13. Dezember 2019
  NEWS

Neue Stadtteilbibliothek Köln-Kalk erweitert als inspirierender Dritter Ort
die Öffnungszeiten mit open+

Die jüngst modernisierte Stadtteilbibliothek Kalk in Köln ist ein vibrierender Dritter Ort nach einem Konzept des international renommierten Creative Guide Aat Vos. Herausragend ist der zukünftige Einsatz der open+ Lösung von bibliotheca, die eine Öffnung als unbemannte Open Library ermöglicht. Neben 32 Servicezeiten in der Woche öffnet die Bibliothek nun zusätzlich 17 Stunden autark ohne Personal. Das entspricht einem Ausbau der Öffnungszeiten um 53 Prozent. Den Anforderungen an eine fortschrittliche Bibliothek 4.0 mit hohem emotionalem Erlebniswert und mit einer großen zeitlichen Flexibilität für die Besucher wird somit entsprochen.

Foto: ©Marco Heyda

Die Bibliothek als Dritter Ort

Das neue Raumkonzept und die technische Ausstattung lassen die Stadtteilbibliothek zu eine der modernsten und innovativsten Deutschlands werden. Die architektonische Leitung für das Projekt hatte der niederländische Architekt und Creative Guide Aat Vos. Unterstützt wurde er vom Büro FRANKE Architektur|Innenarchitektur in Düren. In Anlehnung an den Urheber der Third Place-Theorie, Dr. Ray Oldenburg, konzeptioniert Aat Vos die Bibliothek als einen offenen Dritten Ort, einen innovativen urbanen Wohnraum, den alle Bewohner des Stadtteils zum Treffen, Kommunizieren, Lernen und Arbeiten nutzen können. Der Creative Guide hat klare Vorstellungen: „Unser Dritter Ort soll fair, informell, inspirierend und persönlich sein.“ Konzept und Gestaltung basieren auf einem partizipativen „Design Thinking“ Prozess, an dem Bürger und Bibliotheksnutzer im Kontext einer sozialräumlichen Analyse sowie Mitarbeiter der Bibliothek beteiligt waren. Die trendig eingerichteten Räume laden zum Gaming, zum Entspannen aber auch zur Interaktion ein.

Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln, konkretisiert: „Das Ziel der Modernisierung sind Räume und Angebote, die verdeutlichen, wie Bibliotheken ihre Aufgaben zeitgemäß wahrnehmen können: Junge Menschen werden hier ermutigt, selbst kreativ zu werden. Die Bibliothek vollzieht einen Paradigmenwechsel und wird zu einem gemeinsam nutzbaren Ort, der einlädt, Erfahrungen zu sammeln, Pläne zu schmieden, Wissen zu vertiefen, sozialen Zusammenhalt zu lernen – oder sich einfach in einem nichtkommerziellen Umfeld aufzuhalten und wohlzufühlen.“

Rita Höft, Leitung Dezentrales Bibliothekssystem der Stadtbibliothek Köln, ergänzt: „Kalk ist ein absolut pulsierender Stadtteil, der sich gerade stark mausert und von einer bunten, engagierten und kreativen Bevölkerung bewohnt wird. Die neu gestaltete Stadtteilbibliothek schafft mit ihrem spielerisch-ästhetischen, legeren Interior Design und ihrer technischen Ausstattung ideale Voraussetzungen für vielfältige Bildungsmöglichkeiten in einem heterogenen, multikulturellen Umfeld wie Kalk.“

Fotos: ©Marco Heyda

Längere Öffnungszeiten mit open+

Diesem Kontext entsprang der Wunsch, die Räume und Angebote der Bibliothek auch am Montag und an den anderen Tagen länger zur Verfügung zu stellen. Das Open Library Konzept bot sich als erstklassige Lösung an. Kalk hat seine Öffnungszeiten auf diese Weise um 53 Prozent ausgebaut.

bibliothecas open+ Lösung ermöglicht einen personallosen Betrieb der kompletten technischen Infrastruktur inkl. Beleuchtung, Alarmanlage und Bibliothekssystem. Zum Einsatz kommt eine technologisch hochmoderne RFID-Gesamtanlage, die neben der Open Library Technik auch Sicherungsgates und Selbstverbuchungsstationen mit integrierter Bezahlfunktion und Rückgabebehältern umfasst. Während der personallosen Zeiten authentifizieren sich die Besucher mit ihrer Bibliothekskarte am Eingang, am sogenannten Entry Panel, um die Bibliothek betreten zu können. Die Selbstverbucher, selfCheck 1000 genannt, dienen dem Bibliotheksbesucher sowohl zur eigenhändigen Ausleihe und Rückgabe der Medien, als auch zum Bezahlen von Gebühren mit Karte, Bargeld oder via NFC. Die angeschlossenen Rückgabebehälter mit biologischer Sortierung optimieren die Rückgabe. Alle relevanten Verbuchungs- und Kontoverwaltungsprozesse können mit nur wenigen Klicks effizient an ein und derselben Station erledigt werden. Eine intuitive Benutzerführung am Touchscreen entspricht den hohen Erwartungen der Nutzer im Smartphone-Zeitalter.

Dirk Schagen, Vertriebsdirektor bibliotheca Germany, betont: „Bibliotheken spielen dank ihrer Funktion als kommerzfreie öffentliche Orte der Begegnung, Wissens- und Kulturvermittlung in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft eine zentrale Rolle. Die flexible Öffnung und Nutzung der Bibliothek, räumlich als auch zeitlich, ist in diesem Kontext ein bedeutender Faktor. Mit unserer Open Library Lösung kann die Stadtteilbibliothek ihre Öffnungszeiten entsprechend des lokalen Bedarfs erweitern und ihre gesamtes Angebotsspektrum durchgehend von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr offerieren, ohne dass die Besucher auf zwischenzeitliche Schließzeiten achten müssten.“

Langjährig bewährtes Open Library Konzept

bibliotheca blickt weltweit auf mehr als 1.000 erfolgreiche open+ Installationen. Insbesondere in den Nordischen Ländern ist das Konzept sehr beliebt: über 25 Prozent aller öffentlichen Bibliotheken profitieren von zusätzlichen open+ Stunden. Die Möglichkeit abends, über mittags oder auch sonntags die Bibliothek zu nutzen, wird von den Besuchern sehr begrüßt und explizit gewünscht. Die Bücherhallen Hamburg, die seit 2014 Stadtteilbibliotheken sukzessiv mit der open+ Technik ausstatten, verzeichnen einen positiven Anstieg der Ausleihzahlen. Die die Stadtbibliothek Hannover-List, die seit August 2017 auf open+ setzt, freut sich neben den steigenden Zahlen über einen deutlichen Image-Gewinn.

Ein echter Schatz für den Stadtteil

„Das ist ein richtiger Leuchtturm für Kalk und für Köln“, sagte Kölns Bürgermeistern Elfi Scho-Antwerpes im Rahmen der Eröffnungsfeier gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Ein aufstrebender Stadtteil – Kalk erfindet sich gerade neu, als modernes Szeneviertel mit alter Industrievergangenheit – bekommt das, was er verdient: solch eine tolle Stadtbibliothek als Experimentier- und Wohlfühlort. Und das mit einer visionären Raumanordnung, wie man sie bislang in Köln und sogar in ganz Deutschland nicht kennt.“

75% der Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Kalk haben eine Migrationsgeschichte. Schon vor der Sanierung war die Kalker Bibliothek Experimentierfeld für Gaming und medial-digitale Kompetenzen und hat mit ihren Angeboten besonders Jugendliche angesprochen. Im ersten Stock der Bibliothek wurde nun eine speziell für das junge Publikum maßgeschneiderte Landschaft erschaffen: Dort kann die Generation X in unmittelbarer Nähe des Urban Screen Digitektur Projekts ‘chillen’, abhängen, arbeiten oder sich treffen. Die äußerst unkonventionelle, gemütliche Atmosphäre und die breite Vielfalt moderner, kreativer und interaktiver Makerspace-Angebote öffnet der jüngeren Generation die Tür in die Zukunft, damit auch für sie die Bibliothek ihr altes, muffiges Image für immer abgeworfen hat.

Stadtbibliothek Köln

Die Stadtbibliothek Köln ist eine zutiefst demokratische Einrichtung. Als ein lebendiger Ort des Wissens, der Inspiration, der Integration und Chancengleichheit steht sie allen Menschen offen. Ziel ist es, eine größtmögliche Benutzerzufriedenheit bei optimaler Nutzung ihrer medialen, interaktiven und kundenorientierten Angebote zu erreichen. Aktualität und professioneller Service haben dabei höchste Priorität. Die Stadtbibliothek Köln (Sek. I im DBV, 1,03 Mio. EW) handelt proaktiv und zählt mit ihren oft unkonventionellen Ideen zur Avantgarde im deutschen Bibliothekswesen. Sie ist besonders im Kontext digitale Bildung Vorreiterin und dient vielen Bibliotheken als Inspirationsquelle und Ratgeber. 2015 wurde sie als Bibliothek des Jahres ausgezeichnet.

Aat Vos, Creative Guide

Mehr Informationen über Aat Vos und warum Bibliotheken ein dritter Ort für alle werden sollten:
https://aatvos.com/warum-bibliotheken-ein-dritter-ort-fur-alle-werden-sollten/
https://aatvos.com/project/koln-kalk-library/

www.bibliotheca.com