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3. Mai 2026
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In der Ausgabe 03/2026 (April 2026) lesen Sie u.a.:

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  • Entwicklungen im Medienalltag
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  • Warum Bibliotheken bei KI, Lizenzen
    und Fair Use mitreden müssen
  • Entwicklungen für die Zukunft
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  • Forschungsdaten als Publikationsform
  • Wie Forschende mit KI-gestützten Recherchetools arbeiten
  • KI-Erschöpfung und „Vocational Awe“
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  • Aufmerksamkeitskrise oder Designproblem? Was Bibliotheken aus der Debatte über Lesen und Bildschirme lernen können
  • Die Stiftsbibliothek St. Gallen:
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  • Bibliotheken als Räume für Wohlbefinden
    im Gesundheitswesen
  • Das Ende eines Formats: Der Niedergang des Massenmarkt-Paperbacks
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2009 bis 2023

Universität Leipzig bricht Verhandlungen
mit Wissenschaftsverlag Elsevier ab

Die Verhandlungen der Universität Leipzig mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier über die Lizenzierung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften für das laufende Jahr sind gescheitert. Ausschlaggebend waren die aus Sicht der Universität deutlich überzogenen Preisvorstellungen des Großverlags.

"Wir sahen uns zum wiederholten Male damit konfrontiert, dass eine Reduzierung des Angebots mit einer deutlichen Preissteigerung einhergehen sollte. Dieser aggressiven Preispolitik können und wollen wir nicht mehr folgen. Und unsere Bereitschaft, über alternative Lizenzmodelle ins Gespräch zu kommen, stieß nicht auf positive Resonanz. Wir sehen nunmehr keine andere Möglichkeit als den Abbruch der Verhandlungen", sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig.

Bereits 2013 musste die Universität Leipzig auf Grund mangelnder Ressourcen die konsortiale Lizenzvereinbarung für den Freistaat Sachsen einseitig kündigen. Der Folgevertrag für 2014 war mit einer erheblichen Reduzierung der Inhalte und damit einem deutlich schlechteren Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Universität verbunden. Unter den zuletzt rund 300 Zeitschriften gab es mehrere, für die eine fünfstellige Jahresgebühr fällig wurde - der Betrag für die teuerste Zeitschrift belief sich auf mehr als 21.000 Euro.

"Für die Universität Leipzig geht es natürlich in erster Linie um das wirtschaftliche Handeln, dem wir uns verpflichtet sehen. Es betrifft aber zunehmend auch die Frage, wie wissenschaftliche Einrichtungen, die einen Großteil der von Elsevier angebotenen Inhalte ja erst produzieren, die Informationsversorgung ihrer Forscher in Zukunft organisieren wollen. Das von Elsevier offenbar unverändert favorisierte, unflexible Geschäftsmodell der sogenannten Big Deals halten wir für überholt", erklärt Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek.

Rektorin Beate Schücking wirbt bereits seit längerem dafür, sogenannte Nationallizenzen auch für die wissenschaftlichen Großverlage einzuführen. "Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Modell der National- beziehungsweise Allianz-Lizenzen muss ausgeweitet werden." Am Ende müsse es nationale Lizenzen für die wichtigsten Pakete der wissenschaftlichen Online-Journale geben, wie es in Norwegen, der Schweiz und Schweden bereits der Fall sei. Ihrer entsprechenden Initiative habe sich die Hochschulrektorenkonferenz bereits angenommen, sagt Schücking. "Aber der Weg dorthin ist natürlich lang."

Darüber hinaus fördert die Universität Leipzig verstärkt Open Access, das heißt die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ihrer Mitglieder weltweit. Sie hat diese Förderung zu einem strategischen Ziel erklärt und im vergangenen Monat eine entsprechende "Open Access Policy" verabschiedet.

Der weltweit agierende Wissenschaftsverlag Elsevier steht seit Jahren wegen einer aggressiven Preispolitik für wissenschaftliche Zeitschriften in der Kritik. Zuletzt hatten 2012 Wissenschaftler im Rahmen der internationalen Kampagne "Cost of Knowledge" zu einem Boykott des Verlages aufgerufen. In Deutschland hat im vergangenen Jahr die Universität Konstanz aus den gleichen Gründen wie jetzt die Universität Leipzig die Lizenzverhandlungen mit Elsevier abgebrochen.

– Dipl.-Journ. Carsten Heckmann

Ansprechpartner:
Charlotte Bauer
Stellvertretende Direktorin der Leipziger Universitätsbibliothek
Telefon: +49 341 97-30512
E-Mail: bauer@ub.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Matthias Schwarz
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Telefon: +49 341 97-30020
E-Mail: prorektor.forschung@uni-leipzig.de