19. Oktober 2018
  NEWS

80. Jahrestag der Bücherverbrennung:
Mahnung für die Freiheit des Wortes

Am 10. Mai 1933 verbrannten Nationalsozialisten in Berlin und anderen Universitätsstädten zehntausende Bücher verfemter Autoren. In den darauffolgenden Tagen und Wochen endeten in ganz Deutschland Bücher auf dem Scheiterhaufen. Die Bücherverbrennung markierte den Beginn der Verfolgung von Schriftstellern im Dritten Reich. Zum 80. Jahrestag erinnern in ganz Deutschland Aktionen und Veranstaltungen an dieses dunkle Kapitel in der deutschen Geschichte.

„Die Bücherverbrennung im Mai 1933 erschüttert noch heute. Sie steht für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und die Verfolgung von Autoren und Künstlern im Nationalsozialismus. Der Jahrestag hält die Erinnerung wach und dient als Mahnung, denn in vielen Ländern ist die Freiheit des Wortes noch heute bedroht. Autoren, Übersetzer, Verleger und Buchhändler werden verfolgt oder bei der Ausübung ihres Berufes behindert. Das Recht auf freie Meinungsäußerung jedoch ist Grundlage jeder demokratischen Ordnung. Deshalb fordern wir dieses Recht mit Nachdruck ein“, sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.

Die gemeinsame Gedenkveranstaltung von Börsenverein, Akademie der Künste, dem PEN-Zentrum Deutschland und dem Verband deutscher Schriftsteller findet am 10. Mai in der Akademie der Künste in Berlin statt. Unter dem Motto „Verfemt, verbannt, verurteilt. 80. Jahrestag der Bücherverbrennung“ erinnern Autoren, Historiker und Musiker an die Ereignisse 1933 und an die Situation verfolgter Künstler heute. Neben Friedenspreisträger Liao Yiwu und Historiker Wolfgang Benz nehmen unter anderem die ungarische Philosophin und Autorin Ágnes Heller, der exilierte Schriftsteller SAID und der Autor Günter Wallraff an der Veranstaltung teil. Sie beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.


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