26. Juni 2022
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Essentials

In der Ausgabe 3/2022 (Mai 2022) lesen Sie u.a.:

  • Bücherverbote und Bedrohungen nehmen in US-Bib­lio­theken rasant zu
  • Ukraine-Krieg verstärkt Informationsbedürfnis und erhöht die Sorge vor Cyberangriffen?
  • Die Auswirkungen von nicht-linearen Texten, Hyperlinks und oberflächlichem Lesen auf das Textverständnis
  • Mobiltechnologie und ihre Folgen für den Lärmpegel in wissenschaftlichen Bibliotheken
  • KI: immer schneller, besser und kostengünstiger, aber ethische Bedenken nehmen ebenfalls zu
  • Mögliche Folgen der KI auf die Bibliotheksarbeit
  • Studie zu Predatory Journals und Konferenzen: kein marginales Thema
u.v.m.
  fachbuchjournal
Ausgabe 3 / 2022

GESCHICHTE

  • Wer waren die Nationalsozialisten?
  • Die Welt nach Pearl Harbor
  • Die Manila Galeone

IM FOKUS

  • Frauen im Kampf gegen Korruption und Krieg
  • Femizide – ein Problem der gesamten Gesellschaft

LANDESKUNDE | REISEN
Indien | Bangladesch | Südfrankreich

RECHT
Verbraucherrecht | Erbrecht | Betriebsratswahlen 2022

uvm

Onlineportal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ gestartet

Die Deutsche Digitale Bibliothek hat heute das Onlineportal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ unter der Domain ccc.deutsche-digitale-bibliothek.de freigeschaltet. Damit ist Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten von 25 Piloteinrichtungen innerhalb der Deutschen Digitalen Bibliothek online verfügbar. Zunächst als Prototyp entwickelt, soll das Portal künftig zu einer umfassenden zentralen Veröffentlichungsplattform für Informationen über Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen ausgebaut werden.

Zum Start steht das Portal in deutscher und englischer Sprache mit Informationen zu rund 8.000 Nachweisen zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zur Verfügung, wobei Beschreibungen in der Regel zunächst nur auf Deutsch vorliegen. In einem nächsten Schritt werden relevante Daten, die bereits jetzt in der Deutschen Digitalen Bibliothek enthalten sind, als „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ gekennzeichnet, damit sie künftig ebenfalls im Portal auffindbar sind. Perspektivisch soll das Portal in weiteren Sprachen angeboten sowie mit Daten von weiteren Kultur- und Wissenseinrichtungen bereitgestellt werden.

Die Entwicklung des neuen Portals geht auf die von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden im Oktober 2020 vereinbarte „3 Wege-Strategie zur Erfassung und digitalen Veröffentlichung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland“ zurück. Ziel der „3 Wege-Strategie“ ist es, im Hinblick auf Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten größtmögliche Transparenz herzustellen. Die Aufbauphase des heute gestarteten Portals wird von der Bundesregierung aus dem Etat für Kultur und Medien finanziert.

Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters: „Größtmögliche Transparenz – das ist ein wichtiger Gradmesser für den verantwortungsvollen Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in unseren Museen und Einrichtungen. Sie ist der Maßstab für unsere Glaubwürdigkeit und die Grundlage für einen zukunftsgerichteten Austausch mit den Herkunftsstaaten und Herkunftsgesellschaften über den weiteren Umgang mit diesen Objekten, der Rückgaben einschließt. Das neue Onlineportal der Deutschen Digitalen Bibliothek ist ein nächster wichtiger Schritt in diese Richtung, dem mit Unterstützung des Bundes weitere folgen werden.“

Die „3 Wege-Strategie“ wurde im Rahmen des 13. Kulturpolitischen Spitzengespräches am 14. Oktober 2020, an dem die Staatsministerin für Kultur und Medien, der Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes, die Kulturminister*innen, die Kultursenator*innen der Länder sowie Vertreter*innen der kommunalen Spitzenverbände teilnahmen, vereinbart.

Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin und Vorsitzender der Kulturministerkonferenz: „Ich begrüße die politische Bereitschaft aller staatlichen Ebenen in Deutschland, sich zu einem transparenten Zugang zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zu bekennen. Das Portal wird die Transparenz über die Sammlungsbestände bundesweit ganz wesentlich befördern und eine wichtige Grundlage für den weiteren Dialog über Rückführungen mit den Herkunftsstaaten und Herkunftsgesellschaften sein. Die Restitution geraubter Kulturgüter bleibt ein wichtiger Bestandteil der Auseinandersetzung mit unserem kolonialen Erbe.“

Dr. Andreas Görgen, Abteilungsleiter Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt: „Transparenz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen gemeinsamen Dialog. Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein hervorragender Partner für diese Aufgabe. Sie erweitert den Kreis derjenigen, die die Voraussetzungen für Rückgaben schaffen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Sprecher des Vorstands der Deutschen Digitalen Bibliothek und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Ich freue mich, dass der Deutschen Digitalen Bibliothek das Vertrauen für diese komplexe Aufgabe entgegengebracht wird. Mit ihrer umfangreichen Erfahrung im Zusammenführen von heterogenen Beständen aus unterschiedlichsten Kultureinrichtungen kann sie wichtige technische Voraussetzungen für einen transparenten Zugang zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten schaffen.“

Links und weitere Informationen – Portal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“:

Startseite: https://ccc.deutsche-digitale-bibliothek.de/

Hintergrund: https://ccc.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/ueber-uns-ccc

Fragen und Antworten: https://ccc.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/fragen-antworten