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Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
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28. Februar 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

  • Soziale Medien und Aufmerksamkeits­entwicklung bei Kindern: Neue Lang­zeitdaten zur ADHS-Risikodiskussion
  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
    Information Retrieval neu gestalten
  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
    Europas nächste Regulierungsdebatte
  • KI und Journalismus:
    Neue Machtverschiebungen
    im Markt für Nachrichteninhalte
  • Print ist tot, es lebe Print!
u.v.m.
  fachbuchjournal

Buchbranche in Deutschland: Aktiv, erfolgreich, meinungsbildend

Buchbranche im Zehn-Jahres-Vergleich: Umsatz behält sein Niveau trotz wachsender Medienkonkurrenz

Bücher sind eine feste Größe der Medienlandschaft. Die Verlags- und Buchhandelsbranche geht deshalb mit Zuversicht in das Bücherjahr 2016. „Die Buchbranche leistet mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen einer freien, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft. Sie gestaltet den Medienwandel aktiv und erfolgreich mit. So ist der stationäre Buchhandel längst nicht mehr ausschließlich stationär, sondern baut seine erfolgreiche Multi-Channel-Strategie immer weiter aus. Das zahlt sich ebenso aus wie die kreativen digitalen Vorstöße im Verlagswesen. Deshalb blieb der Umsatz der Buchbranche im letzten Jahrzehnt auch auf gleichbleibend hohem Niveau, obwohl die Medienkonkurrenz in dieser Zeit massiv angewachsen ist“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heute zum Auftakt der Leipziger Buchmesse. „Das ist beachtenswert, vor allem vor dem Hintergrund, dass im gleichen Zeitraum die Preisentwicklung von Büchern rückläufig war.“ 2005 kostete ein Buch durchschnittlich 15 Euro, 2015 waren es nur noch 14,59 Euro. Insgesamt macht die Buchbranche im Jahr rund 9,4 Mrd. Euro Umsatz.

Sachbücher im Trend

Das Jahr 2016 hat für den Buchhandel nach einem leichten Umsatz-Minus von 1,7 Prozent in 2015 (Sortimentsbuchhandel, Online-Handel, Bahnhofsbuchhandel und Warenhäuser) gut begonnen. Im vergangenen Jahr verkauften sich Sachbücher besonders gut. Der Umsatz mit dieser Warengruppe stieg 2015 trotz der Vorjahreserfolge (2014 plus 5,4 Prozent gegenüber 2013) nochmals um 1,6 Prozent. Knapp unter Vorjahresniveau blieb mit minus 0,8 Prozent das Reisesegment. Ebenfalls leicht im Minus die Warengruppe Kinder- und Jugendbücher mit 1,0 Prozent. Im Minus blieb mit 1,6 Prozent die Warengruppe Belletristik. Weiter leicht im Aufwind ist die Editionsform E-Book. Mit elektronischen Büchern wurden im Publikumsmarkt 2015 insgesamt 4,5 Prozent des Umsatzes gemacht, das sind 4,7 Prozent mehr als 2014.

Mit großer Sorge beobachtet der Börsenverein die Entwicklung der Meinungs- und Publikationsfreiheit weltweit. „Die Meinungs- und Publikationsfreiheit ist die notwendige Bedingung für eine demokratische, freie und pluralistische Gesellschaft. Sie ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar“, sagte Alexander Skipis. „Wenn Autoren und Verleger wegen Publikationen zum Tode verurteilt, gefoltert, verschleppt, inhaftiert und schikaniert werden, wenn ihre Familien verfolgt werden, dann sind das Alarmsignale für die freie Welt.“ Das gelte leider für viele Länder wie Syrien, Saudi-Arabien, Katar, China oder Ägypten, aber auch für die Türkei oder EU-Staaten wie Ungarn oder Polen. „Es ist beängstigend, wie schnell eine Wertegemeinschaft wie die Europäische Union elementare Menschenrechte ausblendet, wenn sie beispielsweise Hilfe für das Problem des enormen Flüchtlingszuzugs nach Europa, das sie eigentlich selbst regeln sollte, von der Türkei in Anspruch nehmen will“, so Skipis.

„Der Börsenverein fordert deshalb die Bundesregierung auf, entschieden für das Recht auf Meinungsfreiheit und für die Verfolgten einzutreten und ihre Politik gegenüber Staaten, in denen Menschenrechte eklatant verletzt werden, zu überprüfen“, sagte Skipis. Meinungsfreiheit sei eine Errungenschaft und nicht selbstverständlich, von ihr müsse täglich auch hierzulande Gebrauch gemacht werden. „Eine starke Verlags- und Buchhandelslandschaft ist eine Voraussetzung für eine solche gelebte Meinungsfreiheit in der Gesellschaft, denn Verlage und Buchhandlungen sind eine tragende Säule der Meinungsbildung“, sagte Alexander Skipis. Für die deutsche Buchbranche sei es eine Verpflichtung, dafür einzutreten und in ihrer Arbeit Meinungsfreiheit zu realisieren.

Für das Wort und die Freiheit: Solidaritätsaktion im Gewandhaus

Gemeinsam wollen die Leipziger Buchmesse und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels deshalb zur Eröffnung der Buchmesse mit der Kultur- und Buchbranche im Gewandhaus ein Zeichen setzen. „Für das Wort und die Freiheit halten wir alle heute Abend ein Plakat in die Höhe. Diese Aktion soll eine Mahnung sein, eine Forderung nach weltweiter Meinungsfreiheit und ein Zeichen der Solidarität mit verfolgten Autoren, Verlegern und Buchhändlern“, kündigt Skipis an.