20. Juli 2018
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InfoCamp 2012 an der HTW Chur

Am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft an der HTW Chur findet am 7. und 8. September 2012 die informationswissenschaftliche Unkonferenz InfoCamp unter dem Motto „Future Libraries“ statt. Sie soll eine Plattform bieten zum unkomplizierten und zwanglosen Austausch über aktuelle Themen der wissenschaftlichen und praktischen Gemeinschaften, die sich mit der Zukunft der Bibliotheken beschäftigten. Dabei kombinieren die Veranstalter des InfoCamps aktuelle Themen aus dem informationswissenschaftlichen Arbeitsalltag mit dem modernen Barcamp-Modell zur Kommunikation zwischen den Tagungsteilnehmern.

Barcamps – Vom Hackerpolitik-Treffen zum Baustein der Weiterbildung Barcamps gehören zunehmend zum etablierten Teil des alljährlichen Tagungskalenders. Diese mit hoher Partizipation aller Anwesenden vor Ort gestalteten, inhaltlich und organisatorisch flexiblen Treffen basieren ursprünglich auf Traditionen der Hacker-/Open-Source-Gemeinde und dem politischen Aktivismus. Neben klassischen Konferenzen und Weiterbildungen haben diese niedrigschwellig organisierten Veranstaltungen ihren festen Platz bei interessierten Personen aus allen Alters- und Berufsgruppen gefunden. Sie sind Anlaufstelle für motivierte Persönlichkeiten, die sich neben zu starren Weiterbildungspfaden und unflexiblen Tagungsprogrammen individueller und intensiver mit ihrem Fachbereich auseinandersetzen wollen. Dabei ist es nicht das Ziel, klassische Konferenzen abzulösen, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu diesen bestehenden Modellen anzubieten.

Barcamps stellen möglichst hierarchiearme und offene Diskussionsräume zur Verfügung. Erfolgreiche Barcamps haben sich in den letzten Jahren zu vielen verschiedenen Themenbereichen gebildet, unter anderem EduCamps mit einem Schwerpunkt zu Lehren und Lernen, BibCamps rund um die Welt der Bibliotheken, aber auch lokal fokussierte Veranstaltungen wie das BarcampBerlin. Sie werden von Mitgliedern der jeweiligen Fachcommunity in Eigenregie organisiert. Grundsätzlich werden alle Teilnehmenden als Expertinnen und Experten behandelt, die etwas zu sagen haben und zudem wird Wert auf partizipative Veranstaltungsformen (Workshops statt Referate) gelegt.

Soziale und inhaltliche Perspektiven zusammenbringen
Das Churer InfoCamp orientiert sich an diesen Vorbildern. Die als "informationswissenschaftliche Unkonferenz" organisierte Veranstaltung wird von und mit ihren TeilnehmerInnen leben, welche das Programm vor Ort aktiv mitgestalten. Ziel ist es, eine freie Kommunikationsplattform für den Erfahrungsaustausch und für angeregte Diskussionen zu bieten. In diesem Sinne gibt es keine passiven BesucherInnen, vielmehr sind alle TeilnehmerInnen aufgerufen, sich mit Fragen und Anregungen in die jeweiligen Diskussionen einzubringen.

Bei dem InfoCamp Chur werden voraussichtlich etwa zehn einstündige Sessions angeboten, umrahmt von Keynotes. Den Abschluss sollen ergebnisorientierte Workshops bilden, welche den Informationstransfer über die Veranstaltung hinaus ermöglichen sollen. Die einzelnen Sessions werden erst zu Beginn des ersten Tags des InfoCamps abschliessend mit Inhalt und einem konkreten Programm gefüllt.

Darüber hinaus steht abseits des eigentlichen Barcamp-Programms die Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen im Vordergrund: Neben einem zwanglosen Social Event am Abend sind ein gemeinsames Social Breakfast sowie weitere informelle Veranstaltungen geplant, die Möglichkeiten zum Kennenlernen und Knüpfen von Kontakten bieten sollen.

Future Libraries
Thematisch sollen bei diesem InfoCamp vor allem die zukünftige Rolle von Bibliotheken und in diesem Kontext die Bedeutung der Informationswissenschaft sowie der informationswissenschaftlichen Ausbildung im Fokus stehen. Das etablierte Bild der Bibliothek als der klassische Ort für das Einsehen und Ausleihen von Dokumenten ist bekanntlich obsolet geworden. Zum einen gewinnt die orts- und zeitunabhängige Recherche stetig an Bedeutung. Zum anderen muss eine Bibliothek nicht zwingend immer eine öffentliche Einrichtung sein. Gleichzeitig aber gewinnen Bibliotheken als Arbeits- und Sozialraum an Bedeutung.

Bibliotheken als Dienstleister stehen vor der Herausforderung, nicht nur Medien zu sammeln und bereitzustellen, längst agieren sie in Open-Access-Modellen als Publikationsdienstleister. Noch mehr: Es zeichnet sich ab, dass in Bibliotheken nicht mehr nur Medien verwaltet werden, längst ist von "Data Librarians" die Rede, welche Forschungsdaten ihrer Einrichtung kuratieren und als Fachdienstleister in E-Science-Infrastrukturen wirken.

Auch die von Open-Knowledge-Aktivisten vorgetragenen Forderungen nach offenem Zugang zu Daten betreffen Bibliotheken, die teilweise dazu übergehen, ihre Katalogdaten offen zugänglich zu machen – wo aber kann von Bibliotheken und ihren Praktikern ein mehr an Offenheit erhofft werden? Wie könnten zudem aus einer wissenschaftlichen Perspektive empirische Forschungsdesigns in Informationswissenschaft und Bibliothekswissenschaft gestaltet sein? Welchen Beitrag können diese beiden Forschungsrichtungen nicht zuletzt auch in der Ausbildung für zukunftsgerichtete Berufsbilder in „future libraries“ leisten und wie müssen sich möglicherweise die entsprechenden Studiengänge inhaltlich an die veränderten Kompetenzanforderungen anpassen? Müssen zukünftige AbsolventInnen informationswissenschaftlicher Studiengänge noch mehr Know-How im Bereich Informationstechnologien, Marketing und Projektmanagement mitbringen?

Dies sind exemplarische, aber keineswegs abschliessende Fragestellungen, die sich zur offenen Diskussion im Rahmen des InfoCamps anbieten.

Vorschläge für mögliche Themenbereiche für die Sessions am Churer InfoCamp sind somit beispielsweise:

Formales
Das InfoCamp findet am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft an der HTW Chur (Pulvermühlestrasse 57, Chur) statt. Organisiert wird das InfoCamp von einer Arbeitsgruppe aus der deutschsprachigen informationswissenschaftlichen Gemeinschaft aus Berlin, Potsdam, Hannover, Saarbrücken und Chur. Eingeladen zum InfoCamp sind Personen aus der bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Praxis und Forschung. Darüber hinaus freuen sich die Organisatoren über TeilnehmerInnen aus verwandten Bereichen wie Archiv, Museum, E-Learning und IT-Entwicklung.

Die Teilnahme ist kostenlos. Ein Anmeldeformular und ein Wiki stehen auf der Website http://infocamp.ch zur Verfügung. Dort finden sich weitere Angaben zur Anreise und zu Unterkünften in der touristisch attraktiven, ältesten Stadt der Schweiz.

Ermöglicht wird das InfoCamp Chur mit freundlicher Unterstützung durch die HTW Chur, Citavi und eBay Schweiz.

http://infocamp.ch/


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