende Jahr sind gescheitert. Ausschlaggebend waren die aus Sicht der Universität deutlich überzogenen Preisvorstellungen des Großverlags.

"Wir sahen uns zum wiederholten Male damit konfrontiert, dass eine Reduzierung des Angebots mit einer deutlichen Preissteigerung einhergehen sollte. Dieser aggressiven Preispolitik können und wollen wir nicht mehr folgen. Und unsere Bereitschaft, über alternative Lizenzmodelle ins Gespräch zu kommen, stieß nicht auf positive Resonanz. Wir sehen nunmehr keine andere Möglichkeit als den Abbruch der Verhandlungen", sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig.

Bereits 2013 musste die Universität Leipzig auf Grund mangelnder Ressourcen die konsortiale Lizenzvereinbarung für den Freistaat Sachsen einseitig kündigen. Der Folgevertrag für 2014 war mit einer erheblichen Reduzierung der Inhalte und damit einem deutlich schlechteren Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Universität verbunden. Unter den zuletzt rund 300 Zeitschriften gab es mehrere, für die eine fünfstellige Jahresgebühr fällig wurde - der Betrag für die teuerste Zeitschrift belief sich auf mehr als 21.000 Euro.

"Für die Universität Leipzig geht es natürlich in erster Linie um das wirtschaftliche Handeln, dem wir uns verpflichtet sehen. Es betrifft aber zunehmend auch die Frage, wie wissenschaftliche Einrichtungen, die einen Großteil der von Elsevier angebotenen Inhalte ja erst produzieren, die Informationsversorgung ihrer Forscher in Zukunft organisieren wollen. Das von Elsevier offenbar unverändert favorisierte, unflexible Geschäftsmodell der sogenannten Big Deals halten wir für überholt", erklärt Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek.

Rektorin Beate Schücking wirbt bereits seit längerem dafür, sogenannte Nationallizenzen auch für die wissenschaftlichen Großverlage einzuführen. "Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Modell der National- beziehungsweise Allianz-Lizenzen muss ausgeweitet werden." Am Ende müsse es nationale Lizenzen für die wichtigsten Pakete der wissenschaftlichen Online-Journale geben, wie es in Norwegen, der Schweiz und Schweden bereits der Fall sei. Ihrer entsprechenden Initiative habe sich die Hochschulrektorenkonferenz bereits angenommen, sagt Schücking. "Aber der Weg dorthin ist natürlich lang."

Darüber hinaus fördert die Universität Leipzig verstärkt Open Access, das heißt die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ihrer Mitglieder weltweit. Sie hat diese Förderung zu einem strategischen Ziel erklärt und im vergangenen Monat eine entsprechende "Open Access Policy" verabschiedet.

Der weltweit agierende Wissenschaftsverlag Elsevier steht seit Jahren wegen einer aggressiven Preispolitik für wissenschaftliche Zeitschriften in der Kritik. Zuletzt hatten 2012 Wissenschaftler im Rahmen der internationalen Kampagne "Cost of Knowledge" zu einem Boykott des Verlages aufgerufen. In Deutschland hat im vergangenen Jahr die Universität Konstanz aus den gleichen Gründen wie jetzt die Universität Leipzig die Lizenzverhandlungen mit Elsevier abgebrochen.

– Dipl.-Journ. Carsten Heckmann

Ansprechpartner:
Charlotte Bauer
Stellvertretende Direktorin der Leipziger Universitätsbibliothek
Telefon: +49 341 97-30512
E-Mail: bauer@ub.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Matthias Schwarz
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Telefon: +49 341 97-30020
E-Mail: prorektor.forschung@uni-leipzig.de