17. August 2018
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Museum goes digital

Museen nutzen zur Präsentation ihrer Bestände immer mehr digitale Technik. Das erhöht meist das Vergnügen der Besucher, insbesondere der jugendlichen. Jeder Benutzerbildschirm basiert aber auf Daten, die im Hintergrund verwaltet werden müssen. MUTEC, die Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik, widmet sich in diesem Jahr ganz besonders dem Thema Digitalisierung sowohl bei der Präsentation als auch im Back-Office.

Den Besucherspaß erhöhen, das ist oftmals die Devise, wenn Ausstellungsmacher Neues planen. Beispielhaft beweisen das die Leipziger mit dem neu eröffneten Mendelssohn-Haus in der Goldschmidtstraße wo nicht nur eine „Paternostervitrine“ die Besucher informiert sondern auch Tablet-PCs in Möbel eingebaut sind: Sie lassen sich wie Schubladen herausziehen und geben dann ihr Wissen preis. Spektakulär und bislang einmalig ist das 3D-Orchester („Effektorium“), wo mittels Kugellautsprecher und LED-Technik vier hinterlegte Musikstücke vom Besucher dank Tracking-Mechanismen dirigiert werden können.

Aber auch wer es weniger spektakulär mag, für die Präsentation werden fast täglich neu- oder weiterentwickelte Geräte angeboten. Mittlerweile sind Touch-Screens bei einer Bildschirmdiagonale von 2,5 Metern angekommen und erlauben Interaktion mit den hinterlegten Informationen, fast ohne optische Verzerrungen. Selbst die Nutzung von Hologrammen ist möglich und erlaubt dreidimensionale Einblicke – auf Wunsch interaktiv und drehbar.

Nicht nur jugendliches Publikum hat dank Smartphone jederzeit einen Fotoapparat zur Hand, der auch benutzt wird. Aber die Fotos landen nicht wie früher im Album sondern sollen möglichst schnell über soziale Medien der Welt präsentiert werden. Besucher erwarten, dass Museen und Ausstellungsräume darauf vorbereitet sind und entsprechende kostenlose Netzverbindungen bereitstellen.

Zur innovativen Hardware gehört die passende Software, die Präsentationen interessant macht. Datenbanken speichern nicht nur die Schätze des Museums in digitaler Form, sie bieten neben Informationen über die Ausstellungsobjekte auch Hinweise auf das Besucherverhalten. Unter dem Stichwort „Big Data“ wird alle Art von Informationen gesammelt und über intelligente Analysesoftware ausgewertet. Das gilt für die realen Besucherdaten als auch für die der digitalen Web-Sites des Museums. Museen müssen sich überlegen, ob sie Equipment und Knowhow dafür selbst bereitstellen oder es als Service beziehen wollen. „Das digitale Zeitalter hat auch im Museum längst Einzug gehalten, jetzt gilt es, die gespeicherten Informationen auch gewinnbringend zu nutzen“, fordert Messechefin Angelika Albrecht die Beteiligten auf.

Deshalb bildet die Digitaltechnik einen Schwerpunkt im Rahmenprogramm der MUTEC 2014. Die Messe wird wieder, wie schon 2012 und 2010, parallel zur Fachmesse „denkmal“ in Leipzig stattfinden. Das Konzept, beide Veranstaltungen zeitgleich zu präsentieren, hat sich bewährt und wird von Besuchern und Ausstellern gleichermaßen geschätzt. Leipzig wird also vom 6. bis 8. November erneut zum Zentrum für alle Kulturschaffenden aus den Bereichen Museum, Ausstellung, Archiv, Bibliothek, Denkmal oder Wissenszentrum. Interdisziplinäres Netzwerken ist eindeutig erwünscht. Die Nähe Leipzigs zu den östlichen Nachbarstaaten wirkt sich überdies positiv auf die Besucherzahlen aus, denn auch dort wollen Archivare und Museumsbetreiber ihre Schätze modern und attraktiv präsentieren.

www.mutec.de


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