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Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
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28. Februar 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

  • Soziale Medien und Aufmerksamkeits­entwicklung bei Kindern: Neue Lang­zeitdaten zur ADHS-Risikodiskussion
  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
    Information Retrieval neu gestalten
  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
    Europas nächste Regulierungsdebatte
  • KI und Journalismus:
    Neue Machtverschiebungen
    im Markt für Nachrichteninhalte
  • Print ist tot, es lebe Print!
u.v.m.
  fachbuchjournal

Schulen in puncto Medienbildung unterentwickelt

Die Ergebnisse einer Onlinebefragung mit über 6000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind deutlich. 90 Prozent der 12- bis 19-jährigen Befragten aus dem gesamten Bundesgebiet wünschen sich, dass Medien im Unterricht eine größere Rolle spielen. „Bislang hat Medienbildung in der Schule keinen festen Platz“ fasst Prof. Dr. Niesyto, Sprecher der Initiative "Keine Bildung ohne Medien!", zusammen. „Wir brauchen aber Schulen, in denen Mädchen und Jungen ihre Erfahrungen mit Medien einbringen können und Anregungen für einen kreativen und kritischen Umgang mit Medien erhalten.“

Jugendliche wünschen sich eine Schule, in der Medien ein selbstverständlicher Bestandteil sind. Nicht nur, weil Schule mit Medien mehr Spaß macht, sondern weil Medien zu ihrem Alltag gehören und sie sich eine berufliche Zukunft ohne umfassende Medienkompetenz kaum mehr vorstellen können. Die Befragten sprechen sich für eine starke Verankerung von Medien in der Schule aus: 90 % sind dafür, dass Medien im Unterricht eine größere Rolle spielen, 77 % in Projekttagen und 56 % in Nachmittags-AG’s. 71 % der Mädchen und Jungen stimmen der Aussage zu, dass es ein eigenes Schulfach ‚Medien’ geben sollte. Vor allem jüngere und männliche Befragte aus Haupt- und Realschulen wünschen sich eine größere Berücksichtigung von Medien im Schulunterricht.

Wichtig ist den Jugendlichen, dass ihre Erfahrungen mit Medien in der Schule ernst genommen werden und sie sich mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten einbringen können. Sie wollen aktiv mit Medien arbeiten und sehen in Medien eine Unterstützung und Erweiterung des klassischen Unterrichts. Vor allem das Internet ist ihnen eine unverzichtbare, schnelle und flexible Informationsquelle.

Sichtbar wird auch ihr Bedarf an Orientierung und Reflexion. Wie geht man ‚richtig’ mit Medien um? Welche Risiken und Gefahren gibt es, z.B. beim Umgang mit privaten Daten oder beim Thema Cyber-Mobbing? Von ihren Lehrerinnen und Lehrern erwarten die Jugendlichen Handlungsempfehlungen und konkrete Unterstützung. Ob die Lehrpersonen auf diese Aufgabe vorbereitet sind, ist aus Sicht vieler Schülerinnen und Schüler fraglich: 56 % von ihnen sind der Ansicht, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer wenig oder nichts von ihrem Medienalltag wissen. Gefragt nach den Gründen geben 86 % an, dass Lehrkräften eigene Erfahrungen mit (neuen) Medien fehlen, 74 % sind der Meinung, dass es ihnen an Interesse für Medien mangelt.

„In den Antworten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehen wir eine Bestätigung dafür, mit Nachdruck für eine umfassende Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung an Schulen und in allen Bildungsbereichen einzutreten“ resümiert Professor Niesyto. Eine vordingliche Aufgabe sei es, eine medienpädagogische Grundbildung für alle Pädagogik-Studierende in der Hochschulausbildung verbindlich zu verankern. Dies ist eine der zentralen Forderungen des Medienpädagogischen Manifests der Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“.

In dem Manifest wird eine Diskrepanz zwischen allgemeinen bildungspolitischen Proklamationen zur Förderung von Medienkompetenz und einer fehlenden breiten und nachhaltigen Medienbildung in nahezu allen Bildungsbereichen festgestellt. So hatte die CDU/CSU/FDP-Bundesregierung in ihrer Koalitionsvereinbarung angekündigt, dass sie die Lehrerausbildung an deutschen Hochschulen stärken möchte: „Der Erhöhung der Medienkompetenz kommt dabei eine besondere Rolle zu“. Auf entsprechende Maßnahmen wird seither vergeblich gewartet.

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ plant einen bundesweiten Medienkongress, der am 24./25. März 2011 an der TU Berlin stattfinden wird. Auf diesem Kongress soll mit Spitzenvertretern aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und anderen Bereichen über Maßnahmen zu einer breitenwirksamen und nachhaltigen Förderung von Medienkompetenz diskutiert werden.

Die Online-Umfrage „Medien in der Schule“ wurde im Sommer 2010 auf der Plattform von schülerVZ durchgeführt.
Informationen zur Schülerumfrage und zur Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ auf:
www.keine-bildung-ohne-medien.de