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14. Oktober 2026
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In der Ausgabe 08/2026 (Oktober 2026) lesen Sie u.a.:

  • Mehrheit der Jugendlichen befürwortet Social-Media-Verbot
  • Zwischen Überforderung und Verantwortung:
    Was Eltern über die digitale Welt ihrer Kinder wissen und was nicht
  • Der Informationsschock und
    die Zukunft des Bibliotheksberufs
  • Tim Coates analysiert 15 Jahre
    IMLS-Daten zu US-amerikanischen öffentlichen Bibliotheken
  • Was der Clarivate-Bericht 2026 über
    den KI-Stand in Bibliotheken verrät
  • Wie öffentliche Bibliotheken in den USA
    und Kanada mit KI-Policies umgehen
  • Schadet das digitale Ausleihen von Bibliotheken dem Buchmarkt?
  • PEN America dokumentiert eskalierende Zensur in US-amerikanischen
    öffentlichen Bibliotheken
  • Wie sich das Publikationsverhalten wissenschaftlicher Bibliothekar:innen wandelt
  • US-Hochschulbibliotheken fördern zunehmend das Wohlbefinden
    von Studierenden
  • Klage gegen Elsevier auf Rückzug einer Studie geht in Richtung Gerichtsverhandlung
  • Unabhängige Buchläden in Hongkong
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Erster Science Slam in der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin

Bibliothek feiert 40-jähriges Bestehen mit 200 Zuschauerinnen und Zuschauern

40 Jahre Einsatz für die Wissenschaft von morgen – unter diesem Motto fand am 2. Juli 2013 der erste Science Slam in der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) in Köln statt. Fünf Slammer präsentierten im Foyer der Bibliothek vor rund 200 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern ihre Forschungsergebnisse. Themen der Vorträge waren erneuerbare Energien, Werbung für überzuckerte Lebensmittel für Kinder, der Placebo-Effekt, Reptilien in Südamerika und instrumentierte Implantate. Am Ende konnte sich der Slammer Sebastian Lotzkat mit seinem Vortrag „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ über Artenforschung an Reptilien und Schlangen in Panama gegen die anderen Slammer durchsetzen und gewann einen E-Book-Reader. Präsentiert wurde der Science Slam vom Schauspieler und Moderator Andreas L. Maier.

„Zum 40-jährigen Bestehen wollten wir unseren Besucherinnen und Besuchern etwas Besonderes bieten. Deswegen haben wir uns dafür entschiedenen, in unserem Foyer einen Science Slam zu veranstalten“, erzählt Ulrich Korwitz, Direktor der ZB MED. Mit Erfolg: Rund 200 Gäste kamen zur Premiere in die ZB MED auf dem Gelände der Kölner Uniklinik und machten Stimmung im Foyer der Bibliothek. „Uns war es dabei wichtig, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsergebnisse aus unseren Themengebieten präsentieren“, so Korwitz weiter.

Auf der Bühne standen an diesem Abend fünf Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Als erstes sprach der Mediziningenieur Peter Westhoff aus Münster über instrumentierte Implantate, die aber – so Westhoff – gar nichts mit Musik zu tun haben. Sebastian Lotzkat, der 2012 bei den Deutschen Meisterschaften im Science Slam den zweiten Platz belegte, präsentierte seine Forschung über Reptilien und Schlangen in Südamerika. Der Gewinner des Science Slams im Wissenschaftsjahr 2012, Oliver Adria, Elektroingenieur aus Köln, sprach über das Thema erneuerbare Energien und die Energiewende, die er anhand von Lemmingen erläuterte. Tim Gailus, Medienwissenschaftler aus Berlin, präsentierte seine Forschungsergebnisse zum Thema Werbung mit Online-Spielen für überzuckerte Kinderlebensmittel. Er begann seine Präsentation damit, selbst ein solches Getränk zu mixen und auf der Bühne zu trinken. Zum Schluss stellte die Hamburger Psychologin Nathalie Wrobel ihre neusten Forschungsergebnisse zum Thema Placebo-Effekt vor und verdeutlichte, wie dieser im Gehirn wirkt. Dabei verglich sie den Schmerz mit einem Eindringling in eine gut bewachte Villa und das Gehirn mit Türstehern. Bei den Vorträgen stand vor allem der Unterhaltungswert im Vordergrund. Die Slammer hatten zehn Minuten Zeit, das Publikum von sich zu überzeugen, das – wie bei einem Poetry Slam – die Vorträge anschließend bewertete.

Mit seinem Vortrag zur Artenforschung an Reptilien und Schlangen in Panama gewann am Ende Sebastian Lotzkat. Mit seiner Begeisterung für Schlangen konnte er auch das Publikum überzeugen, dem er die von ihm neu entdeckte Schlangenart „Sibon noalamina“ präsentierte. „Schlangen sind faszinierend“, so Lotzkat. „Sie schlängeln sich ohne Beine durchs Leben und fressen trotzdem alles, was Beine hat und viel größer ist als sie“. Er konnte sich mit seinem Vortrag einen E-Book-Reader sichern.

„Wir sind froh, dass der Science Slam ein solcher Erfolg war“, freute sich Ulrich Korwitz nach der Veranstaltung. „Wir werden bei nächster Gelegenheit wieder etwas Derartiges auf die Beine stellen.“

Hintergrund-Information: die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) Die ZB MED ist eine unabhängige und überparteiliche, öffentliche Einrichtung. In den 40 Jahren ihres Bestehens hat sie sich zur weltweit größten Fachbibliothek für die Fächerkombination Medizin, Gesundheit, Ernährung, Umwelt und Agrar entwickelt. Neben der klassischen Literaturversorgung engagiert sich die ZB MED in verschiedenen Projekten zur Entwicklung, Erschließung, Vermittlung und Publikation elektronischer Literatur, Primärdaten und Forschungsergebnissen. Zu den Projekten der ZB MED gehören unter anderem die semantikbasierten Suchportale MEDPILOT und GREENPILOT. Darüber hinaus engagiert sich die zentrale Fachbibliothek mit den Standorten Köln und Bonn für einen freien Zugang zu wissenschaftlicher Fachliteratur (Open Access) – unter anderem über ihr Portal German Medical Science (gms). Die ZB MED ist eine wissenschaftliche Informationsinfrastruktureinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und ein unverzichtbarer Teil des Wissenschaftsstandorts Deutschland.

www.zbmed.de