16. August 2018
  NEWS

Center for World Music unterstützt geflüchtete Musikerinnen und Musiker

Das Center for World Music hat Musikerinnen und Musiker ausfindig gemacht, die in ihrem Heimatland in Orchestern als Profis gearbeitet haben. Ihr Abschluss wird in Deutschland aber nicht anerkannt. Nun begleitet ein Team die Instrumentalisten auf ihrem Weg durch den akademischen Alltag in Hildesheim. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert die Initiative an der Universität Hildesheim.

Ein Team vom Center for World Music der Universität Hildesheim heißt geflüchtete Musikerinnen und Musiker an der Universität Hildesheim herzlich willkommen. Am Dienstag, 2. Mai 2017, findet im Center for World Music die Auftaktveranstaltung eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts statt. An diesem Tag läuft in einem dreistufigen Verfahren eine Aufnahmeprüfung an der Universität.

Ein Team vom Center for World Music hat das Projekt ins Leben gerufen: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro und die beiden Musiker Claas-Henning Dörries und Edgar Wendt wollen professionelle Musikerinnen und Musiker beim Ankommen in Deutschland unterstützen. „Edgar und Claas studieren aktuell bei uns im musik.welt-Studium. Sie sind beide sehr engagiert in unterschiedlichen Projekten für geflüchtete Musiker und gut vernetzt“, sagt Piro. Etwa zehn Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis Oktober 2017 zunächst an Vorbereitungskursen an der Universität teilnehmen. Die Teilnahme an diesen Kursen ist kostenfrei. „Wir begleiten die Musiker auf ihrem Weg an die Uni und unterstützen sie bei der Bewerbung um einen Studienplatz“, so Morena Piro.

„Die Hürden sind ziemlich schwer, wir wollen die Musikerinnen und Musiker auf ihrem Weg an die Universität begleiten und Ängste abbauen. Wir haben Musikerinnen und Musiker ausfindig gemacht, die in ihrem Heimatland in Orchestern als Profis gearbeitet haben, deren Abschluss aber hier nicht anerkannt wird“, sagt Edgar Wendt und berichtet von einem studierten Oud-Spieler aus Damaskus und einem Mann, der in seinem Heimatland in der Musiktherapie gearbeitet hat.

„Viele leben vereinzelt in Dörfern in Niedersachsen, haben keinen Zugang zur Universität, wir möchten diese Barriere überwinden, unterstützen sie bei den Fahrtkosten“, sagt Wendt. „Ich bin in Somalia geboren und bin ich früh von vielfältigen Rhythmen und Sounds beeinflusst worden. Diese Erfahrungen helfen mir heute sehr in der Arbeit in Hildesheim.“ Das Instrument des Profi-Musikers ist übrigens seine Stimme, sein kleines Orchester hat er immer dabei: Mit seinem Körper erzeugt er Töne – als würden sechs Instrumente gleichzeitig spielen. Wendt arbeitet mit Kindern und Jugendlichen in Stimmworkshops, in denen die Kids viel Selbsterfahrung mitnehmen und Vertrauen in den eigenen Körper aufbauen.

Der DAAD unterstützt das Uni-Projekt mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Center for World Music arbeitet mit dem „Welcome Board“ zusammen, um die Musiker in Niedersachsen ausfindig zu machen.

Geflüchtete Musikerinnen und Musiker können, mit geeigneter Qualifikation, bereits ab dem ersten Tag ihrer Ankunft in Deutschland an der Universität Hildesheim studieren. Ein Team des International Office begleitet Studieninteressierte mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg in das Studium.

www.uni-hildesheim.de

 



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