20. November 2019
  NEWS

Springer Nature veröffentlicht sein erstes maschinengeneriertes Buch

Innovativer Buchansatz zu neuesten Forschungsergebnissen auf dem Gebiet von Lithium-Ionen-Batterien.
Der Prototyp entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe
„Angewandte Computerlinguistik“ der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

© Springer Nature
Buch-Cover „Lithium-Ion Batteries. A Machine-Generated Summary of Current Research”

Springer Nature veröffentlicht sein erstes maschinengeneriertes Buch in Chemie. Der neue Buchprototyp bietet einen Überblick über die neuesten Forschungspublikationen zum Thema Lithium-Ionen-Batterien. Das Ergebnis dieses innovativen Buchtyps ist eine strukturierte, automatisch generierte Zusammenfassung einer großen Anzahl aktueller Forschungsartikel aus diesem Bereich. Forscher erhalten hierdurch die Möglichkeit, das schnell wachsende Informationsaufkommen auf diesem Gebiet effizient zu überschauen.

Das Projekt basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Springer Nature und Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt/Main, bei der ein Algorithmus entwickelt wurde. Der sogenannte Beta Writer selektiert und verarbeitet automatisch relevante Publikationen, die auf der Plattform SpringerLink veröffentlicht wurden. Diese wissenschaftlich begutachteten Veröffentlichungen von Springer Nature werden von dem Algorithmus einem ähnlichkeitsbasierten Clustering unterzogen, um die Quelldokumente in zusammenhängende Kapitel und Abschnitte zu gliedern. Das Ergebnis sind prägnante Zusammenfassungen auf Grundlage der publizierten Artikel. Die extrahierten Zitierungen sind mit Hyperlinks versehen, so dass der Leser eindeutige Verweise auf die Quelldokumente erhält. Automatisch erstellte Inhaltsverzeichnisse und Referenzen erleichtern die Orientierung innerhalb des Buchprototypen.

Niels Peter Thomas, Managing Director Books bei Springer Nature, sagt: „Springer Nature blickt auf eine lange Tradition und Expertise im akademischen Verlagswesen zurück. Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Zukunft des Verlegens und Lesens von Büchern aktiv mitzugestalten. Neue Technologien rund um Natural Language Processing und Künstliche Intelligenz bieten uns vielversprechende Möglichkeiten, die Erstellung von wissenschaftlichen Inhalten mit Hilfe von Algorithmen zu erforschen. Als globaler Wissenschaftsverlag liegt es in unserer Verantwortung, mögliche Auswirkungen und Grenzen von maschinengenerierten Inhalten dabei im Blick zu behalten und einen angemessenen Rahmen für diese neue Generation von wissenschaftlichen Inhalten für die Zukunft zu entwickeln."

Henning Schoenenberger, Director Product Data & Metadata Management bei Springer Nature, fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, diese neue Art der Aufbereitung von Forschungsinhalten für Wissenschaftler weltweit verfügbar zu machen. Während Forschungsartikel und -bücher, die von Wissenschaftlern und Autoren geschrieben werden, auch weiterhin eine entscheidende Rolle im wissenschaftlichen Publizieren spielen werden, erwarten wir zukünftig eine Vielzahl an verschiedenen Inhaltstypen: von vollständig von Menschen erstellten Inhalten über verschiedene Blended-Man-Machine-Textgenerierungen hin zu vollständig maschinengenerierten Texten. Unser Prototyp ist ein erster wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Wir hoffen, dass wir als Verlag dazu beitragen, eine öffentliche Debatte über die Chancen, Auswirkungen, Herausforderungen und potenziellen Risiken von maschinengenerierten Inhalten im wissenschaftlichen Umfeld anzustoßen."

Springer Nature plant künftig, weitere Prototypen für Inhalte aus anderen Fachgebieten zu entwickeln. Mit diesem erstmalig zur Verfügung stehenden Prototyp zu Lithium-Ionen-Batterien hat der Verlag eine gute Grundlage geschaffen, um diese neue Technologe weiter zu verfeinern.

Das erste maschinengenerierte Buch von Springer Nature richtet sich an Forscher, Masterstudenten, Doktoranden, wissenschaftliche Autoren und Gutachter, Bibliothekare und Entscheidungsträger im naturwissenschaftlichen Bildungsbereich. Der Prototyp ist als eBook sowie als Print-Buch erhältlich. Das eBook kann auf SpringerLink kostenlos gelesen werden.

springernature.com/group

 



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