20. Juli 2018
  NEWS

Filmreihe zum Thema freies Arbeiten in der Wissenschaft gestartet

Mitglieder der Jungen Akademie zeigen in interdisziplinärem Filmprojekt
persönliche Sicht auf wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftsfreiheit

Berlin – Die Junge Akademie startet eine vierteilige Kurzfilmreihe zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftsfreiheit und veröffentlicht die ersten beiden Filme aus den Fachgebieten Astrophysik und Rechtswissenschaft. Im Rahmen der Filmreihe werden insgesamt vier Mitglieder vor ihrem persönlichen wissenschaftlichen Hintergrund davon erzählen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert, was Wissenschaftsfreiheit in ihrem Fach bedeutet, wodurch sie eingeschränkt werden kann und worauf freie Forschung angewiesen ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bieten auf diese Weise Einblick in ihren Forschungsbereich und zeigen insbesondere, welche Bedeutung das freie wissenschaftliche Arbeiten in ihrem beruflichen Alltag hat.

Einschränkungen der Reisefreiheit, begrenzter Zugang zu Fachliteratur, Unterdrückung politisch ungewollter Forschungsfragen – Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit können unterschiedlichster Art sein. Hierzulande wird Wissenschaft bisweilen einer Kosten-Nutzen-Prüfung unterzogen. Insbesondere theoretische Forschung oder sogenannte Orchideenfächer müssen ihre Notwendigkeit erläutern. Direkt infrage gestellt wird Wissenschaftsfreiheit aber nicht. Fabian Schmidt, Astrophysiker am Max-Planck-Institut (MPA) in Garching und Mitglied der Jungen Akademie seit 2016, plädiert in seinem Kurzfilm zum Thema „Dunkle Materie“ für einen Vertrauensvorschuss durch die Öffentlichkeit: „Uns motiviert es, mehr über die Natur zu erfahren. Und dabei gilt: Je revolutionärer die Erkenntnis, desto besser. Wir brauchen daher das Vertrauen, dass wir tatsächlich nach einem wahren Erkenntnisgewinn streben und nicht nur eine Mainstream-Hypothese weiter stützen wollen.“ In einem zweiten Film behandelt die Rechtswissenschaftlerin Anuscheh Farahat, die an der Goethe-Universität Frankfurt lehrt und auch am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht forscht, wissenschaftliches Arbeiten in der Rechtswissenschaft am Beispiel des Migrationsrechts. „Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler nehmen eine wichtige kritische Funktion ein. Um diese Rolle ausfüllen zu können, müssen wir frei von finanziellen Zwängen forschen können. Außerdem sind wir auf offene Methoden und den freien Zugang zu Texten angewiesen“, erläutert Anuscheh Farahat, die ebenfalls seit 2016 Mitglied der Jungen Akademie ist, die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit in den Rechtswissenschaften.

Die Veröffentlichung von zwei weiteren Filmen mit der Sinologin Anna Lisa Ahlers und der Kunsthistorikerin Nausikaä El-Mecky ist bis Ende 2018 geplant. Ziel der Filmreihe ist es, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Arbeitsweise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verstärken sowie auf mögliche Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit hinzuweisen. Um das Projekt einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen, wurden die beiden ersten Filme beim Webvideo-Wettbewerb Fast Forward Science eingereicht. Die Filmreihe entsteht in Zusammenarbeit mit der Videojournalistin Antonia Schanze und dem Kommunikationsdesigner Christopher Kuß.

Weitere Informationen zu dem Projekt, den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie zu neuen Filmen finden Sie hier.

Informationen zu Antonia Schanze
Informationen zu Christopher Kuß

 



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