19. Januar 2022
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In der Ausgabe 9/2021 (Dezember 2021) lesen Sie u.a.:

  • Anwendung des UTAUT-Modells: Akzeptanz von modernen Technologien in Bibliotheken
  • Hat der Schreibstil in Abstracts Einfluss auf die Anzahl von Zitierungen?
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  • Studie zur Zukunft der Bibliotheken
  • Web3 als die neue, dezentrale Zukunft des Internets?
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Ausgabe 6 / 2021

IM FOKUS

  • Geschichte der Menschenrechte
  • Richtig satt werden. Gespräch mit Prof. Dr. Biesalski
  • Folgen von Lockdown und Isolation

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  • Winnacker: Mein Leben mit Viren
  • Huldschinsky: „Licht statt Lebertran“
uvm

Leipziger Buchmesse endet mit großartiger Bilanz

  • 129.000 Besucher und über 2.700 Journalisten
  • "Leipzig liest" mit Zehntausenden Interessierten
  • Bildungsschwerpunkt hat Heimat in Leipzig gefunden

Mit einem hervorragenden Ergebnis ging am Sonntagabend die Leipziger Buchmesse zu Ende. Rund 129.000 Besucher kamen in den vergangenen vier Tagen auf das Messegelände (2007: 127.000). Auf 63.000 Quadratmetern verschafften sie sich einen Überblick über die Neuerscheinungen von 2.345 Ausstellern aus 39 Ländern. Über 2.700 Journalisten berichteten vom internationalen Branchentreff der Autoren, Verlage, Fachbesucher und des lesefreudigen Publikums.

"Die Leipziger Buchmesse hat literarische und wirtschaftliche Akzente gesetzt, wie gewohnt den Autoren und dem Leser ein Podium geboten und den Buchmarkt belebt. Sie hat deutlich gemacht, dass Bildung und Erziehung Schlüsselthemen für die Entwicklung unserer Gesellschaft sind. Aussteller und Fachbesucher aus diesem Segment haben uns bestätigt: diese Themen erfahren in Leipzig die ihnen gebührende Öffentlichkeit", sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH.

Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zieht ebenfalls ein positives Fazit: "Die Leipziger Buchmesse ist in schönster Weise selbstverständlich. Zudem leistet sie mit ihrem aktuellen und sehr erfolgreichen Bildungskonzept wichtige Grundlagenarbeit. Denn Bildung heißt, man hat die Fähigkeit auszuwählen, was wichtig ist. Wenn die Leipziger Buchmesse also ein umfassendes Bildungsangebot hat, ist das klug. Damit können auch die Messebesucher wachsen."

Aussteller ziehen positive Messebilanz

Die 2.345 Aussteller zeigten sich mit der Messe hoch zufrieden, wie die offizielle Ausstellerbefragung des Leipziger Instituts für Marktforschung bestätigt. 90 Prozent der Aussteller sagten schon während der Messe, dass sie im nächsten Jahr sicher wiederkommen wollen.

Dr. Uwe Rosenfeld, Geschäftsführer der S. Fischer Verlage, erklärt warum: "Die Bedeutung der Leipziger Buchmesse nimmt immer weiter zu, auch für die Autoren, die wie wir sehr gerne herkommen. An dem Konzept der Leipziger Buchmesse, dieser Kombination aus Fach- und Publikumsmesse und dem Autoren- und Lesefest, sollte unbedingt festgehalten werden. Tagsüber das Messegeschehen und am Abend das Zusammensein mit Kollegen, Autoren und Agenten, das finde ich optimal. Und besonders freuen wir uns in diesem Jahr natürlich über unsere beiden Preisträger, Clemens Meyer und Fritz Vogelgsang."

Auch für die kleinen und unabhängigen Verlage bietet die Leipziger Buchmesse ein optimales Podium, um sich dem Publikum zu präsentieren. Verleger Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag bestätigt: "Ich habe von der Messe gute Gespräche, eine angenehme Atmosphäre und nette Besucher erwartet. In allen drei Punkten wurde ich voll bestätigt. Leipzig ist für die Präsentation unseres Frühjahrsprogramms sehr wichtig. Die Buchmesse und das Lesefest 'Leipzig liest' sind für uns immer ein absolutes Muss."

Überaus zufrieden zeigten sich die kroatischen Gäste, die in diesem Jahr mit einer Schwerpunktpräsentation in Leipzig waren: "Wir fühlten uns hier sehr gut betreut und freuen uns über die tolle Resonanz. Das Leipziger Publikum ist sehr aufgeschlossen, das Medieninteresse an den kroatischen Autoren riesig und die Unterstützung vor Ort großartig. Wir sind sicher, dass wir den Menschen Kroatien ein Stück näher bringen und die Literatur des Landes im Bewusstein der Menschen verankern konnten", so Dr. Alida Bremer, Kuratorin der Schwerpunktpräsentation.

Besucher bereits vorfreudig auf die Buchmesse 2009

Auch unter den 128.000 Besuchern herrschte eine ausgesprochen positive Stimmung. 90 Prozent gaben an, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wieder besuchen zu wollen. Ein Drittel aller Besucher war aus einer Entfernung von mehr als 200 Kilometern angereist. Der Anteil der Fachbesucher lag bei 28 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (2007: 27 Prozent).

Schwerpunkt Bildung hat sich fest etabliert

Seit 2006 setzt die Leipziger Buchmesse noch stärker auf das Thema Bildung. Auf zahlreichen Fachveranstaltungen, Sonderausstellungen und Präsentationen widmete sich die Messe allen Aspekten rund um Erziehung und Ausbildung.

Für Bildungsinteressierte gehört die Leipziger Buchmesse mittlerweile zum absoluten Pflichtprogramm. Im Jahr 2008 kamen verstärkt Lehrer auf die Buchmesse, die zugleich die größte Fortbildungsveranstaltung in den neuen Bundesländern ist. Herr Dr. Knoll, Vertriebsleiter bei der Schulbuchverlage Westermann Gruppe, zeigte sich hoch zufrieden: "Die Leipziger Buchmesse ist die wichtigste Bildungsmesse in der Region Ost. Der Verlag ist seit vielen Jahren hier Aussteller und wird es auch bleiben."

Als neuer Partner veranstaltete die Bertelsmann Stiftung am Messe-Donnerstag den Kongress "Kinder früher fördern - Wirksamere Bildungsinvestitionen".

Auch Familien fühlen sich zunehmend wohl auf der Leipziger Buchmesse. Am Sonntag fand erstmals ein Buchmesse-Frühstück mit begleitendem Konzert des Musiktheaters "Rumpelstil" statt, das in großer Zahl von den Besuchern angenommen wurde.

Vierter "Preis der Leipziger Buchmesse" vergeben

Ein Höhepunkt am ersten Messetag (13. März) war die Verleihung des "Preises der Leipziger Buchmesse". Rund 1.000 Messebesucher folgten dem Festakt in der Glashalle des Messegeländes. Die Jury unter Vorsitz von Ulrich Greiner, Literatur-Chef der ZEIT, wählte unter den 15 nominierten Kandidaten in der Kategorie "Übersetzung" Fritz Vogelgsang (für seine Übertragung und Edition von Joannot Martorells "Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc" aus dem S. Fischer Verlag), in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" Irina Liebmann (für "Wäre es schön? Es wäre schön. Mein Vater Rudolf Herrnstadt" aus dem Berlin Verlag) und in der Kategorie "Belletristik" Clemens Meyer (für "Die Nacht, die Lichter" vom S. Fischer Verlag).

"Leipzig liest" mit Zehntausenden Besuchern

Europas größtes Lesefest "Leipzig liest" hat auch in diesem Jahr seinem Namen alle Ehre gemacht. Die 1.900 Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Autoren innerhalb von "Leipzig liest" waren mit Zehntausenden Zuhörern wieder ein Literaturfest der Superlative. Prominente Autoren, Schauspieler und Politiker wie Martin Walser, Jürgen Trittin, Ulrich Noethen, Mathieu Carriere, Bruce Darnell, Michel Friedman, Eva Hermann, Hellmuth Karasek, Alice Schwarzer, Charlotte Roche, Helge Schneider, Heiner Brand, Claudia Roth und die Band "Wir sind Helden" zeigten sich dem Publikum.

Trotz der zahlreichen prominenten Namen gilt Leipzig als die Entdeckermesse für junge Autoren. An keinem Ort findet man so viele talentierte Schriftsteller, die darauf warten, von anwesenden Verlagsvertretern entdeckt zu werden. Die Veranstaltungen der Reihen "Autorenspecial" und "Prosa Prognosen" waren stets sehr gut besucht und boten Einblicke in die Arbeit der "jungen Wilden".

Bereits zum dritten Mal avancierte der historische Studentenclub Moritzbastei während der "Langen Leipziger Lesenacht" (kurz L3) am Messe-Donnerstag zur großen Bühne für junge Literatur. Mehr als 1.500 (2007: 1.300) Interessierte kamen in die Moritzbastei, um den rund 40 Autorinnen und Autoren zuzuhören. Nach Lyrik und Prosa nonstop wurde in den Gewölben der Moritzbastei bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Für Ines Wallraff, Product Manager bei Random House Audio, liegt darin der besondere Reiz: "Besonderheiten des Lesefestes wie die 'Lange Leipziger Lesenacht' machen die Leipziger Buchmesse mit Veranstaltungen junger Autoren zum Event. Hier werden Lesungen zum Popkonzert, das ist ein gutes Zeichen."

Auch das Leipziger Rathaus bebte erstmals im Rhythmus einer Literaturparty. SPUTNIK, das junge Programm des MDR, präsentierte am Samstag die LitPop, eigens für die Buchmesse konzipiert. Das Publikum erlebte Lesungen prominenter Autoren, Hörspiele, Live-Performances und Musik. An diesem Abend wurde besonders deutlich: Die Stadt feiert ihre Buchmesse - und das sogar im Rathaus, dem ersten Haus am Platz.