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16. Oktober 2026
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In der Ausgabe 08/2026 (Oktober 2026) lesen Sie u.a.:

  • Mehrheit der Jugendlichen befürwortet Social-Media-Verbot
  • Zwischen Überforderung und Verantwortung:
    Was Eltern über die digitale Welt ihrer Kinder wissen und was nicht
  • Der Informationsschock und
    die Zukunft des Bibliotheksberufs
  • Tim Coates analysiert 15 Jahre
    IMLS-Daten zu US-amerikanischen öffentlichen Bibliotheken
  • Was der Clarivate-Bericht 2026 über
    den KI-Stand in Bibliotheken verrät
  • Wie öffentliche Bibliotheken in den USA
    und Kanada mit KI-Policies umgehen
  • Schadet das digitale Ausleihen von Bibliotheken dem Buchmarkt?
  • PEN America dokumentiert eskalierende Zensur in US-amerikanischen
    öffentlichen Bibliotheken
  • Wie sich das Publikationsverhalten wissenschaftlicher Bibliothekar:innen wandelt
  • US-Hochschulbibliotheken fördern zunehmend das Wohlbefinden
    von Studierenden
  • Klage gegen Elsevier auf Rückzug einer Studie geht in Richtung Gerichtsverhandlung
  • Unabhängige Buchläden in Hongkong
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

„Originalerhalt um jeden Preis“ – Bundestagsabgeordnete
unterstreichen gesellschaftliche Bedeutung von Schriftguterhalt

Auf der 3. Tagung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) „Originale erhalten – Demokratie sichern“ am 8. Oktober 2026 diskutierte Vladimir Balzer (Deutschlandfunk) mit Bundestags­abgeordneten zur Bedeutung von Originalquellen für die Demokratie.

© Staatsbibliothek zu Berlin, Hagen Immel
Kai Michael-Sprenger, David Schliesing, Katrin Göring-Eckardt

Johannes Volkmann (CDU/CSU) betonte: Wer die Notariatsfunktion von Archiven bewahren wolle, brauche „den Originalerhalt um jeden Preis – und das meine ich sprichwörtlich“. Es sei „eine Frage des Selbstrespekts vor uns als Kulturnation, auch in die Ressourcen zu investieren, die notwendig sind, um den Erhalt unseres kollektiven Gedächtnisses sicherzustellen.“

Volkmann warnte davor, Digitalisierung und Originalerhalt gegeneinander aus­zuspielen. Insbesondere mit Blick auf Langzeitverfügbarkeit mahnte er an: „Ich glaube, dass es angesichts der disruptiven Umbrüche bei KI keine langfristig sichere Form der digitalen Aufbewahrung gibt.“ Die Standortdiskussionen zur Deutschen Nationalbibliothek und dem Bundesarchiv zeigen, dass es zukunftsfähige Konzepte brauche, die die Infrastruktur für den Originalerhalt sicherstellen.

Holger Mann (SPD) betonte: „Für die Erweiterung der DNB wie die Modernisierung des Bundesarchivs sind wir gemeinsam unterwegs“. Er betonte aber zugleich: „Die Aufgabe ist riesig. Der Bundesrechnungshof hat jüngst dem Erhalt schriftlichen Kulturguts eine besondere Bedeutung beigemessen und gefordert, dass die KEK konzeptionell stärker sowohl den Erhalt als auch die Digitalisierung verfolgen soll. Es geht also nicht um ein ‚Entweder-Oder‘, sondern um Schriftguterhalt und Digitalisierung zugleich. Gerade mit Blick auf die Entwicklungen im Bereich generativer KI ist es unglaublich wertvoll, Schriftgut im Original zu bewahren.“

Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) hofft, dass Beschlüsse und Hand­lungen zum effektiven Kulturgutschutz von der Koalition verabschiedet werden. Die Feststellung, dass „Papier immer noch das Beste“ für die langfristige Sicherung sei, bedeute, es bedarf eines funktionierenden Erweiterungsbaus und der Finanzierung des Bundesarchives. Effektiver Schutz und Aufheben heiße jedoch auch, „dass wir uns auf Notfälle einstellen“.

Das bedeute, auf Klimakrise, Überschwemmungen, schlimmstenfalls auf Kriege vor­bereitet zu sein. In der Ukraine seien zuerst Theater, Opernhäuser, Bibliotheken und Archive angegriffen worden, „um zu versuchen, nicht nur Kulturgut, sondern die Seele des Volkes“ zu treffen. Göring-Eckhardt resümierte: „Ich finde, dieses Geld bereit­zustellen, bedeutet, dass wir sichern, auf welcher Grundlage wir in unserem Land und in unserer Demokratie stehen.“

Auch David Schliesing (Die Linke) machte deutlich, wie wichtig der Schutz schriftlichen Kulturguts vor Katastrophenereignissen sei. Mit Blick auf das Stasi-Unterlagen-Archiv in Sachsen-Anhalt, dessen Bestände derzeit in der Moritzburg in Halle an der Saale untergebracht sind, warnte er: „Wenn dort Hochwasser kommt, dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass einfach dieses Archiv überspült wird.“

Anbei finden Sie die PM sowie Fotos der Podiumsdiskussion. Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion ist abrufbar unter: https://youtu.be/8FcV7B_pjGg

Die Podiumsdiskussion war Teil der 3. KEK-Tagung „Originale erhalten – Demokratie sichern“, die am 8. Oktober 2026 rund 250 Teilnehmende vor Ort in der Staatsbibliothek zu Berlin und im Livestream verfolgten. Am Nachmittag stellten Expert·innen aus Archiven und Bibliotheken Projekte zur Sicherung gefährdeter Quellen vor, von der Massenentsäuerung von DDR-Schriftgut bis zur interkommunalen Notfallvorsorge.

www.kek-spk.de