20. Juli 2018
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Bibliotheksverband begrüßt Entscheidung für ZLB-Neubau

Vorsitzender: Chance für strukturelle Weiterentwicklung nutzen

"Die Entscheidung der künftigen Koalitionspartner für einen Neubau der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auf dem Tempelhofer Feld ist ein starkes bibliothekspolitisches Signal für Berlin. Wir begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich." Mit diesen Worten kommentierte Alfred-Mario Molter, Landesvorsitzender des Landesverbands Berlin im Deutschen Bibliotheksverband (dbv), die Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), dass der Startschuss für den Neubau der ZLB noch in der kommenden Legislaturperiode fallen solle.

Das Vorhaben des ZLB-Neubaus mache deutlich, so Molter weiter, dass die Berliner Landespolitik die Zeichen der Zeit erkannt habe. Die öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken Berlins seien tragende Säulen im Berliner Bildungs- und Wissenschaftssystem und müssten daher in ihrer Leistungsfähigkeit weiter gestärkt werden. Insbesondere brauche Berlin neben einer starken, attraktiven Zentralbibliothek auch leistungsfähige Bibliotheken in den Bezirken. "Dort, wo Bibliotheken direkt einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung von Kindern und zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund erbringen, müssen sie dauerhaft präsent und leistungsfähig sein", fordert der langjährige ehemalige Kultur- und Wissenschaftspolitiker. Der Ausbau in der Spitze dürfe keinesfalls zu einem Abbau in der Fläche führen.

Der dbv erhofft sich, dass von der Entscheidung für den Neubau der ZLB auch ein Signal für strukturelle Reformen des Berliner Bibliothekswesens ausgehen wird. Bereits im Juni 2009 hatte der Verband ein integriertes Gesamtkonzept für alle Bibliotheken in Berlin gefordert und dazu einen Entwurf für ein Berliner Bibliotheksgesetz vorgelegt. Der schlank formulierte Gesetzestext beschreibt in nur fünf Paragraphen die Aufgaben und die Funktion von Bibliotheken in Berlin, zählt die verschiedenen Formen auf, legt eine neue Struktur und Organisation auf der Grundlage eines landesweiten Bibliotheksentwicklungsplanes fest und verpflichtet zur Kooperation der Bibliotheken untereinander. Außerdem sieht der Entwurf eine Vereinheitlichung der Struktur der bibliothekarischen Einrichtungen an den Berliner Hochschulen vor.

"Wir werden uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Berlin als Hauptstadt eines Landes, in dem Wissen die wichtigste Ressource überhaupt ist, über ein zeitgemäßes, hochleistungsfähiges Bibliothekswesen verfügt, das den vielfältigen Bedürfnissen der Menschen in dieser Stadt optimal gerecht wird. Ein Bibliotheksgesetz für Berlin wäre ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg", unterstrich der dbv-Landesvorsitzende.

Dem Berliner Bibliotheksverband gehören derzeit rund 60 Mitglieder mit annähernd 120 Bibliotheken an. Die Bandbreite reicht von den Stadtbibliotheken in den zwölf Bezirken über die wissenschaftlichen Bibliotheken in den Hoch- und Fachschulen sowie Forschungseinrichtungen bis zur Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, der größten Universalbibliothek in Deutschland. Etwa 12 Millionen Menschen nutzen jährlich das Angebot der Bibliotheken in Berlin.

www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/berlin.html


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