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5. September 2026
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In der Ausgabe 06/2026 (August 2026) lesen Sie u.a.:

  • Was Hochschul­bibliotheken von ihren Hochschulen lernen müssen
  • Kinder in der digitalen Welt
  • Metadaten als Infrastruktur
  • Wenn Bots katalogisieren
  • Von Abschlusskleidern bis
    Geisterjagd-Ausrüstung in der
    „Library of Things“ unterwegs
  • Lesen als Infrastrukturaufgabe
  • Wie Jugendliche Social Media
    wirklich erleben
  • Warum KI-Angst beim wissenschaftlichen Schreiben nicht nur schlecht ist
  • Nur jede vierte Universitätsbibliothek veröffentlicht ihre Digital-Preservation-Policy
  • Dua Lipa eröffnet Bibliothek für
    verbotene und zensierte Bücher in Porto
  • Lesen im Zeitalter der Ablenkung
  • Wiley übernimmt Emerald und baut
    KI-relevantes Forschungsportfolio aus
  • KI prägt den Markt für Bibliothekssysteme
  • Hörbuchmarkt wächst weiter,
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u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Neues KI-Rechenzentrum am KIT

Mehr Rechenleistung in Schnellbauweise für Forschung,
digitale Unabhängigkeit und Klimaschutz

Ein neues Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und wissen­schaft­liches Rechnen baut das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Es soll Forschenden, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg eine noch leistungsfähigere digitale Infrastruktur bieten und so die digitale Souveränität des Landes stärken. Durch Nutzung der Abwärme leistet es gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz. Der Bund und das Land Baden-Württemberg fördern das Vorhaben mit 24 Millionen Euro.

Foto: Andreas Drollinger
Im neuen modular aufgebauten Rechenzentrum ermöglichen Hochleistungsverbindungsleitungen die Vernetzung zahlreicher Systeme.

Die Forschung in der Medizin, an umweltschonender Energiever­sor­gung oder modernen KI-Anwen­dungen erfordert enorme Rechen­kapazitäten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den energie­effizienten Betrieb von Rechen­zentren. Mit dem Bau eines neuen Rechenzentrums schafft das KIT jetzt die Voraussetzungen, um den wachsenden Bedarf an Rechen­leistung zu decken und gleichzeitig die digitale Infrastruktur nachhaltiger zu gestalten.

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören für uns zusammen“, sagt Professorin Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des KIT. „Mit dem neuen Rechenzentrum schaffen wir die Grundlage für die Forschung und KI-Anwendungen der Zukunft. Gleichzeitig nutzen wir die entstehende Abwärme, um Gebäude auf dem Campus zu beheizen und optimieren den Betrieb des Rechenzentrums nach Nachhaltigkeitskriterien. So stärken wir die digitale Infrastruktur und treiben die Defossilisierung des KIT sowie andere Nachhaltigkeitsaspekte weiter voran.“

Infrastruktur wächst mit dem Bedarf

„Leistungsfähige Rechenzentren sind Voraussetzung für viele wissenschaftliche Durch­brüche und für den erfolgreichen Einsatz Künstlicher Intelligenz“, sagt Professor Martin Frank, Direktor des Scientific Computing Center (SCC) am KIT. „Ob bei der Entwick­lung neuer Medikamente, der Erforschung des Klimawandels oder der Gestaltung nachhaltiger Energiesysteme: Ohne große Rechenkapazitäten lassen sich viele Herausforderungen nicht bewältigen.“

Die Anlage soll zunächst eine elektrische Leistung von rund zwei Megawatt haben. Diese Rechenleistung ermöglicht es, mehrere große wissenschaftliche Simulationen und KI-Anwendungen parallel zu betreiben. Dank modularer Bauweise und eines Stromanschlusses von bis zu zehn Megawatt kann die Rechenkapazität bei steigendem Bedarf erweitert werden.

Mehr Auslastung, weniger Leerlauf: Tags KI, nachts Simulationen

„Rechenleistung ist eine wertvolle Ressource. Unser Ziel ist deshalb ein System, das gewissermaßen mit dem Bedarf atmet“, sagt Dr. Martin Nußbaumer, ebenfalls Direktor des SCC am KIT. „Tagsüber stellt es mehr Kapazitäten für KI-Anwendungen bereit, wenn diese besonders gefragt sind. Nachts nutzt es dieselbe Infrastruktur für rechenintensive Simulationen, etwa in der Klimaforschung. So vermeiden wir ungenutzte Kapazitäten und stärken gleichzeitig mit einem gut ausgebauten KI-Angebot die digitale Souveränität durch eine intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen.“

Das Rechenzentrum entsteht in unmittelbarer Nähe zum Blockheizkraftwerk auf dem Campus Nord des KIT. Die bei den Rechnern entstehende Wärme soll über Wärme­pumpen in das Wärmenetz des Campus eingespeist werden. Auf diese Weise kann das Rechenzentrum künftig einen großen Teil des Wärmebedarfs der Gebäude dort decken und den Einsatz fossiler Energieträger reduzieren.

Die Bauarbeiten sollen schnellstmöglich beginnen und spätestens Ende 2029 abgeschlossen sein. Die ersten Rechner sollen 2030 in Betrieb gehen. Sie ersetzen dann bestehende Systeme des KIT und schaffen zusätzliche Kapazitäten für datenintensive Forschung.

Das Vorhaben mit geschätzten Gesamtkosten von 24 Millionen Euro für den Bau ist Teil der Schnellbauinitiative des Bundes, mit der wichtige Infrastrukturprojekte für Wissen­schaft, Digitalisierung und Innovation deutlich schneller als bisher umgesetzt werden sollen. (mex)